Nur noch digitale Tickets: Neuer Bayern-Plan sorgt für Diskussionen

Vjekoslav Keskic
Foto: Getty Images

Der FC Bayern geht den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung – und sorgt damit für Diskussionen unter den eigenen Fans. Ab der kommenden Saison wird der Zugang zur Allianz Arena komplett auf digitale Tickets umgestellt. Klassische Print-Tickets gehören damit endgültig der Vergangenheit an.


Künftig können Eintrittskarten für Heimspiele ausschließlich über die offiziellen Apps des FC Bayern oder der Allianz Arena abgerufen werden. Nach der Aktivierung werden die Tickets direkt im digitalen Wallet innerhalb der App hinterlegt und können am Stadion-Eingang bequem gescannt werden.

Ein entscheidender Unterschied: Externe Lösungen wie Apple Wallet oder Google Wallet werden nicht mehr unterstützt. Der Klub setzt bewusst auf ein geschlossenes System innerhalb der eigenen Plattformen.

Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch vor allem mehr Sicherheit und weniger Probleme im Ablauf. Themen wie beschädigte Tickets, unleserliche Ausdrucke oder doppelte Downloads sollen der Vergangenheit angehören.

Ganz ohne Flexibilität geht es jedoch nicht. Die Weitergabe von Tickets bleibt weiterhin erlaubt – allerdings ausschließlich über regulierte und kontrollierte Kanäle innerhalb des Systems.

Damit will der FC Bayern auch dem Schwarzmarkt und unkontrollierten Weiterverkäufen entgegenwirken.

Fans reagieren gespalten

Bayern-Fans
Foto: IMAGO

Während der Verein die Vorteile klar hervorhebt, fällt das Echo unter den Fans gemischt aus. Vor allem die fehlende Print-Option sorgt für Kritik.

Eine Userin auf X bringt die Sorgen vieler Anhänger auf den Punkt: „Gerade viele ältere Zuschauer haben damit ein Problem. Auch viele ältere Jahreskarten-Inhaber drucken die Jahreskarte aus.“

Andere Fans sehen vor allem praktische Risiken: „Mich würde interessieren, was passiert, wenn die App spinnt, der Akku leer ist oder kein Empfang da ist.“

Gleichzeitig gibt es aber auch Stimmen, die zur Gelassenheit raten. Andere Klubs wie RB Leipzig haben ähnliche Systeme bereits eingeführt – mit offenbar positiven Erfahrungen.

Ein Fan berichtet: „Mittlerweile hat auch die ältere Generation ein Handy. Dazu kommen Clearing Points. Läuft ziemlich reibungslos und ist sicherer als Papiertickets.“

Klar ist: Der FC Bayern folgt einem allgemeinen Trend im Profifußball, der auf digitale Lösungen setzt. Dennoch bringt die Umstellung zwangsläufig Herausforderungen mit sich – insbesondere für ältere Fans oder technikferne Zuschauer.

Ob sich das System in der Praxis bewährt, wird sich spätestens mit dem Start der neuen Saison zeigen. Sicher ist nur: Der Stadionbesuch in der Allianz Arena wird sich künftig ein Stück weit anders anfühlen.

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