Stiller Unterschiedsspieler: Diaz ist für Bayern unverzichtbar geworden

Vjekoslav Keskic
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Luis Díaz war im spektakulären 4:5 des FC Bayern bei Paris Saint-Germain einer der prägenden Akteure – und steht sinnbildlich für eine Entwicklung, die in München längst für Aufsehen sorgt. Während Harry Kane und Michael Olise regelmäßig die Schlagzeilen dominieren, hat sich der Kolumbianer im Hintergrund zum vielleicht komplettesten Offensivspieler im Kader von Vincent Kompany entwickelt.


Der Transfer im vergangenen Sommer wurde zunächst kritisch beäugt. Rund 70 Millionen Euro investierten die Bayern in einen 28-Jährigen, der beim FC Liverpool nicht mehr als unverzichtbar galt. Hinzu kam die Ausgangslage: Díaz war intern lediglich die dritte Option. Florian Wirtz entschied sich gegen München, Nick Woltemade war den Verantwortlichen zu teuer – erst danach rückte Díaz in den Fokus.

Heute wirkt diese Reihenfolge beinahe wie ein Glücksfall. Denn der Kolumbianer hat sich innerhalb weniger Monate vom vermeintlichen Not-Transfer zu einem der wichtigsten Bausteine im Offensivspiel der Münchner entwickelt.

Zahlen auf Topniveau – Einfluss noch größer

Seine Statistiken sprechen eine klare Sprache. Wettbewerbsübergreifend kommt Díaz auf 26 Tore und 21 Vorlagen – und liegt damit nur knapp hinter Michael Olise. Gemeinsam mit Olise und Kane hat er die Marke von 100 Treffern geknackt und bildet das gefährlichste Offensivtrio Europas.

Doch seine Bedeutung geht weit über Zahlen hinaus. Díaz verkörpert genau die Mentalität, die Kompany fordert: maximale Intensität, kompromissloses Pressing und absolute Bereitschaft, auch defensiv Verantwortung zu übernehmen. Kaum ein Offensivspieler im Bayern-Kader arbeitet so konsequent gegen den Ball und schließt gleichzeitig so zielstrebig seine Aktionen nach vorne ab.

Hinzu kommt ein Faktor, der in einer langen Saison oft unterschätzt wird: Verlässlichkeit. Seit seiner Ankunft in München hat Díaz kein Pflichtspiel verletzungsbedingt verpasst – ein Wert, der ihn in einem von Ausfällen geprägten Kader noch wertvoller macht.

Im Schatten von Kane und Olise

Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz
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Gerade im Spiel gegen PSG wurde deutlich, welchen Einfluss Díaz auf das Bayern-Spiel hat. Mit einem Tor und einer Vorlage war er direkt an zwei Treffern beteiligt, setzte über die linke Seite immer wieder Nadelstiche und zwang die Pariser Defensive zu Fehlern.

Dass er dennoch häufig im Schatten von Kane und Olise steht, liegt vor allem an seiner Art. Díaz ist kein Lautsprecher, keiner für große Gesten – sondern ein Spieler, der über Leistung kommt. Genau das macht ihn aktuell so wertvoll für den Rekordmeister.

Oder anders gesagt: Während andere glänzen, sorgt Díaz dafür, dass das System funktioniert. Und genau deshalb ist er längst mehr als nur ein guter Transfer – er ist einer der entscheidenden Gründe für den Erfolg des FC Bayern in dieser Saison.

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