„Ich halte das nicht für fair“: Arsenal-Coach wettert gegen Bayern und PSG

Sebastian Mittag
Foto: Getty Images

Nach dem Champions-League-Spektakel zwischen dem FC Bayern und PSG äußert sich Mikel Arteta deutlich – und sieht klare Vorteile für die Konkurrenz.


Das spektakuläre 5:4 zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain im Champions-League-Halbfinale hat europaweit für Aufsehen gesorgt. Auch Arsenal-Coach Mikel Arteta verfolgte die Partie – und fand anschließend klare Worte.

Mit den Gunners hatte der Spanier selbst kurz zuvor ein 1:1 im Halbfinal-Hinspiel gegen Atlético Madrid erreicht. Im Vergleich zum Offensiv-Feuerwerk zwischen Bayern und PSG wirkte diese Begegnung deutlich weniger spektakulär.

Arteta zeigte sich beeindruckt von der Qualität des Spiels: „Wenn ich mir dieses Spiel anschaue, Bayern gegen PSG, dann ist es wahrscheinlich das beste Spiel, das ich je gesehen habe, was die Qualität der beiden Mannschaften und vor allem die individuelle Qualität der Spieler angeht – so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Gleichzeitig relativierte der 43-Jährige seine Aussage jedoch und verwies auf unterschiedliche Voraussetzungen: „Aber wenn ich mir die Anzahl der Spielminuten und die Frische dieser Spieler anschaue, dann überrascht mich das nicht.“

Arteta sieht Belastungsunterschiede

Nach Ansicht des Arsenal-Trainers liegt der entscheidende Unterschied in der Belastung. „Um eine derart hohe Qualität zu liefern, muss man in Topform sein, und der Unterschied zwischen den Ligen und der Art und Weise, wie dort gespielt wird, ist wie Tag und Nacht“, erklärte er.

In England sei die Belastung durch zusätzliche Wettbewerbe und eine intensivere Liga deutlich höher: „Wir vergleichen hier zwei völlig unterschiedliche Welten. Man kann nicht einen Aspekt davon isoliert betrachten, ohne den Kontext zu berücksichtigen – ich halte das nicht für fair.“

Ein weiterer Punkt für Arteta ist die Verfügbarkeit von Spielern: „Wenn du über die beiden anderen Mannschaften sprichst (PSG und Bayern; Anm. d. Red.), wie viele Spieler standen zur Verfügung? Alle, und zwar in Bestform. Das ist das Wichtigste.“

Serge Gnabry
Foto: IMAGO

Dabei ließ der Spanier jedoch außer Acht, dass auch der FC Bayern aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat – unter anderem fehlen mit Serge Gnabry und Lennart Karl wichtige Optionen im Kader.

Ein Blick auf die Statistiken zeigt dennoch Unterschiede. Arsenal-Spieler kommen im Schnitt auf deutlich mehr Einsatzminuten als die Profis des FC Bayern. Während die Gunners auf durchschnittlich 1.821 Minuten pro Spieler kommen, liegt der Wert bei den Münchnern bei 1.497 Minuten.

Allerdings ist dieser Vergleich nur bedingt aussagekräftig. Die Bayern haben im Saisonverlauf mehr junge Spieler eingesetzt, die nur auf wenige Minuten kommen und den Schnitt entsprechend verzerren.

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