Die Kritik an der Bayern-Defensive wird lauter – doch Joshua Kimmich zeigt sich davon unbeeindruckt. Vor dem richtungsweisenden Rückspiel gegen Paris Saint-Germain stellt der Kapitän klar: Der FC Bayern wird seinen Spielstil nicht verändern.
Die jüngsten Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Vier Gegentore gegen Stuttgart, drei in Mainz, fünf in Paris und zuletzt drei gegen Heidenheim – die Defensive des Rekordmeisters wirkt ungewohnt anfällig.
Trotzdem schließt Joshua Kimmich eine taktische Kehrtwende kategorisch aus. „Wir werden nicht unseren Spielstil in drei Tagen ändern und uns irgendwie hinten einigeln“, erklärte der Mittelfeldchef nach dem 3:3 gegen Heidenheim.
Gerade mit Blick auf das Halbfinal-Rückspiel gegen PSG ist für den 31-Jährigen die Marschroute klar definiert: „Wir sind ein Tor hinten. Wir sind die Mannschaft, die auf jeden Fall ein Tor braucht.“
Für Kimmich ist die Ausgangslage eindeutig – und lässt keinen Raum für Experimente. Die Bayern müssen gewinnen, egal wie. Ob Spektakel oder Arbeitssieg, spielt dabei keine Rolle.
„Egal, ob es wieder ein 5:4 ist, ein 3:2 oder ein 1:0“, betonte der DFB-Kapitän. Eine Aussage, die sinnbildlich für die aktuelle Bayern-DNA steht: Angriff ist die beste Verteidigung.
Dass es in der Hintermannschaft aktuell nicht rund läuft, ist auch Kimmich bewusst. „Wir hatten das Thema vor ein paar Wochen schon“, räumte er ein und verwies auf die wiederkehrenden Diskussionen über zu viele Gegentore.
Dennoch will der Führungsspieler keine kurzfristigen Lösungen erzwingen. Stattdessen kündigte er an, dass mögliche Anpassungen erst langfristig erfolgen könnten: „Auf Sicht wird man natürlich ein paar Dinge anpassen und in die Analyse gehen.“
PSG als ultimativer Härtetest

Gegen Paris wartet nun die wohl größte Herausforderung der Saison. Vor allem das enorme Tempo der Franzosen bereitet Kimmich Respekt: „Gerade, wenn man die vorderen drei anschaut, dann die beiden Außenverteidiger – die sind schon rasant unterwegs.“
Trotzdem bleibt er bei seiner Überzeugung: Der FC Bayern wird seiner Identität treu bleiben – auch wenn das Risiko hoch ist.
Zwischen Offensivdrang und defensiver Stabilität die richtige Balance zu finden, wird zur entscheidenden Aufgabe im Rückspiel. Die Qualität nach vorne ist unbestritten – doch ob sie erneut ausreicht, um defensive Schwächen zu kompensieren, bleibt offen.
Kimmichs Botschaft ist dennoch klar: Bayern wird nicht abweichen. Nicht jetzt. Nicht in diesem Spiel.
Am Mittwoch geht es um alles – und der Rekordmeister setzt voll auf seine offensive DNA.


