Uli Hoeneß hat sich mit ungewohnt deutlichen Worten in den Vertragspoker zwischen dem FC Bayern und Konrad Laimer eingeschaltet. Der Ehrenpräsident des Rekordmeisters stellte klar, dass die Forderungen des Österreichers aus seiner Sicht nicht im richtigen Verhältnis zu dessen sportlicher Rolle stehen.
Dabei machte Hoeneß zunächst deutlich, wie sehr er Laimer als Spieler schätzt. Der 28-Jährige sei ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, arbeite extrem viel für das Team und erfülle auch im Hinblick auf die Außendarstellung eine wichtige Rolle.
Doch trotz dieses Lobes folgte eine klare Einschränkung. „Er ist eben nicht Maradona“, stellte Hoeneß gegenüber DAZN unmissverständlich klar.
Mit dieser Aussage bringt der Bayern-Patron auf den Punkt, worum es ihm geht: Wertschätzung ja – aber keine überzogenen Forderungen.
Gehaltsforderungen sorgen für Diskussionen
Auslöser der Debatte sind die aktuellen Vertragsgespräche zwischen Laimer und dem FC Bayern. Der Mittelfeldspieler, der inzwischen vor allem als rechter Außenverteidiger gesetzt ist, soll laut Berichten ein Jahresgehalt von rund 15 Millionen Euro fordern.
Derzeit liegt sein Einkommen inklusive Boni bei etwa zehn Millionen Euro. Für die Bayern ist das bereits ein sehr hohes Niveau – gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Vertragsverlängerungen mit Topstars wie Jamal Musiala oder Joshua Kimmich.
Intern soll der Klub deshalb eine klare Linie verfolgen: Nicht jeder Wunsch wird künftig erfüllt, nur um Spieler zu halten.
„Realistische Einschätzung der Wertigkeit“

Hoeneß betonte, dass es bei der Diskussion nicht um eine generelle Sparpolitik gehe, sondern um eine faire Bewertung der sportlichen und wirtschaftlichen Bedeutung eines Spielers. „Das ist eine realistische Einschätzung seiner Wertigkeit“, erklärte der 74-Jährige.
Diese sei zwar hoch, aber eben nicht auf dem Niveau der absoluten Topverdiener im Kader wie Harry Kane. Damit macht Hoeneß deutlich, dass der FC Bayern künftig stärker differenzieren will – sowohl sportlich als auch finanziell.
Unabhängig von den Vertragsgesprächen steht fest, dass Laimer sportlich einen großen Schritt gemacht hat. Seit seinem ablösefreien Wechsel von RB Leipzig im Sommer 2023 hat er sich unter Vincent Kompany zu einer festen Größe entwickelt.
Seine Vielseitigkeit, seine Laufstärke und seine taktische Disziplin machen ihn zu einem wichtigen Baustein im System der Münchner. Gerade auf den Außenverteidiger-Positionen ist er aktuell kaum wegzudenken.
Bayern verschärft seinen Kurs
Die Aussagen von Hoeneß zeigen deutlich, dass sich beim FC Bayern ein Strategiewechsel abzeichnet. Nach Jahren, in denen Topspieler oft mit hohen Gehältern gehalten wurden, scheint der Klub nun stärker auf wirtschaftliche Balance zu achten.
Der Fall Laimer wird damit zu einem Präzedenzfall. Er zeigt, dass selbst Leistungsträger künftig nicht automatisch in die höchste Gehaltsklasse aufsteigen. Ob es am Ende zu einer Einigung kommt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Bayern haben ihre Position deutlich gemacht.
Konrad Laimer ist für den Klub wertvoll – aber nicht um jeden Preis.



