Uli Hoeneß hat sich erneut ausführlich zu Thomas Müller geäußert – und dabei sowohl Wertschätzung als auch klare Kritik formuliert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern machte deutlich, dass der Klub seinem langjährigen Aushängeschild weiterhin eine Zukunft abseits des Platzes zutraut.
Nach wie vor besteht laut Hoeneß die Möglichkeit, dass Müller in einer Funktionärsrolle zum FC Bayern zurückkehrt. Ein entsprechendes Angebot habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben – und dieses sei weiterhin gültig.
Für den Verein wäre eine Rückkehr des Ur-Bayern ein logischer Schritt. Kaum ein Spieler verkörpert die Identität des Klubs so sehr wie Müller, der über viele Jahre hinweg eine prägende Figur an der Säbener Straße war.
Deutliche Kritik an letzter Bayern-Phase
Gleichzeitig fand Hoeneß ungewohnt klare Worte für Müllers sportliche Rolle in seinen letzten Monaten beim Rekordmeister.
„Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher“, erklärte der 74-Jährige im Gespräch mit DAZN und spielte damit auf Müllers zunehmende Rolle abseits des Platzes an. Der Offensivspieler habe mehr gesprochen als gespielt und sich in einer Phase stark präsentiert, in der er sportlich bereits an Bedeutung verloren hatte.
Dennoch betonte Hoeneß, dass er kein persönliches Problem mit Müller habe – im Gegenteil: Er erkenne an, wie geschickt sich der Weltmeister von 2014 auch in dieser Situation positioniert habe.
Im Vergleich zog Hoeneß auch aktuelle Bayern-Spieler heran. So beschrieb er Michael Olise als deutlich introvertierteren Typen, der sich voll auf den Fußball konzentriere und wenig Interesse an öffentlicher Inszenierung habe.
Dieser Kontrast zeigt, wie unterschiedlich Persönlichkeiten im modernen Fußball auftreten – und welchen Einfluss sie auch abseits des Spielfelds haben können.
Hoeneß hatte anderen Plan für Müller

Interessant ist auch, dass Hoeneß ursprünglich eine andere Zukunft für Müller im Kopf hatte. Statt eines direkten Wechsels in die MLS hätte er sich eine Art Sabbatical gewünscht.
In dieser Zeit sollte Müller Einblicke in andere Sportligen wie die NBA, NFL oder MLS erhalten und sich gezielt weiterbilden. Ziel wäre es gewesen, ihn anschließend in einer passenden Rolle beim FC Bayern zu integrieren – in einem Umfeld, das längst mehr ist als nur ein Fußballverein.
Trotz dieser Ideen zeigt Hoeneß Verständnis für Müllers Entscheidung, seine aktive Karriere fortzusetzen. Der Reiz des Profifußballs sei schlicht zu groß, um ihn frühzeitig aufzugeben.
Auch wenn die Aussagen teilweise kritisch ausfallen, bleibt die Botschaft klar: Die Tür für Thomas Müller beim FC Bayern ist weiterhin offen.
Ob und wann es zu einer Rückkehr kommt, hängt vor allem davon ab, wann der 36-Jährige seine aktive Karriere beendet – und welche Rolle er sich anschließend selbst vorstellen kann.



