„So funktioniert das nicht“: Bayern-Boss Hoeneß kritisiert Nagelsmann scharf

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Uli Hoeneß hat kurz vor der Weltmeisterschaft deutliche Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geübt – und dabei vor allem die fehlende Konstanz in der Aufstellung bemängelt. Für den Ehrenpräsidenten des FC Bayern ist die mangelnde Eingespieltheit eines der größten Probleme der DFB-Auswahl.

Hoeneß störte sich insbesondere daran, dass die Nationalmannschaft bislang keine feste Formation gefunden hat. „Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt“, erklärte er im Gespräch mit DAZN und betonte, dass er diese Kritik auch persönlich gegenüber Nagelsmann geäußert habe.


Gerade vor einem Turnier wie der Weltmeisterschaft sieht Hoeneß darin ein großes Risiko. Ohne klare Struktur und eingespielte Abläufe sei es schwierig, auf höchstem Niveau zu bestehen.

Teamgeist als Schlüssel zum Erfolg

Aus Sicht des 74-Jährigen fehlt der DFB-Elf aktuell die individuelle Weltklasse, um sich allein über Qualität durchzusetzen. Stattdessen müsse der Erfolg über das Kollektiv kommen.

Als Beispiel führte Hoeneß den FC Bayern unter Vincent Kompany an. Dort sei zu sehen, wie wichtig ein funktionierendes Teamgefüge und klare Abläufe seien, um auch gegen Topgegner bestehen zu können.

Besonders kritisch sieht Hoeneß die Situation mit Blick auf das erste WM-Spiel. Er befürchtet, dass Deutschland mit einer Mannschaft antreten könnte, die in dieser Form noch nie zusammengespielt hat.

Zudem vermisst er eine klare Linie in zentralen Fragen. Wer übernimmt welche Rollen? Wer ist gesetzt? Diese Unsicherheit könnte sich im Turnierverlauf negativ auswirken.

Kritik geht über Taktik hinaus

Julian Nagelsmann
Foto: IMAGO

Hoeneß beließ es jedoch nicht bei sportlichen Aspekten. Auch Nagelsmanns Umgang mit Kritik wurde thematisiert. Nach einem persönlichen Austausch habe der Bundestrainer „leicht beleidigt“ reagiert.

Dem Bayern-Ehrenpräsidenten fehlt es an Offenheit für externe Einschätzungen. Gerade in einer Phase, in der es um Feinjustierungen geht, sei die Bereitschaft zuzuhören ein entscheidender Faktor.

Trotz der deutlichen Worte betonte Hoeneß, dass seine Kritik nicht destruktiv gemeint sei. Vielmehr gehe es darum, den Erfolg der Nationalmannschaft zu unterstützen.

Die Botschaft ist dennoch unmissverständlich: Ohne klare Struktur, eingespielte Abläufe und mehr Selbstreflexion könnte es für die DFB-Auswahl bei der WM schwierig werden.

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