Klares Handspiel von PSG: Deswegen gab es keinen Elfmeter für Bayern

Vjekoslav Keskic
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Der FC Bayern erlebt im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain einen bitteren Abend. Nach dem frühen 0:1-Rückstand sorgte vor allem eine umstrittene Handspiel-Szene in der ersten Halbzeit für mächtigen Ärger bei den Münchnern. Schiedsrichter João Pinheiro geriet dabei massiv in den Fokus.

Bereits in der dritten Minute kassierten die Münchner den nächsten Rückschlag gegen PSG. Die Franzosen gingen früh in Führung und sorgten damit für Fassungslosigkeit in der Allianz Arena.


Doch nicht nur das Ergebnis sorgte im weiteren Verlauf der Partie für Frust beim deutschen Rekordmeister. Vor allem eine Szene in der 31. Minute brachte Fans, Spieler und Experten auf die Palme.

Nach einer Klärungsaktion von PSG-Mittelfeldspieler Vitinha sprang der Ball an den abgespreizten Arm seines Mitspielers João Neves im eigenen Strafraum. Viele Bayern-Anhänger forderten sofort einen Elfmeter.

Schiedsrichter João Pinheiro ließ die Partie jedoch weiterlaufen. Auch der VAR griff nicht ein – sehr zum Unverständnis zahlreicher Beobachter.

Besonders deutlich wurde Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe. Gegenüber BILD erklärte der frühere Bundesliga-Referee: „Klarer Handelfmeter! Viel klarer als die Situation im Hinspiel.“

Gräfe kritisierte vor allem die Armhaltung des PSG-Spielers. „Er nimmt den Arm über die Schulter und der Arm geht in die Flugbahn. Völlig unverständlich, warum der VAR nicht eingreift“, sagte der Schiedsrichter-Experte.

Warum Bayern trotzdem keinen Elfmeter bekam

FC Bayern vs. PSG
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Trotz der heftigen Diskussionen entsprach die Entscheidung des Schiedsrichterteams offenbar den aktuellen Regeln des International Football Association Board (IFAB).

Denn laut Regelauslegung liegt grundsätzlich kein strafbares Handspiel vor, wenn ein Spieler aus kurzer Distanz von einem Mitspieler angeschossen wird – selbst dann nicht, wenn der Ball den Arm oder die Hand berührt.

Eine Ausnahme besteht lediglich dann, wenn der Ball direkt ins gegnerische Tor geht oder unmittelbar danach ein Treffer erzielt wird. In solchen Fällen würde auf direkten Freistoß beziehungsweise Handspiel entschieden werden.

Genau diese Besonderheit dürfte der Grund gewesen sein, weshalb weder Pinheiro noch der Videoassistent eingegriffen haben.

Die Szene sorgte dennoch für zusätzliche Brisanz, weil PSG im Hinspiel selbst einen Elfmeter zugesprochen bekam. Damals war der Ball Bayern-Verteidiger Alphonso Davies zunächst an den Oberschenkel und anschließend an den Arm gesprungen.

Die unterschiedlichen Bewertungen sorgen nun erneut für Diskussionen rund um die Regelauslegung und den Einfluss des VAR bei Topspielen der Champions League.

Für den FC Bayern bleibt die Szene besonders bitter – denn in einer ohnehin emotional aufgeheizten Partie fühlten sich die Münchner durch die Entscheidung zusätzlich benachteiligt.

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