Lothar Matthäus hat sich vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain deutlich zur Personalpolitik von Vincent Kompany geäußert – und dabei vor allem eine Entscheidung kritisch hinterfragt.
Im Fokus seiner Analyse steht Konrad Laimer. Für den Rekord-Nationalspieler ist der Österreicher ein unverzichtbarer Bestandteil der Bayern-Startelf – umso mehr überraschte ihn dessen Rolle im Hinspiel.
„Was die Aufstellung angeht, würde ich nie auf Konrad Laimer verzichten, denn auf ihn war immer Verlass“, schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne.
Dass Laimer beim spektakulären 4:5 in Paris zunächst nur auf der Bank saß, konnte der 65-Jährige nicht nachvollziehen. Erst zur zweiten Halbzeit kam der vielseitige Defensivspieler ins Spiel, nachdem Kompany zuvor auf Alphonso Davies und Josip Stanisic gesetzt hatte.
Für Matthäus ist klar: Im Rückspiel führt kein Weg an Laimer vorbei. „Ich gehe davon aus, dass Laimer rechts beginnt und Alphonso Davies links“, erklärte er.
Balance als Schlüssel gegen PSG
Neben der Personalie Laimer richtet Matthäus den Blick auch auf die grundsätzliche Ausrichtung der Münchner. Das Hinspiel habe eindrucksvoll gezeigt, wie gefährlich beide Offensivreihen sind – gleichzeitig aber auch die Schwächen in der Defensive offengelegt.
„PSG hat auch Schwächen in der Defensive offenbart. Diese Schwächen muss Bayern ausnutzen“, analysierte der TV-Experte.
Dennoch warnt er davor, sich ausschließlich auf die eigene Offensivpower zu verlassen. Gerade in einem Spiel, in dem Bayern einen Rückstand aufholen muss, sei die Balance entscheidend.
Musiala vor Goretzka – klare Präferenz

Auch im offensiven Mittelfeld hat Matthäus eine klare Meinung. Jamal Musiala ist für ihn gesetzt, wenn es darum geht, Kreativität und Durchschlagskraft auf den Platz zu bringen.
„Bayern muss einen Rückstand aufholen, da ist Musiala der kreativere Spieler als Leon Goretzka“, so Matthäus.
Goretzka, der zuletzt gegen Heidenheim mit zwei Treffern glänzte, sieht er eher als Option für die Schlussphase. Seine Dynamik könne von der Bank aus noch einmal wichtige Impulse setzen.
Defensive Stabilität als Pflicht
Ein weiterer zentraler Punkt in Matthäus’ Analyse ist die Arbeit gegen den Ball. Die jüngsten Spiele hätten gezeigt, dass sowohl Bayern als auch PSG anfällig sind.
„Es wird wichtig sein, sich nicht nur auf die Offensive zu verlassen, sondern auch konsequent gegen den Ball zu arbeiten“, betonte er.
Gerade Spieler wie Laimer und Upamecano, die über Zweikampfstärke und Präsenz verfügen, könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Matthäus liefert eine klare Botschaft vor dem entscheidenden Duell: Der FC Bayern braucht eine ausgewogene Mischung aus Aggressivität, Struktur und individueller Qualität.
Vor allem aber braucht es aus seiner Sicht die richtigen Personalentscheidungen – allen voran Konrad Laimer in der Startelf. Denn für Matthäus steht fest: Auf ihn war bislang immer Verlass.



