Die Enttäuschung beim FC Bayern nach dem Halbfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain war riesig. Sportvorstand Max Eberl zeigte sich nach dem 1:1 im Rückspiel zwar niedergeschlagen, gleichzeitig aber auch stolz auf die Leistung der Münchner. Besonders die Diskussionen um die umstrittene Elfmeter-Szene sorgten bei ihm allerdings für Unverständnis.
Nach dem dramatischen Ausscheiden gegen PSG musste sich Max Eberl in der Mixed Zone zunächst sammeln. „Ich muss mich auch erst mal sammeln“, erklärte der Bayern-Sportvorstand sichtlich enttäuscht.
Gleichzeitig erkannte der 52-Jährige die Qualität des Gegners ausdrücklich an. „PSG hat leider ein herausragendes Spiel gemacht. Wir haben vielleicht in der einen oder anderen Situation die falsche Entscheidung getroffen“, analysierte Eberl.
„Die Mannschaft hat alles gegeben“
Trotz des Ausscheidens zog der Bayern-Boss insgesamt jedoch ein positives Fazit über die beiden Halbfinalspiele. Für ihn habe der FC Bayern absolut bewiesen, dass man mit dem amtierenden Champions-League-Sieger mithalten könne. „Ich finde, wir können über die ganze Zeit und auch über beide Semifinals stolz auf diese Mannschaft sein“, betonte Eberl. Besonders wichtig war ihm dabei die Einordnung der Kräfteverhältnisse. „Die Mannschaft hat alles gegeben, hat alles versucht gegen für mich wahrscheinlich momentan die beste Mannschaft in Europa“, erklärte er.
Immer wieder verwies Eberl auf die entscheidenden Kleinigkeiten, die letztlich den Unterschied gemacht hätten. „Das waren Nuancen, die wir vielleicht in dem einen oder anderen Moment schlechter waren. Nicht über Spiele, sondern über Momente“, sagte der Sportvorstand.
Für den 52-Jährigen steht deshalb fest: „Es zeigt, dass wir mit der besten Mannschaft Europas absolut mithalten können, dass wir absolut auf Augenhöhe spielen können.“
Eberl hadert mit der Elfmeter-Szene

Besonders emotional wurde Eberl bei der Diskussion um die umstrittene Handspiel-Szene im PSG-Strafraum. Noch immer zeigte sich der Bayern-Boss irritiert über die unterschiedlichen Bewertungen der Situation.
„Bei der Elfmeter-Entscheidung stehen so viele Journalisten herum, ich denke, ihr habt alle auch Schiedsrichter angerufen“, erklärte Eberl. Genau diese unterschiedlichen Einschätzungen machten die Situation für ihn so schwer nachvollziehbar. „Die eine Hälfte sagt: klarer Elfmeter, die andere Hälfte sagt: alles richtig gemacht. Und da wird es dann für mich komisch“, sagte der Bayern-Boss.
Vor allem die aktuelle Regelauslegung sorgte bei Eberl für Kopfschütteln. „Also wie ist denn jetzt die Regel? Und das kann mir auch bis jetzt keiner erklären“, erklärte er. Aus seiner persönlichen Sicht sei die Szene eindeutig gewesen: „Wenn ich jetzt aus meiner Brille schaue… Dann ist es ein Handspiel im Strafraum.“
Natürlich wollte auch Eberl nicht behaupten, dass die Szene allein über das Weiterkommen entschieden habe. Dennoch glaubt er, dass ein möglicher Elfmeter das Spiel stark hätte verändern können. „Wenn du dann vielleicht diesen Elfmeter bekämst, dann steht es 1:1 und ich glaube, dann wäre das Momentum auf unserer Seite wieder gewesen“, sagte der 52-Jährige.
„Müssen das jetzt akzeptieren“
Am Ende wolle er jedoch keine Ausreden suchen. „Das ist alles jetzt Hypothese, das ist Kaffeesatzleserei. Wir haben 1:1 gespielt, wir haben mit einem Tor dieses Halbfinale verloren. Und das müssen wir jetzt akzeptieren“, stellte Eberl klar.
Besonders wichtig war dem Bayern-Sportvorstand abschließend noch eine Botschaft: Das Ausscheiden schmälere die Saisonleistung seiner Mannschaft keineswegs. „Wenn du jetzt hier sang- und klanglos im Halbfinale ausgeschieden wärst, dann hätte es ein bisschen Geschmack gehabt. Hat für mich keinen Nachgeschmack“, erklärte Eberl.



