Nach dem Halbfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain sorgt beim FC Bayern vor allem eine Szene aus der ersten Halbzeit für heftige Diskussionen. DAZN-Experte Michael Ballack äußerte nach dem 1:1 gegen PSG sogar einen brisanten Verdacht gegen das Schiedsrichter-Team um João Pinheiro.
Die Szene ereignete sich nach knapp einer halben Stunde und hätte das Spiel möglicherweise entscheidend verändern können. PSG-Verteidiger Nuno Mendes stoppte einen Bayern-Konter mit dem Arm und verhinderte damit eine potenziell gefährliche Situation für die Münchner.
Da der Portugiese bereits verwarnt war, rechneten viele Bayern-Spieler und Fans mit einer Gelb-Roten Karte. Doch Schiedsrichter João Pinheiro entschied anders.
Der Grund sorgte anschließend für große Diskussionen: Der vierte Offizielle, Espen Eskas, soll den Referee darauf hingewiesen haben, dass Konrad Laimer den Ball zuvor angeblich mit der Hand gespielt habe. Die TV-Bilder deuteten jedoch darauf hin, dass kein Handspiel des Österreichers vorlag.
Laimer selbst reagierte nach dem Spiel vergleichsweise ruhig auf die Szene. „Gefühlt hat der Vierte Offizielle noch nie in irgendeinem Spiel irgendwas gesagt, aber naja, ist egal, kann ich ihn nicht mehr ändern“, erklärte der Bayern-Profi.
Gleichzeitig machte der Österreicher deutlich, wie wichtig die Situation hätte werden können. „Wäre natürlich auch ein sehr entscheidender Moment gewesen, wenn da ein Spieler nach 20 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz geht“, sagte Laimer.
Ballack äußert brisanten Verdacht

Vor allem Michael Ballack zeigte sich nach der Partie jedoch deutlich emotionaler. Der frühere Bayern-Profi kritisierte das Verhalten des Schiedsrichter-Teams scharf. „Laimer sagt es eben auch: Das ist das erste Mal, dass ein Vierter Offizieller unmittelbar in so eine Szene eingreift. Und er hat recht“, erklärte Ballack bei DAZN.
Besonders irritierte den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän, dass João Pinheiro die Situation zunächst selbst nicht als Handspiel bewertet hatte. „Er pfeift es selbst nicht als Handspiel, weil es ja auch keins war. Er pfeift es nicht. Und auf einmal hat der Vierte Offizielle was gesehen“, sagte Ballack.
Anschließend wurde der DAZN-Experte noch deutlicher – und formulierte einen bemerkenswerten Verdacht. „Ich hatte das Gefühl, sie wollten diese Gelb-Rote Karte nicht geben. Das ist mein Gefühl als Zuschauer. Und das sage ich hier ganz offen“, erklärte Ballack.
Zwar betonte der Ex-Profi ausdrücklich, dass er dem Schiedsrichter-Team nichts unterstellen wolle, dennoch ließ seine Aussage tief blicken. „Man sucht ja manchmal nach Situationen, um ein Spiel nicht als Schiedsrichter in eine Bahn zu lenken“, sagte Ballack.
Für ihn habe die Szene jedenfalls keine ausreichende Grundlage für die letztliche Entscheidung geliefert. „Die Situation hat das nicht hergegeben, diese Entscheidung so zu fällen“, so der ehemalige DFB-Kapitän.
„Das ist schon sehr fragwürdig“
Unterstützung erhielt Ballack von seinem Experten-Kollegen Sami Khedira. Auch der Weltmeister von 2014 zeigte wenig Verständnis für den Eingriff des Vierten Offiziellen.
„Das ist eine klare Verhinderung eines Konters, einer Torchance für den FC Bayern“, erklärte Khedira. Vor allem der entscheidende Einfluss des Vierten Offiziellen hinterließ bei ihm einen bitteren Beigeschmack.
„Das ist schon sehr fragwürdig und eben auch ein sehr entscheidender Faktor der Partie heute“, sagte der frühere Nationalspieler.
Damit reiht sich die Szene in die zahlreichen Diskussionen rund um die Schiedsrichterentscheidungen in beiden Halbfinalspielen zwischen dem FC Bayern und PSG ein.



