Das bittere Champions-League-Aus des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain hat nicht nur Auswirkungen auf die Münchner selbst. Auch die deutsche Nationalmannschaft und Bundestrainer Julian Nagelsmann profitieren in gewisser Weise vom verpassten Finaleinzug des Rekordmeisters. Vor allem mit Blick auf die Vorbereitung auf die XXL-WM in Nordamerika verändert sich die Ausgangslage für den DFB deutlich.
Dass der FC Bayern einen großen Teil des deutschen Nationalteams stellt, ist längst nichts Neues. Auch für die anstehende Weltmeisterschaft im Sommer werden zahlreiche Münchner eine zentrale Rolle im DFB-Kader spielen.
Jamal Musiala, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Leon Goretzka gelten aktuell als sichere Kandidaten für das Turnier. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Top-Talent Lennart Karl ebenfalls noch den Sprung in den endgültigen WM-Kader schaffen könnte, genauso wie Jonas Urbig als Ersatz-Torhüter.
Da das Turnier bereits Anfang Juni beginnt, müssen sich die Nationalmannschaften entsprechend früh vorbereiten. Julian Nagelsmann wird deshalb schon zeitnah einen vorläufigen Kader nominieren.
Genau hier spielt das Champions-League-Aus des FC Bayern nun eine wichtige Rolle. Wären die Münchner ins Finale in Budapest eingezogen, hätten zahlreiche Nationalspieler dem DFB erst sehr spät zur Verfügung gestanden.
Die deutschen Nationalspieler werden jetzt bereits am 27. Mai in Herzogenaurach erwartet. Das Champions-League-Finale findet dagegen erst am 30. Mai statt.
Damit fehlt Nagelsmann im Vergleich zu einem Bayern-Finaleinzug lediglich Kai Havertz, der mit dem FC Arsenal um den Titel spielen wird.
Mehr Zeit für Nagelsmann und die WM-Vorbereitung

Für den Bundestrainer ist die frühere Verfügbarkeit der Bayern-Profis vor allem mit Blick auf die Vorbereitung enorm wertvoll. Gerade die anstehenden Testspiele gegen die USA und Finnland gewinnen dadurch zusätzlich an Bedeutung.
Nagelsmann kann jetzt mit einem deutlich größeren Teil seines Stammpersonals arbeiten und wichtige Abläufe früher einstudieren.
Das dürfte dem DFB durchaus entgegenkommen. Schließlich verliefen die vergangenen Länderspielphasen nicht immer optimal. Gerade im Frühjahr offenbarte die Nationalmannschaft in einigen Spielen Probleme und konnte ihr volles Leistungsniveau phasenweise nicht abrufen.
Eine längere gemeinsame Vorbereitung könnte deshalb ein wichtiger Faktor werden, um rechtzeitig zur WM wieder Stabilität und Rhythmus aufzubauen.
Natürlich hätte Nagelsmann seine Bayern-Stars lieber mit maximalem Selbstvertrauen und einem weiteren internationalen Titel im Gepäck begrüßt. Dennoch überwiegt aus organisatorischer Sicht wohl der Vorteil, dass fast der komplette Kader frühzeitig zur Verfügung steht.
Bis zum Beginn der Vorbereitung dürften die Münchner zudem auch die Enttäuschung über das verpasste Champions-League-Finale weitgehend verarbeitet haben. Außerdem besteht weiterhin die Chance auf einen weiteren Titel: Mit dem DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart kann der FC Bayern die Saison noch mit dem Double abschließen.




