„Man wartet, dass der Knoten platzt“: Kahn erklärt Musiala-Problem

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

Jamal Musiala konnte das Champions-League-Aus des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain nicht verhindern. Nach dem Halbfinal-Aus richtet sich der Blick nun auch auf die Form des 23‑Jährigen. Bayern-Legende Oliver Kahn hat erklärt, warum Musiala aktuell noch weit von seiner Bestform entfernt ist.

Beim 1:1 im Halbfinal-Rückspiel gegen PSG zeigte Jamal Musiala zwar einige starke Aktionen, den Unterschied konnte der Offensivspieler jedoch erneut nicht machen. Nach dem bitteren Ausscheiden der Münchner in der Champions League steht der Nationalspieler deshalb verstärkt im Fokus.


Oliver Kahn sieht die Gründe dafür jedoch klar in Musialas schwieriger Vorgeschichte der vergangenen Monate. Im Gespräch mit Sky erklärte der ehemalige Bayern-Boss, dass dem 23-Jährigen aktuell vor allem die Leichtigkeit und das nötige Spielglück fehlen würden.

„Er hat im Moment nicht das Glück“

„Er hat im Moment nicht das Glück“, betonte Kahn. Gleichzeitig zeigte sich der frühere Weltklasse-Keeper überzeugt davon, dass Musiala nur einen besonderen Moment benötige, um wieder komplett in die Spur zu finden.

„Man wartet nur darauf, dass bei Musiala der Knoten platzt. Wenn das dann mal gelingt: Das ist genau dieser Moment, den ein solcher Spieler braucht, der aus so einer langen Verletzung kommt“, erklärte der 56-Jährige.

Musiala hatte sich bei der Klub-WM 2025 ausgerechnet gegen Paris Saint-Germain einen Wadenbeinbruch zugezogen und fiel anschließend mehrere Monate aus. Erst im Januar feierte der Offensivstar sein Comeback. Im Frühjahr kamen zudem erneut Sprunggelenksprobleme hinzu.

Für Kahn ist deshalb klar, dass Musiala derzeit noch weit entfernt von seiner eigentlichen Leistungsgrenze agiert. „Das ist nicht der Anspruch, den Jamal an sich selbst hat und der auch der Verein an Jamal hat“, stellte die Bayern-Legende deutlich klar.

Weidenfeller nimmt Musiala in Schutz

Jamal Musiala
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Auch Ex-Nationaltorhüter Roman Weidenfeller sprang Musiala nach dem PSG-Aus zur Seite. Der frühere BVB-Keeper warnte davor, vom Bayern-Star bereits jetzt wieder absolute Weltklasse-Leistungen zu erwarten. „Das kann er auch noch gar nicht“, erklärte Weidenfeller bei Sky mit Blick auf Musialas aktuelle Verfassung.

Besonders die hohen Erwartungen an den Offensivspieler seien aktuell problematisch. „Man tut dem Jungen Unrecht“, betonte der ehemalige Dortmunder.

Tatsächlich musste Musiala zuletzt beim FC Bayern enorm viel Verantwortung übernehmen. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Serge Gnabry und Lennart Karl rückte der Nationalspieler bereits im Hinspiel gegen PSG direkt wieder in die Startelf und stand auch im Rückspiel von Beginn an auf dem Platz.

Doch gerade gegen defensiv extrem kompakte Pariser wurde deutlich, dass Musiala aktuell noch nicht die Explosivität und Selbstverständlichkeit besitzt, die ihn vor seiner Verletzung ausgezeichnet hatten.

Beim FC Bayern hofft man dennoch, dass der 23-Jährige nach einer vollständigen Sommervorbereitung wieder zu alter Stärke zurückfindet. Denn intern gilt Musiala weiterhin als absoluter Schlüsselspieler für die Zukunft des Rekordmeisters.

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