Das wird die Bayern ärgern: Müller enthüllt seinen Lieblings-Experten

Vjekoslav Keskic
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Thomas Müller ist auch tausende Kilometer von München entfernt noch immer ganz nah dran am deutschen Fußball. Der 36-Jährige, der für die Vancouver Whitecaps in der MLS aufläuft, verfolgt das Geschehen in der Bundesliga weiterhin aufmerksam. In seinem Newsletter hat der Weltmeister von 2014 nun verraten, welchen TV-Experten er besonders schätzt – und diese Wahl dürfte an der Säbener Straße nicht überall für Begeisterung sorgen.


„Ganz in seinem Sinne haue ich jetzt einfach mal einen raus. Vorhang auf für Didi Hamann“, schreibt Müller. Eine klare Ansage – und eine durchaus brisante. Denn Hamann ist in den vergangenen Jahren immer wieder mit scharfer Kritik am FC Bayern aufgefallen.

Müller begründet seine Wahl dennoch ausführlich. Zwar teile er nicht jede Meinung des Sky-Experten, entscheidend sei für ihn jedoch etwas anderes. Hamann trage seine Argumente schlüssig vor, vertrete seine Thesen mit Herzblut und bleibe dabei authentisch. Genau das mache für ihn gutes Fußball-Entertainment aus. Experten dürften auch mal steile Thesen raushauen, solange es nicht unter die Gürtellinie gehe.

Dauerzoff zwischen Hamann und Bayern

Didi Hamann
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Dass Müller ausgerechnet Hamann hervorhebt, hat durchaus Sprengkraft. Denn zwischen dem ehemaligen Nationalspieler und den Verantwortlichen des Rekordmeisters knallte es zuletzt mehrfach.

Im Oktober 2024 platzte Sportvorstand Max Eberl nach Hamanns Kritik an der 100-Millionen-Euro-Ablöse für Harry Kane der Kragen. Eberl verglich Hamann öffentlich mit einem „Tinnitus“, der alle paar Tage wieder auftauche. Auch Sportdirektor Christoph Freund widersprach Hamanns Aussagen über Jamal Musiala deutlich und bezeichnete diese als „absurd“.

Besonders heftig geriet die Auseinandersetzung mit Ex-Trainer Thomas Tuchel. Hamann hatte ihn Anfang 2024 als „größtes Missverständnis seit Jürgen Klinsmann“ bezeichnet. Später musste er sich für inhaltlich falsche Aussagen sogar öffentlich entschuldigen – was Tuchel jedoch nicht wirklich gelten ließ. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß mischte sich ein und machte seinem Ärger Luft.

Selbst frühere Verantwortliche wie Hasan Salihamidzic lieferten sich mit Hamann öffentliche Wortgefechte. Die Fronten zwischen dem TV-Experten und dem FC Bayern waren zuletzt also alles andere als entspannt.

Müller bald selbst am Mikrofon

Umso bemerkenswerter ist es, dass Müller sich demonstrativ hinter Hamann stellt. Beide verbindet ihre Vergangenheit beim FC Bayern und ihre bayerischen Wurzeln. Doch Müllers Lob wirkt wie ein bewusst gesetztes Signal: Kontroverse Meinungen gehören für ihn zum Geschäft.

Ironie des Schicksals: Im Sommer wird Müller bei der WM selbst erstmals als TV-Experte für Magenta TV im Einsatz sein. Ob er dann ähnlich pointiert analysiert wie sein Favorit? Die Voraussetzungen für ein unterhaltsames Sprüche-Feuerwerk sind jedenfalls gegeben.

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