FC Bayern
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Seine Fußballabteilung machte den FCB, der immerhin schon seit dem Jahr 1900 besteht, weltberühmt. Heute handelt es sich um den Sportverein mit den weltweit meisten Mitgliedern: Um die 300.000 Menschen haben sich für die enge Bindung an den FCB entschieden. Seit Mitte der 60er-Jahre gehört die Herrenmannschaft ununterbrochen der 1. Bundesliga an, räumte 30 Meistertitel ab und gilt infolgedessen als Rekordmeister unseres Landes. 20 Pokalsiege und acht Europapokalsiege gesellen sich hinzu, eine ungeheure Zahl, die daran zweifeln lässt, ob die Erfolge dieser Mannschaft überhaupt noch zu toppen sind. Ein Blick zurück in die Geschichte, auf die Gegenwart bis in die Zukunft.

Die Gründung des legendären Vereins erfolgte exakt am 27. Februar 1900, zum Beginn eines neuen Jahrtausends, die zugleich den Anfang der neuen Fußball-Ära markierte. Im damaligen MTV München hatte es einen Streit gegeben, elf Mitglieder traten daraufhin aus und gründeten in heimeliger Runde im „Weinhaus Gisela den nagelneuen Sportclub. Die Vereinsfarben sollten Blau und Weiß sein, wie die Flagge des Freistaats Bayern. Als der noch junge Verein sich jedoch 1906 zum Münchner Sportclub MSC gesellte, war es schnell wieder vorbei mit der blau-weißen Herrlichkeit; nun wurde zur rot-weißen Kombination gewechselt: Die „Roten“ kamen ins Rennen und blieben es bis heute.

Die ersten Jahre bis zum Karriere-Hype

1919 trennte sich der FC Bayern schon wieder vom MSC und suchte nun die Nähe des Turnvereins Jahn München. Daraus entstand der TuSpV Jahn München. Die traute Zweisamkeit hielt allerdings nur bis 1924 an, dann switchten die sportlichen Bayern zum Vereinsnamen FC Bayern München, ein eigenständiger Club, der in den folgenden Jahrzehnten auf spektakuläre Weise Geschichte schreiben sollte. Der 28. Juli 1962 war ein weiterer denkwürdiger Tag der deutschen Fußballgeschichte, denn an diesem Termin wurde die Bundesliga geboren. 1963 erhielt erst einmal der Rivale 1860 Zugang zum elitären Kreis der Bundesligisten, der FC Bayern musste draußen bleiben. Eine heute undenkbare Entscheidung, die zwei Jahre später revidiert wurde. Damit begann eine steile Fußballkarriere, wie sie in Deutschland bislang einzigartig ist.

Die unvergleichliche Erfolgsstory des FC Bayern

Seit den 70er-Jahren sammelt der FC Bayern pro Jahrzehnt mindestens vier Meistertitel, normalerweise aber mehr. 2013 gilt als das Rekordjahr überhaupt, damals gelang den Bayern ein faszinierender Triple: Sie eroberten den DFB-Pokal, gewannen die Meisterschaft und dominierten die Champions League. Die Fans kamen aus dem Jubeln kaum noch heraus! 2020 wiederholten die starken Jungs diesen unglaublichen Erfolg tatsächlich noch einmal, ein Phänomen, das so manchen Bayernfreund aus den Socken haute. Schon die 20. Meisterschaft nach Start der Bundesliga brachte dem FC Bayern München die vier Meistersterne auf dem Trikot ein, eine Auszeichnung, die die noch-heute-Spieler mit Stolz tragen.

Gerd Müller
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Als erstem Verein überhaupt gelang den Bayern die Verteidigung eines Doubles, schließlich setzten sich die Roten zu Saisonende 2019/20 auf den ersten Platz der ewigen Liste der Tabellenführer. Gleichzeitig gelang die Erstplatzierung in der ewigen Tabelle der Bundesliga mit unglaublichen 3769 Punkten. „Erster! Erster! Erster!“ scheint die Biografie dieses Clubs zu rufen – und es kommt noch mehr zusammen. Denn ebenfalls 2019/20 erreichten die Bayern den Punkt, mehr deutsche Meisterschaften für sich entschieden zu haben als alle Rivalen zusammen. Beim Pokalsieg 2020 kamen insgesamt 50 nationale Titel zusammen, bestehend aus 20 Pokalsiegen und 30 Deutschen Meisterschaften. So könnte es endlos weitergehen, unter anderem mit den internationalen Erfolgen bei der UEFA, im Super Cup und beim Weltpokal. Allerdings kennt auch diese Mannschaft im gewissen Maße Niederlagen, denen wir uns im Folgenden widmen möchten.

Misserfolge einer Rekordmannschaft: Auch das gibt’s!

Selbst beim FC Bayern München sind nur Menschen am Werk, keine übersinnlichen Wesen, die niemals zurückstecken müssen. Der letzte Misserfolg liegt gar nicht weit hinter uns: In der Champions League konnte der FCB in der Saison 2020/21 für seine sonst sehr gehobenen Verhältnisse nur durchschnittliche Ergebnisse erzielen. Einige Buchmacher hielten einen Sieg der Bayern bei der Champions League für absolut möglich, sie legten entsprechende Fußballwetten fest. Ausgeschieden ist die Mannschaft allerdings bereits im Achtelfinale. Positiv gedacht bleibt den Spielern nun mehr Zeit, sich intensiv auf die neue Saison vorzubereiten, um nach der langen Zwangspause stärker denn je zurückzukommen.

Wer etwas tiefer in der Geschichte kramt, wird auch im Jahr 2012 fündig, als die Roten im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund sang- und klanglos versagten. Das Ende vom Lied: ein deutliches 2:5 (1:3) und das Double aus Pokal und Meisterschaft für die Borussen. Hinzu kam, dass Dortmund beide Ligaspiele derselben Saison mit 1:0 für sich entschied. Die Bayern schienen in jenem Schicksalsjahr auf dem absteigenden Ast, und das untermauerten sie mit dem Endspiel der Champions League in München. Hier versagten sie nach 120 spannungsgeladenen Minuten im Elfmeterschießen gegen Chelsea London. Und das ausgerechnet im eigenen Münchner Stadion vor einer entsetzen Fangemeinde!

Dieses Debakel hatte einen Vorläufer, nämlich das Champions-League-Finale im Jahr 1999 gegen Manchester United. Wieder ein englisches Team und wieder eine harte Niederlage, dabei sah es bis zur 90. Minute noch so gut aus! Die Bayern führten bis dahin mit einem 1:0, dem fleißigen Torschützen Mario Basler zum Dank. Dieser wurde dann ausgewechselt, nahm auf der Bank platzt und setzte sich eine Kappe mit der Aufschrift: „Champions League-Sieger 1999 – FC Bayern München“ aufs Haupt. Darauf folgte der 1:1-Ausgleich durch Teddy Sheringham und in der 93. Minute der Sieg der gegnerischen Mannschaft nach einem Eckball durch Ole-Gunnar-Solskjaer. Nur drei Minuten hatte es gedauert, dann waren alle Träume zunichte.

Champions League und Bundesliga: aktueller Stand der Dinge

Auch 2021 erwies sich die CL für den FC Bayern München als Minenfeld. Mitte April nahmen die Titelverteidiger im Viertelfinale ihren Abschied aus dem heißen Reigen der europäischen Clubs. Zwar besiegten sie Paris SG mit einem 1:0, doch das reichte nicht für die Beförderung ins Halbfinale. Denn zuvor hatten sich die Roten im Hinspiel gegen die Franzosen eine 2:3-Niederlage geleistet, die sich mit diesem dünnen Vorsprung nicht mehr ausbügeln ließ. Da nützte es auch nichts, dass Manuel Neuer sich wieder einmal als herausragender Keeper präsentierte, der sogar einem Talent wie Neymar die Stirn bieten konnte.

Trotz des Fehltritts in der CL blickt Bayern auf ein fantastisches Jahr mit vielen Erfolgen zurück; die Tabelle der 1. Bundesliga spiegelt genau das wieder. Dort führen die Rekordmeister derzeit (29. April 2021) mit 71 Punkten, auf dem zweiten Rang folgt der RB Leipzig, der 64 Punkte gesammelt hat. Wolfsburg, Frankfurt, Dortmund und Leverkusen reihen sich dahinter allesamt punktemäßig in den 50ern. Wer hier ganz real den Sieg davonträgt, entscheidet sich am 15. Mai, dann ist Stichtag der deutschen Bundesliga.

Jamal Musiala als Top-Talent des Jahres 2021

Jamal Musiala
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Auf dem Transfermarkt gab sich der Verein zuletzt zurückhaltend, er setzt im Moment eher darauf, eigene Talente aufzubauen. Vielleicht liegt es daran, dass der neue Bayern-Campus 70 Millionen Euro verschlungen hat, ein Betrag, der auch einem Fußballclub von Weltruhm etwas zu schaffen macht. Doch: Lange hat sich kein Jugendspieler des FCB mehr durchgesetzt, zuletzt geschah dies vor etwa 10 Jahren in der Generation von Thomas Müller und David Alaba.

Die U23 feiert passend zu den bayerischen Nachwuchs-Ambitionen Erfolge, stets mit dabei ist das Top-Talent Jamal Musiala, gerade mal 18 Jahre alt, aber schon seit 2020 als Profispieler aktiv. Direkt in den ersten Monaten beim FCB stellte er verschiedene Bestmarken auf: Er war der jüngste Debütant der Bundesliga und zugleich jüngster Torschütze. Außerdem durfte er sich jüngster Champions-League-Torschütze von Bayern München nennen. Direkt nach seinem 18. Geburtstag schritt Musiala zur feierlichen Vertragsunterzeichnung, die Laufzeit reicht bis zum 30. Juni 2026.

Auch die Jungspieler anderer Vereine müssen dran glauben: In der letzten Sommerpause holten sich die Münchner den 18-jährigen Tanguy Nianzou Kouassi von Paris Saint-Germain in den Kader. Die Franzosen reagierten wenig amüsiert, schließlich hatten sie den jungen Mann fest als Innenverteidiger eingeplant. Auf dieser Position gilt er als einer der besten Nachwuchsfußballer der Welt, ähnlich wie Mats Hummels in seinen herausragendsten Tagen.

Neuer Trainer, neues Glück?

Julian Nagelsmann
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Jetzt wird es auch noch einen neuen Trainer für den FC Bayern München geben: Julian Nagelsmann hat seine Kündigung beim RB Leipzig eingereicht, um zum 1. Juli 2021 die Nachfolge von Hansi Flick anzutreten. Offiziell läuft sein Vertrag noch bis 2023, doch 25 Millionen Euro Ablöse ebnen den Weg zur vorzeitigen Ablöse. Der erst 33 Jahre junge Nagelsmann erhält bei den Bayern einen 5-Jahres-Vertrag und darf in dieser Zeit sein Talent entfalten. Wohin das führt, werden wir spätestens in der nächsten Saison sehen: zu großen Siegen, wie so oft? Oder wird es ein Schuss in den berüchtigten Ofen?