Robert Lewandowski
Foto: Lukas Barth-Tuttas – Pool/Getty Images

Tor, Tor, Tor! Treffer, die Rekorde brechen, fallen zwar nicht in jedem Spitzenspiel, aber es gibt ein paar Torschützen, die jederzeit für ein paar unvergessliche Momente im Fußball gut sind. Dabei liegt die Bundesliga mit rund 3,2 Toren pro Spiel an der Spitze der fünf europäischen Top-Ligen. Die beiden erfolgreichsten Torjäger in der Champions-League sind allerdings nicht in den deutschen Spitzenclubs zu finden.

An erster Stelle auf der ewigen Champions-League-Torschützenliste steht der Portugiese Cristiano Ronaldo. Der legendäre Stürmer, der nach neun Jahren bei Real Madrid seit 2018 bei Juventus Turin unter Vertrag steht, hat es seit der Saison 2003/2004 auf 134 Tore in dem internationalen Wettbewerb gebracht. Lionel Messi, der außer der argentinischen auch die spanische Nationalität besitzt und seit 2005 in der hängenden Spitze für den FC Barcelona stürmt, hat bis dato auf 118 Treffer in der Champions League verzeichnet.

Abgeschlagen an dritter Stelle auf der ewigen Liste ist der Bayern-Star und Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, Robert Lewandowski, der bis Dezember 2020 insgesamt 71 Tore in der Champions League verbuchen konnte. Dabei gingen allein in den ersten sechs Spielen der Saison 2020/2021 sagenhafte elf Treffer auf sein Konto.

Erst an elfter Stelle folgt der zweite Bayern-Star, Thomas Müller, der es in seiner Champions League-Karriere bisher auf 47 Tore gebracht hat.

Manche Rekorde im Fußball halten nur Minuten, andere scheinen für die Ewigkeit gemacht zu sein, auch wenn die Namen der Kicker zum Teil aus dem Gedächtnis der meisten Fans verschwunden sind.

Als der vergessene Mann in der Fußballgeschichte und zugleich der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten gilt der gebürtige Wiener Josef Bican. In 530 Spielen brachte er es auf unfassbare 805 offiziell festgehaltene Tore, wobei es Dokumente gibt, nach denen seine Trefferzahl die 1000 Tore überschritten haben könnte. Der 1913 geborene Bican, der außer für seine Schusssicherheit auch für sein Tempo bekannt war und Legenden zufolge die 100 Meter in 10,8 Sekunden laufen konnte, startete seine Karriere im Alter von 18 Jahren bei Rapid Wien. 1937 wechselte der beidfüßige Bican zu Slavia Prag und nahm die tschechische Staatsbürgerschaft an. Obwohl er elf Jahre lang in Prag blieb, spielte er aufgrund des Zweiten Weltkriegs „nur“ 217 Spiele mit 395 Toren.

An zweiter Stelle der erfolgreichsten Torjäger aller Zeiten liegt der Brasilianer Romario. Der 1966 geborene Kicker, der 2010 nach diversen Pausen seine aktive Karriere beendete, war unter anderem Weltmeister, Fußballer des Jahres, brasilianischer Champion, Copa America Champion und zehnfacher Torschütze des Jahres in diversen Ligen. 772 Tore sind im Laufe seiner langen Karriere zusammengekommen.

Nur fünf Tore weniger hat sein legendärer Landsmann Pelé geschossen. Der 1940 geborene Stürmer wurde bereits in seiner ersten Profisaison beim FC Santos im Alter von 16 Jahren Torschützenkönig. Im Laufe seiner illustren Karriere holte der wie Bican in Armut aufgewachsene Pelé gleich drei Weltmeistertitel und wurde zum Fußballer und Weltsportler des Jahrhunderts gekürt.

An vierter Stelle mit 750 Toren insgesamt im Dezember 2020 liegt Cristiano Ronaldo.

Cristiano Ronaldo
Foto: Thananuwat Srirasant/Getty Images

Deutschland-Legende Gerd Müller liegt mit einer Gesamtbilanz von 735 Toren auf Platz sieben und Uwe Seeler, der seinem HSV stets die Treue gehalten hat, kommt mit 575 Toren auf Platz 9. Fritz Walter, der außer durch das Wunder von Bern 1954 durch den ihm zugeschriebenen Ausspruch „Elf Freunde müsst ihr sein“ unsterblich geworden ist, hat sich mit 539 Toren den derzeit 19. Platz gesichert.

Auch in der ewigen Bestenliste der Bundesliga ist Gerd Müller die Nummer eins. Allein 51-mal hat er auf deutschen Spielfeldern Elfmeter ins Tor versenkt und insgesamt 365 Bundesliga-Tore geschossen. Siebenmal war er Torschütze des Jahres in der 1. Bundesliga.

Weit abgeschlagen liegt Klaus Fischer an zweiter Stelle mit 268 Toren, darunter zehn Elfmetern. Robert Lewandowski hat es mit 248 Toren, darunter 29 Elfmetern, auf den dritten Rang gebracht. Als nächstplatzierter aktiver Fußballer kommt Thomas Müller mit 13 Elfmetern und insgesamt 124 Bundesliga-Toren auf den 30. Platz.

Dass so viele Rekorde trotz deutlich verbesserter Trainingsmethoden, bei denen unter anderem jede Bewegung mit Kameras festgehalten und analysiert werden, bestehen bleiben, hat auch etwas mit den Veränderungen im Fußball insgesamt zu tun. Das fängt bereits mit der Ernährung an. Leberkäse und Kartoffelsalat, wie Gerd Müller ihn häufig nach dem Training verzehrt haben soll, steht bei den Ernährungsexperten der Nationalmannschaft nicht auf dem Speiseplan. Stattdessen wird auf die richtige Zusammensetzung von Kohlehydraten, Proteinen und mehr geachtet, um optimale Leistungsfähigkeit und Ausdauer zu unterstützen. Dass der Torwart anders essen sollte als der Sturm, steht bei Experten inzwischen außer Frage.

Physisch in Hochform gebrachte Spieler sind nicht schneller, sie halten das Tempo auch länger durch. Gemütliches Dahinschlendern, wie es in den 60er und 70er-Jahren durchaus mal auf dem Platz vorkam, kann sich kein Spitzenspieler mehr leisten.

Dafür hielt die aktive Karriere häufig länger. Heute sind in den meisten Bundesliga-Kadern die ältesten Spieler zwischen 31 und 35 Jahre alt.

Klaus Fichtel hingegen stand 1988 im Alter von 43 Jahren noch auf dem Platz. HSV-Torhüter Uli Stein nahm mit 42 Jahren Abschied von der Bundesliga, genau wie Nationalkeeper Toni Schumacher. Claudio Pizarro war 41, als er zum letzten Mal in der Bundesliga auflief. Rekorde aller Art werden im Fußball aufgestellt, auch wenn die berühmtesten sich durch den gleichen Ruf auszeichnen: Tor, Tor, Tor!