Chris Richards
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In dieser Saison läuft es für den FC Bayern momentan äußerst gut. Vier Punkte Vorsprung hat der Rekordmeister in der Bundesliga auf Topverfolger RB Leipzig. Zusätzlich haben sie mit großem Abstand die meisten Tore erzielt, was hauptsächlich auf die unglaubliche Form von Robert Lewandowski zurückzuführen ist. Einzig die ungewöhnlich vielen Gegentore sind derzeit das Manko des FCB, der sich aber defensiv zuweilen wieder gefangen hat.

Im DFB-Pokal musste man sich im Elfmeterschießen dem Zweitligisten Holstein Kiel geschlagen geben und schied somit aus. Vor dem Hintergrund des Triple-Gewinns der vergangenen Saison, dürfte das allerdings verkraftbar sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass auch in der Champions League die Zeichen gutstehen. Im Achtelfinale konnten die Bayern mit zwei Siegen souverän gegen Lazio Rom das Weiterkommen erreichen. Als nächster Gegner wartet wie im Finale 2020 der Hauptstadtklub aus Frankreich, Paris Saint-Germain.

Bei den Buchmachern gilt der Titelverteidiger als klarer Favorit, nicht nur was die kommende Partie gegen PSG angeht. Auch die Chancen auf den Gesamtsieg sehen vielversprechend aus. Einzig Manchester City wird in ihrer aktuell herausragenden Verfassung noch stärker eingeschätzt. Wer in Bayern München also seinen Favoriten sieht, kann von Sportwetten Boni profitieren und auf einen wiederholten Gewinn der Münchner setzte. Das Projekt Titelverteidigung gelang bis jetzt nur Real Madrid. Die Königlichen holten den Henkelpott zwischen 15/16 und 17/18 dreimal in Folge.

Bayern München befindet sich in einer überzeugenden Verfassung und gewann wettbewerbsübergreifend ihre letzten sechs Spiele. Dabei glänzt vor allem der Ausnahmestürmer Lewandowski, der bereits 35 Treffer auf seinem Konto hat und den jahrzehntealten Rekord von Gerd Müller (40 Tore in einer Bundesligasaison) jagt. Auch Thomas Müller ist mit 14 Assists und als Mittelfeldmotor maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt.

Doch was machen die Spieler, die den FCB in dieser Saison verlassen haben? Während einige junge Kicker den Verein auf Leihbasis verließen, war Thiago der einzige Spieler, welcher verkauft wurde. Der Spanier wechselte im September für 22 Millionen Euro an die Anfield Road nach Liverpool. Wie es bei den ehemaligen Münchnern beziehungsweise den temporären Nicht-Bayern aussieht, schauen wir uns an.

Thiago

Der kreative Mittelfeldakteur begeisterte über Jahre die Zuschauer der Bundesliga. Er war ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs, auf nationaler und internationaler Ebene. Grund für seinen Wechsel war einerseits die Herausforderung in der Premier League, andererseits ist der FCB auf seiner Position überaus stark besetzt. Goretzka und Kimmich beispielsweise haben enormes Potenzial und sind beide vier Jahre jünger als der 29-jährige Spanier.

Thiago
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An seiner neuen Wirkungsstätte in Liverpool und unter Trainer Jürgen Klopp, konnte Thiago bis jetzt nicht richtig Fuß fassen. Anfangs durch eine Corona-Erkrankung und eine Knieverletzung geplagt, kam er erst Anfang diesen Jahres regelmäßig in die Startelf zurück. 11-mal stand er von Beginn an auf dem Feld, die ernüchternde Bilanz daraus sind nur vier Siege, ohne eine Torbeteiligung seinerseits.

Insgesamt bekommt man das Gefühl, er passe mit seinem Spielstil nicht recht in das System der Reds. Diese befinden sich generell in einer Krise und würden sich mit dem jetzigen Tabellenplatz nicht für die Europa League qualifizieren. Ob der Spanier mit Liverpool wieder zu alter Stärke findet, bleibt also abzuwarten.

Chris Richards

Der Jungspund aus den USA kam vom FC Dallas in die U19 des FCB. Das vielversprechende Talent kann in der Defensive quasi überall eingesetzt werden, fühlt sich aber auf der Außenverteidigerposition am wohlsten. Nach guten aber wenigen Kurzeinsätzen bei den Münchnern sammelt er jetzt auf Leihbasis bei der TSG Hoffenheim wichtige Spielpraxis. Die positive Entwicklung bei den Kraichgauern wird auch von Hansi Flick wahrgenommen und geschätzt.

Doch wie genau es mit ihm weitergeht steht noch nicht fest. Grundsätzlich hat Hoffenheim keine Kaufoption für den 20-Jährigen und so wird Richards im Sommer vorerst an die Säbener Straße zurückkehren. Aber auch ein weiteres Leihgeschäft oder ein Verkauf sind nicht auszuschließen. Das liegt zum einen an der Konkurrenz und dem Verbleib von David Alaba. Zum anderen müssen sich die Bayern über seine Führungsqualitäten und Konstanz im so jungen Alter beraten.

Einen ähnlichen Sprung über eine Leihe bei der TSG machten schon Richards Teamkollegen Alaba und Gnabry. Beide waren über diesen Umweg zurück nach München gekommen und etablierten sich als absolute Leistungsträger. Möglicherweise schafft auch Richards diesen Schritt.

Joshua Zirkzee

In den vergangenen Monaten durfte der Niederländer immer wieder Bundesligaluft schnuppern und wusste teilweise von sich zu überzeugen. Doch unterm Strich fehlte es den Bayern-Bossen wohl an Einsatz und Engagement. Es folgte die Leihgabe an Parma Calcio, die sich momentan auf dem vorletzten Platz der italienischen Serie A befinden. Im Gegensatz zur TSG Hoffenheim und Richards, hat Parma eine Kaufoption nach Leihende für den 19-Jährigen. In den vier Spielen die Zirkzee bisher bestritt, konnte er weder ein Tor noch eine Vorlage beisteuern. Mehr Einsatzminuten sind auch aufgrund eines Hexenschusses nicht zustande gekommen.

Doch, ob Parma im Sommer die Ablöse von 15 Millionen zahlen kann und auch möchte, ist nicht klar. Sportlich und finanziell läuft es bei dem italienischen Club alles andere als gut. Demnach deuten alle Zeichen auf eine Rückkehr des Niederländers im Sommer hin. Wie es dann für ihn weitergeht, bleibt offen. Flick räumt Lewandowski und Choupo-Moting die deutlich besseren Chancen ein. Doch bedingt durch das junge Alter des Stürmers könnte es durchaus sein, dass er weiterhin an sich arbeitet und bei den Bayern in eine wichtigere Rolle schlüpft. Sollte das nicht im Interesse des FCB sein, sind die Optionen ein Verkauf oder eine weitere Leihe. Sein Vertrag bei den Münchnern läuft bis 2023.

Mickaël Cuisance

2019 kam der Franzose für rund 5 Millionen Euro aus Gladbach an die Säbener Straße. Im Oktober des letzten Jahres verliehen die Bayern den 21-Jährigen an den Traditionsclub Olympique Marseille. Dort begann für Cuisance alles sehr solide. Als Joker steuerte er unter anderem wichtige Tore in der Liga bei. Auch hier steht eine Kaufoption im Raum, die mit 15 Millionen Euro dotiert ist.

Ob diese Klausel gezogen wird ist noch nicht sicher, der neue Trainer Jorge Sampaoli könne es sich laut Angaben allerdings durchaus vorstellen. Unter eben jenem Coach ist auch der Leistungssprung von Cuisance zustande gekommen. Hatte er unter dem vorherigen Interimstrainer Nasser Larguet noch ein schwieriges Standing, gelangen ihm seine zwei Treffer erst unter Sampaoli im März diesen Jahres. Auch Mickaël Cuisance kann sich seinen Verbleib sehr gut vorstellen. „Mein Wunsch ist es, bei OM zu bleiben“, äußerte sich der Franzose kürzlich.

Bayern München wird seinen potenziellen Abgang sicherlich verkraften und auch eine Summe zwischen 15 und 18 Millionen Euro würde in die Kasse der Münchner fließen.

Fazit

Insgesamt könnte es bei drei der vier Spieler mit Sicherheit besser laufen. Einzig Richards weiß momentan zu überzeugen und kehrt im Sommer erstmal zu den Bayern zurück. Thiago hat genau wie sein neuer Verein enorme Probleme, die es an der Anfield Road zu bewältigen gilt. Zirkzee und Cuisance müssen weiterhin ihre Leistung zeigen, wobei eine feste Rückkehr der beiden über längere Zeit nicht wahrscheinlich ist.