„Manchmal selbst überrascht“: Karl reflektiert seinen steilen Bayern-Aufstieg

Sebastian Mittag

Lennart Karl ist seit Sonntag volljährig – sportlich gehört das Offensivtalent beim FC Bayern aber längst zu den spannendsten Gesichtern der Saison. Im Interview mit dem kicker blickt der 18-Jährige auf seinen rasanten Aufstieg zurück.

Während viele Gleichaltrige noch in der Jugend spielen, sammelt Karl bereits Minuten in Bundesliga und Champions League. Der Durchbruch kam schneller als selbst gedacht. „Ja, natürlich, das war schon besonders. Ich war manchmal selbst überrascht, wie alles gelaufen ist. Aber ich dachte immer schon, dass ich es schaffen kann. Dann habe ich es durchgezogen und hart gearbeitet.“

Vor allem in der Sommervorbereitung setzte der Offensivspieler erste Ausrufezeichen. Treffer gegen Tottenham und in Zürich stärkten sein Selbstvertrauen nachhaltig. „Testspiele sind zwar etwas anderes als Bundesliga oder Champions League, aber das war schon speziell. Nach den Toren hat sich bei mir der Gedanke verfestigt: „Okay, ich könnte es schaffen!“ Also habe ich weiter hart gearbeitet, und die harte Arbeit hat sich ausgezahlt.“

Volljährig – aber Fokus auf Dortmund

Privat markierte der 18. Geburtstag einen Meilenstein: „Das ist schon etwas Besonderes. Ich habe jetzt meinen Führerschein gemacht, dadurch fühlt man sich einfach ein bisschen freier, auch wenn mir meine Eltern immer noch sagen, was ich machen soll und was nicht. Insgesamt wird man unabhängiger.“ Groß gefeiert wird dennoch nicht: „Es geht ja jetzt direkt gegen Dortmund, da kann ich nicht groß feiern … Die Familie kommt vorbei, ein paar Freunde.“

Dass er täglich mit erfahrenen Nationalspielern trainiert, empfindet Karl nicht als Belastung. „Ich habe mich da trotzdem lange drauf gefreut. Dass ich allein Autofahren kann … Der Führerschein war mir sehr wichtig. Aber ja, es fühlt sich vielleicht etwas anders an, weil – Sie haben es gesagt – die meisten Jungs im Training schon so lange erwachsen sind.“

Karl zwischen Druck und Euphorie

Der Weg an die Spitze sei kein Selbstläufer: „Ohne Glück geht es nicht. Und die gewisse Portion Ehrgeiz, sich durchbeißen zu wollen“, sagte Karl. Gerade beim FC Bayern sei der Konkurrenzkampf besonders hart: „Bei Bayern ist es natürlich noch mal schwieriger. Aber wenn man hart arbeitet und ein bisschen Glück hat …“

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Den Druck versucht er auszublenden: „Ab und zu ist es schon schwierig, das muss ich sagen. Von außen prasselt viel auf einen ein, von den Medien, über die sozialen Netzwerke. Das muss man einfach ausblenden, aber das geht nicht immer. Auf dem Platz zählt ja nicht, wie alt ich bin, sondern dass ich meine Leistung zeige. Deswegen einfach immer alles geben und sich auf das konzentrieren, was auf dem Platz passiert.“

Sein Fazit nach rund acht Monaten im Profiteam fällt dennoch positiv aus: „Sehr zufrieden, aber es geht natürlich immer mehr. Hoffentlich kann ich noch mehr Tore schießen, noch mehr Assists liefern, noch bessere Leistungen bringen.“

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