Das 2:2 von Borussia Dortmund bei RB Leipzig hat im Titelrennen mit dem FC Bayern für einen kleinen Dämpfer gesorgt. In der Dortmunder Chefetage bleibt man dennoch gelassen – und verweist auf die Stärke des Rekordmeisters.
Der späte Ausgleich durch Fabio Silva tief in der Nachspielzeit fühlte sich für den BVB wie ein kleiner Sieg an. Im direkten Vergleich mit dem FC Bayern büßten die Schwarz-Gelben dennoch zwei Punkte ein. Während in der Öffentlichkeit bereits wieder über mögliche Auswirkungen auf das Titelrennen diskutiert wird, mahnt man in Dortmund zur Ruhe.
Carsten Cramer, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, sieht sein Team trotz des Remis auf einem guten Weg – und schiebt die Favoritenrolle klar nach München. „Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir nach 23 Spielen 52 Punkte haben – Respekt. Ich kann auch nichts dafür, dass die Bayern so gut Fußball spielen, sie machen es nun einmal überragend gut. Das muss man einfach mal anerkennen“, sagte er der BILD.
Kritik am bisherigen Saisonverlauf kann Cramer daher nicht nachvollziehen: „Vielleicht arbeitet ihr euch auch mal an den anderen ab, denn wir haben mit unseren 52 Punkten eine gute Basis gelegt.“
Schlotterbeck als Symbolfigur
Innerhalb der Mannschaft wurden zuletzt durchaus selbstbewusste Töne angeschlagen, einige Profis gaben offen die Meisterschaft als Ziel aus. Cramer selbst wollte sich dieser Ansage nicht direkt anschließen, begrüßt aber die Ambitionen im Kader ausdrücklich – besonders bei Nico Schlotterbeck.
„Ich finde Nico und seinen Ehrgeiz richtig gut. Das sind die Spieler, die wir für den BVB spielen lassen wollen“, so Cramer. Nach dem Leipzig-Spiel habe man im Klub zwar von einem verdienten Punkt gesprochen, die Spieler selbst seien jedoch unzufrieden gewesen. „Aus unserer Sicht spricht man gestern von einem verdienten Punkt und wir sind happy. Die Spieler waren aber eher unzufrieden, für die war das Glas halbleer. Die sind natürlich ambitioniert.“

Gerade deshalb soll Schlotterbeck langfristig gehalten werden – trotz des Interesses vieler Topklubs, darunter wohl auch lange der FC Bayern. In den laufenden Vertragsgesprächen zeigt sich Cramer optimistisch, auch wenn diese nicht unkompliziert verlaufen: „Wir haben ihm attraktive Zahlen präsentiert. Aber ich will das auch nicht öffentlich ausführen, denn das gehört sich nicht. Es steht dem Spieler zu, für sich die bestmögliche wirtschaftliche Lösung zu finden.“
Trotz aller Spekulationen bleibt der BVB-Boss gelassen: „Ich bleibe zuversichtlich. Und Nico gibt mir auch nicht das Gefühl, dass diese Zuversicht unbegründet ist.“
Im Titelrennen mit dem FC Bayern setzt Dortmund damit weiter auf Geduld – und auf die eigene Ambition.
