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Kommentar: Werners gefährliches Spiel mit dem Feuer

Timo Werner
Foto: imago images

Auch die sportlichen Schlagzeilen werden derzeit nach wie vor von der Corona-Krise bestimmt. Die Frage, die sich Fußball-Deutschland stellt: wann wird die Bundesliga fortgesetzt und vor allem unter welchen Umständen kann und wird dies ablaufen? Von Transfer-News und Wasserstandsmeldungen hört man derzeit wenig, schließlich lässt sich momentan kaum überblicken, inwiefern der Transfermarkt in der Post-Corona-Ära ein anderer sein wird. Umso ungewöhnlicher ist es, dass sich RB-Star Timo Werner gegenüber der Bild-Zeitung genau jetzt zu Wort gemeldet und sich dabei gegen den FC Bayern ausgesprochen hat.



Bevor die Welt von einem hartnäckigen Virus in Beschlag genommen wurde, schienen sich in der Fußball-Welt so manche Szenarien schon abgezeichnet zu haben: Leroy Sané stand beispielsweise kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern. Zuvor wurde die allgemeine Situation um den Angreifer von Manchester City durch dessen Verletzung verkompliziert, denn in München ist man nach der Causa Lucas Hernández vorsichtig, wenn es um hohe Ablösesummen und Verletzungen geht.

Seitdem Hansi Flick jetzt offiziell und längerfristig das Sagen hat, tauchte der Name von Timo Werner immer häufiger in den Zeitungen und News auf. Der Grund: der einstige Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft soll ein Werner-Fan sein. Während sich Sportdirektor Salihamidzic und Ex-Trainer Kovac gegen einen Werner-Transfer aussprachen (Spielstil passe nicht zum FC Bayern etc.), galt Flick schon damals als Werner-Befürworter. Und so erhielten die Gerüchte um Werner beim FCB neue Nahrung. Anscheinend hat sich der deutsche Rekordmeister durch sein zögerliches Vorgehen im Werner-Lager nicht nur Freunde gemacht, denn der deutsche Nationalspieler stellte in einem Interview nun klar, dass der FCB nicht (mehr?) oberste Priorität sei, wenn es um einen möglichen Wechsel des 24-Jährigen gehe.

Kontra FCB: Werner spielt mit dem Feuer

„Bayern ist ein toller Verein, da brauchen wir nicht drüber zu reden“, so der Stürmer mit dem Vertrag bis 2023 und der etwa 60 Millionen Euro schweren Ausstiegsklausel, der anschließend eingeschränkt hatte: „Aber falls ein Wechsel irgendwann einmal ein Thema werden sollte, würde mich eher der Schritt ins Ausland reizen als ein Wechsel zu Bayern.“ Werner argumentiert dabei mit den Argumenten der Herausforderung, pocht aber auch auf die „gegenseitige Wertschätzung“, die für einen Wechsel ausschlaggebend sei.

Eine klare Positionierung des RB-Stars, welche deutlich nach hinten losgehen könnte. Niemand scheint derzeit abschätzen zu können, wie groß der Schaden sein wird, den der Profi-Fußball aufgrund der Covid-19-Ausnahmesituation erleidet. 60 Millionen Euro waren vor Corona im Fußball nicht viel Geld. Nach Corona könnte es eine zu hohe Summe sein, die es dem FC Liverpool, augenscheinlich Werners Traumziel, nicht wert sein könnte. Und so könnte Werner auf seiner Aussage und den gepackten Koffern in Leipzig sitzen bleiben. Wenn europäische Top-Vereine den Betrag X nicht mehr aufbringen können, dann werden sich die Verantwortlichen in München mehr als zwei Mal überlegen, ob sie dem Werner-Deal noch nachgehen, oder nicht. Denn der besagte Stürmer spielt in dieser unsicheren Zeit mit solchen Aussagen mit dem Feuer. Für ihn bleibt zu hoffen, dass sich sein Bekenntnis kontra FCB nicht zum Eigentor entwickeln wird.

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