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„Titel für den Briefkopf“ – Neuer Ultra-Zoff beim FC Bayern

Foto: imago images

Droht ein neuer Ultra-Zoff beim FC Bayern? Hansi Flick und sein Team wurden am gestrigen Sonntag, beim Empfang im Münchner Rathaus, mit neuen Protest-Bannern konfrontiert. Die Ultra-Gruppierung „Munich’s Red Pride“ brachte dabei ihren Unmut über die jüngsten Entwicklungen rund um den FC Bayern und den deutschen Profifußball zum Ausdruck.

David Alaba und Thomas Müller hatten beide nach dem Pokalgewinn am vergangenen Samstag betont, wie traurig es sei, dass die Bayern den Titelerfolg nicht gemeinsam mit ihren Fans feiern können. Vor allem Müller wirkte dabei sehr nachdenklich und betroffen.

Die Verantwortlichen in München (und Leverkusen) hatten im Vorfeld des Spiels alles versucht um eine Fan-Rückkehr zum Pokalfinale zu ermöglichen, leider ohne Erfolg. Dennoch ließ es sich der FCB nicht nehmen 900 Fanclub-Banner im Berliner Olympiastadion zu platzieren, um gegen die leeren Tribünen vorzugehen.

Trotz der vielen Gesten und Aktionen in den vergangenen Wochen, brodelt es nach wie vor in der Münchner Fanszene, vor allem bei den Ultras. Am gestrigen Sonntag kam es zu einem erneuten Vorfall.

„Covid-Meister verlassen von allen guten Geistern“

Die Bayern waren am Sonntag zu einem kleinen Empfang im Münchner Rathaus eingeladen. Dabei wurden Spieler und Verantwortlichen mit neuen „Kritik-Banner“ konfrontiert. Die Ultra-Gruppierung „Munich’s Red Pride“ hatte es geschafft entsprechende Plakate aufzuhängen. Auf diesen war zu lesen: „Covid-Meister verlassen von allen guten Geistern. Fußball den Fans, nicht den Großkopfadn!“ „Menschen(rechte) aufm Opferaltar? Fußball für Menschen statt Millionen €!“

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Gruppierung mit Bannern ihre kritische Haltung gegenüber dem eigenen Verein zum Ausdruck brachte. In der Vergangenheit stand vor allem die fragwürdige FCB-Kooperation mit Katar im Mittelpunkt der Kritik. Gegenüber der „AZ“ äußerte sich die Gruppierung wie folgt zu der jüngsten Aktion: „Mitten auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, als allerorten eine Welle der Solidarität durchs Land schwappte, war einer Gruppe privilegierter Fußballfunktionäre nichts wichtiger, als irgendwie die Bundesligasaison zu Ende zu bringen, um ihr Millionen-Business am Leben zu halten. Wie von allen guten Geistern verlassen und ohne einen Funken Respekt vor der Situation in der sich weite Teile der Gesellschaft befanden und befinden, wurde nun der Covid-Meister und -Pokalsieger gekrönt und dann auch noch im Münchner Rathaus empfangen und gefeiert. Es sind Titel, die maximal für den Briefkopf Relevanz haben“.

Es wird spannend zu sehen ob und wie die Verantwortlichen in München auf die gestrigen Geschehnisse reagieren. Seit den Vorfällen Ende Februar in Hoffenheim, bei dem es zu massiven Anfeindungen der Bayern-Ultras gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp kam, ist das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und den eigenen Ultras angespannt.