Die Torwart-Diskussion beim FC Bayern nimmt weiter Fahrt auf. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den FC Augsburg steht Manuel Neuer zunehmend in der Kritik. Der 40-Jährige machte bei beiden Gegentoren keine glückliche Figur. Nun könnte es bereits beim kommenden Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger zu einem Wechsel zwischen den Pfosten kommen.
Besonders der frühe Gegentreffer gegen Augsburg sorgte für Gesprächsstoff. Nach gerade einmal acht Sekunden brachte Robin Fellhauer die Gastgeber in Führung. Vorausgegangen war ein folgenschwerer Fehler von Neuer, der damit unfreiwillig am schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte beteiligt war.
Auch beim zweiten Augsburger Treffer sah der Bayern-Kapitän nicht besonders gut aus. Nach dem Abpfiff wollte Neuer allerdings nur einen eigenen Fehler einräumen. Die Kritik an seinen Leistungen ist dennoch deutlich lauter geworden.
Fast 90 Prozent der Bayern-Fans wollen Urbig sehen
Wie der kicker berichtet, könnte Neuer beim Champions-League-Auswärtsspiel gegen Viking Stavanger am Dienstag eine Pause erhalten. Stattdessen dürfte Jonas Urbig zwischen die Pfosten rücken.
Interessant dabei: Die Überlegungen zu einem möglichen Torwartwechsel soll es bereits vor Neuers schwachem Auftritt gegen Augsburg gegeben haben. Ein Grund dafür ist offenbar der Kunstrasen, auf dem die Partie in Norwegen ausgetragen wird.
Dennoch erhält die Personalentscheidung durch die jüngsten Ereignisse zusätzliche Brisanz.
Bei einer Umfrage des kicker sprachen sich knapp 90 Prozent der teilnehmenden Fans für einen Wechsel im Bayern-Tor aus. Sie wünschen sich, dass Urbig anstelle von Neuer zum Einsatz kommt.
Das Ergebnis zeigt, wie groß der Wunsch nach einer Veränderung unter den Umfrageteilnehmern inzwischen ist. Repräsentativ für die gesamte Bayern-Anhängerschaft ist die Abstimmung allerdings nicht.
Urbig drängt nach starken DFB-Auftritten auf seine Chance

Für Urbig könnte sich damit die nächste Gelegenheit bieten, seine Qualitäten auf höchstem Niveau unter Beweis zu stellen.
Der 23-Jährige hatte zuletzt bei der deutschen Nationalmannschaft auf sich aufmerksam gemacht. Unter Bundestrainer Jürgen Klopp absolvierte der Bayern-Keeper seine ersten beiden Länderspiele und blieb dabei jeweils ohne Gegentor.
Mit diesen Leistungen sammelte Urbig weitere Argumente für zusätzliche Einsatzzeiten beim Rekordmeister.
Die Münchner betrachten den jungen Torhüter ohnehin als langfristigen Nachfolger von Neuer. Bislang ist der Weltmeister von 2014 allerdings weiterhin die klare Nummer eins unter Vincent Kompany.
Nach dem Augsburg-Spiel stellt sich nun zunehmend die Frage, wie lange diese Hierarchie noch Bestand haben wird.
Kompany steht vor einer heiklen Entscheidung
Für Kompany ist die Situation durchaus sensibel. Einerseits genießt Neuer als langjähriger Leistungsträger und Führungsspieler weiterhin großes Vertrauen. Andererseits soll Urbig schrittweise an die Rolle als künftige Nummer eins herangeführt werden.
Ein Einsatz in Stavanger könnte deshalb gleich mehrere Vorteile bieten. Neuer würde eine Pause erhalten, während Urbig weitere internationale Erfahrung sammeln könnte.
Allerdings wäre ein solcher Wechsel nicht automatisch als dauerhafte Wachablösung zu verstehen. Schließlich sollen die Überlegungen bereits vor dem Augsburg-Spiel bestanden haben.
Dennoch dürfte die Entscheidung des Bayern-Trainers genau beobachtet werden. Sollte Urbig in Norwegen erneut überzeugen, könnte die Diskussion um die Zukunft im Münchner Tor weiter an Fahrt aufnehmen.

