Vor dem Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger sorgt die Torwartfrage für Spannung. Vincent Kompany liefert nun eine klare Antwort.
Beim FC Bayern ist die Torwartfrage vor dem Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger geklärt. Nachdem zuletzt viel darüber spekuliert worden war, ob Manuel Neuer oder Jonas Urbig in Norwegen zwischen den Pfosten stehen wird, hat Vincent Kompany nun für Klarheit gesorgt.
Der Grund für die Entscheidung ist allerdings nicht sportlicher Natur. Neuer kann das Abschlusstraining in Stavanger nicht absolvieren, weil er Probleme am Fuß verspürt.
Auf die Frage nach der Besetzung im Tor erklärte Kompany bei der Pressekonferenz: „Sie werden das heute sehen: Manu trainiert nicht, weil er etwas am Fuß gespürt hat. Darum ist die Frage auch ganz schnell beantwortet.“
Kompany ergänzte mit Blick auf Neuer: „Ob er morgen im Kader stehen kann, weiß ich nicht.“
Damit wird Urbig am Dienstagabend voraussichtlich von Beginn an spielen. Für den 23-Jährigen wäre es die nächste Gelegenheit, sich auf internationaler Bühne zu zeigen.
Die Personalie war ohnehin bereits vor Neuers Problemen ein Thema. Zuletzt hatte sich bereits angedeutet, dass Urbig gegen Stavanger eine Chance bekommen könnte. Der FC Bayern verfolgt mit dem jungen Torhüter seit längerer Zeit den Plan, ihm gezielt Einsatzminuten zu geben und ihn schrittweise auf eine größere Rolle vorzubereiten.
Kompany sagte dazu: „Den Weg mit Jonas haben wir begonnen, als er aus Köln kam. Wir sind im Plan – die Minuten, die wir ihm geben wollten für seine Entwicklung, hat er bekommen. Er hat ein Pokalfinale gespielt, mehrere Champions-League-Spiele. Dass er jetzt Nationalmannschaft spielt, ist eine Folge dieser Entwicklung. Und jede Minute ist gut für seine Entwicklung.“
Urbig bekommt die nächste Chance
Für Urbig kommt der bevorstehende Einsatz zu einem interessanten Zeitpunkt. Während der vergangenen Länderspielpause stand er in beiden Nations-League-Partien der deutschen Nationalmannschaft zwischen den Pfosten und blieb gegen Serbien sowie Griechenland jeweils ohne Gegentor.
Auch beim FC Bayern soll der 23-Jährige in dieser Saison häufiger Spielpraxis erhalten. An der grundsätzlichen Hierarchie hatte sich zuletzt allerdings nichts geändert. Max Eberl stellte erst am Sonntag noch einmal klar, dass Neuer weiterhin die Nummer eins der Münchner sei.
Die aktuelle Situation ist daher nicht als sportliche Wachablösung zu verstehen. Neuers Fußprobleme sorgen vielmehr dafür, dass sich die Frage nach dem Torhüter für Kompany diesmal von selbst beantwortet.
Kompany erklärte zu Neuers Verletzung: „Es hat sich weiterentwickelt, wir haben das gehört nach dem Spiel in Augsburg, dass er da was gespürt hat. Dann weiß man nie, wie lang das dauern wird. Aber natürlich, wenn er gestern und heute nicht trainiert, macht es keinen Sinn, dass wir da unnötig viel Risiko reinsetzen. Ob er im Kader steht, das weiß ich nicht. Von Anfang an? Sehr wahrscheinlich nicht. Dann schauen wir weiter.“
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Personalie durch Neuers jüngsten Auftritt in Augsburg. Beim 2:2 gegen den FCA hatte sich der 40-Jährige beim frühen Gegentor einen schweren Fehler geleistet. Anschließend nahm die Diskussion um seine langfristige Rolle und Urbigs Perspektive deutlich an Fahrt auf.
Ein möglicher Urbig-Einsatz in Stavanger wäre aber unabhängig davon ohnehin Teil der längerfristigen Bayern-Planung gewesen. Nun kommt zusätzlich Neuers körperliches Problem hinzu. Für Urbig bietet sich damit eine weitere Chance, Argumente zu sammeln.

