Vincent Kompany hat die Startelf des FC Bayern für das Champions-League-Duell mit Viking Stavanger kräftig umgebaut. Gleich sechs Veränderungen nimmt der Belgier im Vergleich zum vergangenen Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg vor. Vor dem Anpfiff erklärte der 40-Jährige, welche Überlegungen hinter seiner überraschenden Aufstellung stecken.
Mit Jonas Urbig, Konrad Laimer, Minjae Kim, Nathaniel Brown, Tom Bischof und Lennart Karl rücken gleich sechs Spieler in die Anfangsformation des deutschen Rekordmeisters. Besonders die Einsätze der jungen Bayern-Profis Bischof und Karl sorgen dabei für Aufmerksamkeit.
Die umfangreiche Rotation kommt allerdings nicht von ungefähr. Nach dem 2:2 beim FC Augsburg wartet auf die Münchner bereits das nächste Auswärtsspiel. Zudem steht am kommenden Wochenende das Bundesliga-Duell mit RB Leipzig auf dem Programm.
Kompany erklärt: „Wir haben auch auf die Energie geschaut“
Im Gespräch mit Amazon Prime Video machte Kompany deutlich, dass vor allem die hohe Belastung der vergangenen Tage eine entscheidende Rolle bei seiner Aufstellung gespielt hat. „Vom Gefühl her haben wir ja gerade erst gespielt. Es ist das zweite Auswärtsspiel in Folge“, erklärte der Bayern-Coach.
Zudem mussten die Münchner bei ihrer Personalplanung kurzfristig auf die Verfügbarkeit einzelner Spieler reagieren. „Wir haben bis zum letzten Spiel gewartet, um zu schauen, wer kann. Manuel kann nicht, Pavlovic auch nicht, für dieses Spiel reichte es nicht“, betonte Kompany.
Damit bestätigte der Belgier, dass sowohl Manuel Neuer als auch Aleksandar Pavlovic für die Begegnung in Norwegen nicht zur Verfügung stehen.
Die Entscheidung für mehrere Veränderungen sei deshalb naheliegend gewesen. „Deswegen war es logisch, solche Entscheidungen zu treffen. Wir haben auch auf die Energie geschaut“, so Kompany.
Gerade mit Blick auf den engen Spielplan dürfte es dem Bayern-Trainer wichtig sein, die Belastung innerhalb seines Kaders möglichst gleichmäßig zu verteilen.
Bayern-Coach warnt vor unbekanntem Gegner

Neben der personellen Situation stellt auch der Gegner die Münchner vor eine besondere Herausforderung. Viking Stavanger gehört nicht zu den Mannschaften, mit denen sich der FC Bayern regelmäßig auf internationaler Bühne misst.
Dennoch hat Kompany die Norweger intensiv analysieren lassen. „Es ist ein unbekannterer Gegner, aber wir haben unsere Arbeit und Analyse gemacht“, erklärte der 40-Jährige.
Der Belgier erwartet trotz der Favoritenrolle seiner Mannschaft keine einfache Aufgabe. „Der Gegner ist interessant, es ist ein schweres Auswärtsspiel, aber es kann ein gutes Spiel werden.“
Besonders die Heimstärke der Norweger dürfte dabei eine Rolle spielen. Viking möchte dem deutschen Rekordmeister vor eigenem Publikum einen möglichst unangenehmen Champions-League-Abend bereiten.
Kunstrasen in Stavanger: Kompany sieht auch Vorteile
Eine zusätzliche Besonderheit wartet auf die Bayern beim Untergrund. Anders als in der Bundesliga üblich wird die Partie in Stavanger auf Kunstrasen ausgetragen.
Um sich möglichst gut auf die Bedingungen einzustellen, hatten die Münchner ihr Abschlusstraining eigens nach Norwegen verlegt.
Kompany sieht darin allerdings nicht ausschließlich einen Nachteil. „Ich glaube, dass alles, was flach gespielt wird, hier sehr schnell ist. Das ist für uns nicht schlecht“, erklärte der Bayern-Trainer.
Gleichzeitig müsse sich seine Mannschaft auf ein anderes Verhalten des Balles einstellen. „Der Ball nimmt einen anderen Weg, wenn er auf den Boden aufkommt.“
An der grundsätzlichen Spielidee möchte der Belgier deshalb aber nichts verändern. „Wir wollen aber unseren Fußball spielen und das ist das, was zählt. Es ist nicht so viel anders als sonst“, stellte Kompany klar.
Trotz sechs Veränderungen in der Startelf soll der FC Bayern also seinen gewohnten offensiven Fußball auf den Platz bringen. Die Partie in Stavanger bietet dabei insbesondere den jungen Spielern die Gelegenheit, sich auf der großen Champions-League-Bühne zu beweisen.

