Erkenntnisse: „Überblöder“ Aussetzer – Olise schadet Bayern und sich selbst

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

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Der FC Bayern lässt beim 3:3 in Stavanger unnötig Punkte liegen. Vor allem der Platzverweis von Michael Olise wirkt weit über diesen Abend hinaus. Drei Erkenntnisse zum Spiel.

Der FC Bayern hat bei Viking Stavanger einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Nach einem völlig misslungenen Start und einem 0:2-Rückstand kämpften sich die Münchner zurück, drehten die Partie auf 3:2 – und kassierten in Unterzahl doch noch den späten Ausgleich.


Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Olise schadet Bayern und sich selbst

Michael Olise gehört normalerweise zu den Spielern, die dem FC Bayern Spiele entscheiden können. In Stavanger wurde der Franzose dagegen zum großen Verlierer des Abends.

Nachdem Olise zunächst für ein Halten die Gelbe Karte gesehen hatte, ließ er sich wenig später auf eine Auseinandersetzung mit Viking-Kapitän Zlatko Tripic ein und warf seinem Gegenspieler den Ball ins Gesicht. Die Folge: Gelb-Rot.

Der Zeitpunkt hätte kaum ungünstiger sein können. Bayern hatte gerade einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung verwandelt und das Spiel scheinbar komplett gedreht. Durch den Platzverweis änderte sich die Partie erneut.

Vincent Kompany fand anschließend deutliche Worte: „Diese Gelb-Rote Karte ist natürlich überblöd. Alles ist aber angesprochen, da sind wir deutlich. Er weiß, dass er da cleverer sein muss.“

Genau das trifft den Kern. Olise ließ sich in einer entscheidenden Phase provozieren und schwächte damit seine Mannschaft. Kompany musste reagieren, Bayern zog sich stärker zurück und Stavanger kam in der Nachspielzeit noch zum 3:3.

Der Aussetzer hat zudem Folgen über diesen Abend hinaus. Olise fehlt nun ausgerechnet im kommenden Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal. Der 24-Jährige hat mit seiner „überblöden“ Aktion damit nicht nur Bayern in Stavanger geschadet, sondern auch sich selbst.

2. Bayerns zweite Reihe verpasst ihre Chance

Kompany hatte im Vergleich zum 2:2 beim FC Augsburg gleich sechs Veränderungen in seiner Startelf vorgenommen. Jonas Urbig, Konrad Laimer, Minjae Kim, Nathaniel Brown, Tom Bischof und Lennart Karl rückten neu in die Anfangsformation.

Gerade für mehrere Spieler, die zuletzt nicht regelmäßig zur ersten Elf gehörten, war Stavanger damit eine große Gelegenheit. Wirklich empfehlen konnten sich aber keiner.

Karl blieb in der ersten Halbzeit wirkungslos, leistete sich zahlreiche Ballverluste und technische Fehler und musste bereits zur Pause in der Kabine bleiben. Gleiches galt für Brown. Der Linksverteidiger hatte beim 0:2 Probleme, Peter Christiansen zu folgen, und setzte auch offensiv kaum Akzente.

Bischof bekam neben Joshua Kimmich ebenfalls die Gelegenheit von Beginn an. Auch der 21-Jährige tat sich zunächst schwer, fand nur selten Zugriff und konnte das Spiel nicht entscheidend prägen.

Eine weitere Enttäuschung war Jonathan Tah. Der Innenverteidiger gehört ausdrücklich nicht zur zweiten Reihe und ist unter Kompany eigentlich gesetzt. Umso auffälliger war sein schwacher Auftritt. Beim frühen 0:1 verlor Tah das entscheidende Duell und wirkte auf dem Kunstrasen insgesamt ungewohnt schwerfällig. Auch für ihn war nach 45 Minuten Schluss.

Dass Kompany zur Pause gleich dreifach wechselte und Alphonso Davies, Dayot Upamecano und Ismael Saibari brachte, war ein deutliches Signal. Vor allem Upamecano sorgte sofort für mehr Stabilität, während Davies auf der linken Seite deutlich mehr Dynamik entwickelte.

Bei dem engen Spielplan wird Kompany weiter rotieren müssen. Stavanger hat allerdings gezeigt, dass die zweite Reihe der Bayern aktuell schwächelt.

3. Bayern gerät in der Tabelle unnötig früh unter Druck

Das 3:3 schmerzt nicht nur wegen des dramatischen Spielverlaufs. Die zwei verlorenen Punkte könnten auch in der Champions-League-Tabelle noch teuer werden.

Viking Stavanger war auf dem Papier einer der Gegner, gegen die Bayern einen Sieg fest eingeplant hatte. Nach dem souveränen 5:0 zum Auftakt gegen Bodo/Glimt wäre mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen der perfekte Start möglich gewesen.

Stattdessen stehen die Münchner nun bei vier Zählern – und die schwierigeren Aufgaben der Ligaphase kommen erst noch.

Mit Gegnern wie Arsenal und Atlético Madrid warten Mannschaften, gegen die Punkte deutlich schwerer zu holen sein dürften. Die zwei Zähler, die Bayern in Stavanger liegen gelassen hat, erhöhen damit bereits früh den Druck auf die kommenden Partien.

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Gerade im neuen Champions-League-Modus ist eine Platzierung unter den ersten acht enorm wertvoll, weil sie den direkten Einzug ins Achtelfinale garantiert und die zusätzlichen Playoff-Spiele erspart.

In der vergangenen Saison hatte sich Bayern mit einer starken Ligaphase eine hervorragende Ausgangsposition für die K.-o.-Runde verschafft. Diesmal ist der Spielraum schon nach dem zweiten Spieltag kleiner geworden.

Noch ist die Lage keineswegs dramatisch. Unnötig erschwert haben sich die Bayern ihren Weg in die Top 8 mit dem Punktverlust in Stavanger aber trotzdem.

 

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