Formkrise oder mehr? Das ist aktuell das größte Bayern-Problem

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Der FC Bayern ist mit großen Ambitionen in die neue Saison gestartet. Nach dem überzeugenden 7:0 gegen Union Berlin vor der Länderspielpause schien die Mannschaft von Vincent Kompany bestens in Form. Doch innerhalb weniger Wochen ist die Stimmung gekippt. Auf ein 2:2 gegen den FC Augsburg folgte ein 3:3 in der Champions League bei Viking Stavanger. Die Ergebnisse werfen eine Frage auf: Handelt es sich nur um eine kurze Formdelle – oder steckt mehr dahinter?

Es zieht sich ein Muster durch die jüngsten Auftritte des Rekordmeisters: Die Münchner verschlafen häufig die Anfangsphase und müssen früh einem Rückstand hinterherlaufen. Sowohl in Augsburg als auch in Stavanger kassierte der FCB bereits in den ersten Minuten ein Gegentor.


Kompany fand dafür deutliche Worte. „Wir waren einfach nicht schlau. Nicht in Augsburg, als wir nach 8 Sekunden das Tor bekommen, nicht heute, als wir auch das Gegentor nach anderthalb Minuten bekommen“, kritisierte der Belgier mit Blick auf die beiden Partien.

Vor allem die fehlende Konzentration und unnötige Fehler bereiten dem Trainer Sorgen. In Stavanger leistete sich die Defensive mehrere Unsauberkeiten: Das frühe 1:0 fiel nach einer Ecke, die nur entstand, weil Kim einen Ball nicht klären konnte. Beim 2:0 liefen die weit aufgerückten Münchner in einen einfach ausgespielten Konter.

Dass Bayern grundsätzlich in der Lage ist, Spiele zu dominieren, steht außer Frage. Gegen Stavanger drehten die Münchner den 0:2-Rückstand innerhalb von 17 Minuten in eine 3:2-Führung. Am Ende reichte es trotzdem nicht zum Sieg.

Nach dem Platzverweis für Michael Olise mussten die Bayern einen späten Gegentreffer zum 3:3-Endstand hinnehmen. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Kimmich, nachdem dieser am Boden liegen geblieben war. Auch Konrad Laimer schaltete nur langsam um. Daraufhin konnte Tripic frei flanken und Herman Haugen am langen Pfosten einnicken.

Genau diese Schwankungen machen die aktuelle Situation so problematisch: Auf starke Phasen folgen immer wieder Momente, in denen die Mannschaft die Kontrolle verliert.

Die Auswärtsschwäche wird zum Problem

Besonders auffällig ist die Bilanz auf fremden Plätzen. Neben dem Remis in Augsburg und dem Punktverlust in Stavanger tat sich Bayern auch beim 0:0 auf Schalke schwer. Selbst beim knappen 2:1-Erfolg gegen Aufsteiger SV Elversberg war nicht alles überzeugend. Im DFB-Pokal gegen den VfL Osnabrück geriet der Rekordmeister ebenfalls zunächst in Rückstand, ehe er sich mit 4:1 durchsetzte.

Damit zeigt sich, dass es nicht allein um fehlendes Spielglück geht. Auch Sportvorstand Max Eberl sieht die Mannschaft in der Pflicht. Fehler dürften zwar vorkommen, aber „wenn es so häufig passiert, ist es eben irgendwann nicht nur Pech, sondern auch die Konzentration“.

Michael Olise
Foto: IMAGO

Eine grundsätzliche Krise lässt sich aus den jüngsten Ergebnissen nicht ableiten. Die Offensive verfügt weiterhin über enorme Qualität und kann Spiele innerhalb kürzester Zeit drehen. Das Problem liegt vielmehr darin, diese Leistung über die gesamte Spielzeit abzurufen. Dazu kommen individuelle Fehler, unzureichende Entscheidungen in entscheidenden Situationen und eine fehlende Konsequenz gegen den Ball.

PSG als Vorbild?

Auch die hohe Belastung nach der Weltmeisterschaft könnte eine Rolle spielen. Viele Bayern-Profis hatten im Sommer nur wenig Zeit zur Erholung, während der Spielplan bereits früh wieder eng getaktet war. Das erklärt mögliche Schwankungen, darf aber nicht als alleinige Entschuldigung dienen.

Trotz der jüngsten Rückschläge ist die Saison noch lang. Joshua Kimmich verwies nach dem Remis in Stavanger auf Paris Saint-Germain: „Wir sind noch am Anfang der Saison. Paris hat es zweimal vorgemacht. Die haben auch nicht geglänzt in der Vorrunde und haben zweimal das Ding gewonnen. Deswegen hat das nicht so viel zu sagen“

Für Bayern wird entscheidend sein, die wiederkehrenden Probleme schnell abzustellen. Der Motor stottert derzeit vor allem auswärts und in den Anfangsphasen der Spiele. Gelingt es Kompany, die Konzentration und Stabilität seiner Mannschaft über 90 Minuten zu verbessern, könnte sich die aktuelle Schwäche als vorübergehende Delle erweisen. Bleiben die Fehler dagegen bestehen, drohen weitere unnötige Punktverluste.

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