
Hamann warnt Bayern vor Urbig-Risiko: „Vorsichtig mit dem Hype!“
Jonas Urbig gilt beim FC Bayern als künftige Nummer eins. Dietmar Hamann warnt jedoch davor, den 23-Jährigen schon jetzt zu früh hochzujubeln.
Beim FC Bayern läuft die Vorbereitung auf die Zeit nach Manuel Neuer längst. Jonas Urbig soll perspektivisch die Nachfolge des 40-Jährigen antreten und wird intern gezielt auf die Rolle als künftige Nummer eins vorbereitet.
Doch rund um den 23-Jährigen ist zuletzt auch eine Debatte darüber entstanden, ob er tatsächlich schon das Niveau mitbringt, um dauerhaft das Tor des deutschen Rekordmeisters zu hüten.
Dietmar Hamann gehört zu denjenigen, die trotz aller positiven Eindrücke noch zur Vorsicht mahnen.
„Was Urbig gut macht: Er strahlt Ruhe aus. Aber es ist für ihn etwas ganz anderes, 15 Spiele zu machen oder erster Torwart in München zu sein“, sagte der frühere Bayern-Profi gegenüber Sport BILD.
„Ich wäre da etwas vorsichtig…“

Für Hamann ist vor allem die veränderte Erwartung entscheidend, wenn Urbig eines Tages dauerhaft Manuel Neuer beerben sollte.
„Jetzt hat er nichts zu verlieren. Aber Nummer 1 ist etwas ganz anderes. Ich traue es ihm zu, aber ich bin weit davon entfernt zu sagen, er ist sicher die nächsten fünf Jahre Nummer 1 in München. Da gehört mehr dazu. Ich wäre da etwas vorsichtig mit dem Hype um Urbig“, sagte er.
Damit stellt Hamann die grundsätzliche Qualität des Nationaltorhüters nicht infrage. Vielmehr warnt der 53-Jährige davor, aus den bisherigen Auftritten bereits eine Garantie für eine langfristig erfolgreiche Zeit als Bayern-Stammtorhüter abzuleiten.
Der Druck in München dürfte tatsächlich noch einmal ein anderer sein, sobald Urbig nicht mehr als Herausforderer hinter Neuer agiert, sondern jede Woche als Nummer eins bewertet wird. Genau auf diesen Unterschied zielt Hamanns Einordnung ab.
Beim FC Bayern selbst fällt die Einschätzung allerdings deutlich optimistischer aus. Präsident Herbert Hainer hat Urbig zuletzt ausdrücklich den Rücken gestärkt und erklärt, dass der Keeper genau jene Mischung aus Talent, Persönlichkeit und Lernwillen mitbringe, die es beim Rekordmeister brauche.
Auch sportlich hat Urbig in den vergangenen Monaten Argumente gesammelt. Der 23-Jährige überzeugte bei seinen Einsätzen für die Bayern mit Ruhe und starken Reflexen und blieb zudem bei seinen ersten beiden Länderspielen für Deutschland gegen Serbien und Griechenland ohne Gegentor.
In München soll seine Entwicklung deshalb weiter forciert werden. Urbig soll in dieser Saison mehr Einsatzzeit erhalten und dabei auch häufiger in wichtigen Partien zum Zug kommen.
Hamanns Botschaft ist dennoch eindeutig: Gute Leistungen als Vertreter sind das eine. Über Jahre hinweg die unumstrittene Nummer eins des FC Bayern zu sein, ist aus seiner Sicht noch einmal eine völlig andere Herausforderung.
