
„Unverständlich!“: Karl-Berater Ballack attackiert Bayern-Bosse
Der Umgang des FC Bayern mit Nachwuchshoffnung Lennart Karl sorgt weiterhin für Diskussionen. Nachdem sich zuletzt Uli Hoeneß und Max Eberl kritisch über den 18-Jährigen geäußert hatten, meldet sich nun auch Michael Ballack zu Wort. Der ehemalige Bayern-Kapitän findet deutliche Worte für die Verantwortlichen des Rekordmeisters und stellt vor allem den Zeitpunkt ihrer öffentlichen Kritik infrage.
Karl hatte nach seiner schweren Verletzung zuletzt wieder sportlich auf sich aufmerksam gemacht. Sowohl gegen den SC Freiburg als auch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Magdeburg durfte der Offensivspieler von Beginn an auflaufen. Seine Entwicklung zeigt damit wieder in die richtige Richtung.
Umso weniger Verständnis hat Ballack dafür, dass die Bayern-Bosse gerade jetzt öffentlich über die Schwächen und das Auftreten des Youngsters sprechen. Im Gespräch mit DAZN kritisierte der frühere Nationalmannschaftskapitän insbesondere Sportvorstand Max Eberl.
Ballack kritisiert Eberl: „Vom Zeitpunkt her unverständlich“
„Dass Max Eberl, nachdem Lennarts Leistungskurve wieder klar nach oben zeigt, ihm ein sportliches Loch attestiert, geschmückt mit Fehltritten, ist vom Zeitpunkt her unverständlich und inhaltlich zumindest mal zu hinterfragen“, erklärte Ballack gegenüber DAZN.
Damit spielt der 50-Jährige auf die jüngsten Aussagen des Bayern-Sportvorstands an, der sich kritisch mit der Entwicklung des Offensivtalents auseinandergesetzt hatte.
Für Ballack ist vor allem problematisch, dass Karl nach seiner längeren Verletzungspause gerade erst wieder dabei ist, sportlich Fuß zu fassen.
Der 18-Jährige hatte sich in der vergangenen Saison zu einer der größten Entdeckungen beim FC Bayern entwickelt. Eine schwere Verletzung bremste seinen Aufstieg jedoch aus und kostete ihn unter anderem die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.
Jetzt arbeitet Karl daran, wieder an seine früheren Leistungen anzuknüpfen. Aus Sicht von Ballack sollte diese sportliche Entwicklung stärker im Vordergrund stehen.
Auch Hoeneß bekommt deutliche Kritik ab

Neben Eberl nimmt Ballack auch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß ins Visier.
Dieser hatte zuletzt öffentlich mehr Zurückhaltung und Bodenständigkeit von Karl eingefordert. Grundsätzlich kann Ballack diese Kritik durchaus nachvollziehen. Die Art und Weise der öffentlichen Kommunikation sieht er allerdings kritisch. „Aber man darf seine sportliche Entwicklung nicht damit vermischen. Und genau das macht der FC Bayern“, betonte der frühere Mittelfeldspieler.
Anschließend wurde Ballack noch deutlicher: „Dass Uli Hoeneß diese Außendarstellung kritisiert, ist legitim. Aber dass er Lennart damit öffentlich zur Zielscheibe erklärt, ist auch klar.“
Damit wirft der ehemalige Bayern-Kapitän den Verantwortlichen vor, durch ihre öffentlichen Aussagen zusätzlichen Druck auf das Nachwuchstalent auszuüben.
Ballack unterscheidet dabei ausdrücklich zwischen berechtigter Kritik am Auftreten eines jungen Spielers und dessen sportlicher Bewertung.
Für den FC Bayern ist die Diskussion durchaus brisant. Karl gilt als eines der größten Talente im Münchner Kader und soll langfristig eine wichtige Rolle beim Rekordmeister übernehmen.
Nach seiner verletzungsbedingten Zwangspause steht für den 18-Jährigen zunächst im Vordergrund, wieder regelmäßig Spielpraxis zu sammeln und sein früheres Leistungsniveau zu erreichen.
Ballacks Aussagen zeigen allerdings, dass nicht jeder den öffentlichen Umgang der Bayern-Verantwortlichen mit ihrem Nachwuchsspieler für angemessen hält.
