Thomas Müller hat seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft eigentlich längst beendet. Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp bringt die Bayern-Legende ein Comeback nun dennoch ins Gespräch – wenn auch mit einem deutlichen Augenzwinkern.
Im Podcast The Late Run beschäftigte sich Müller ausführlich mit der aktuellen Situation der DFB-Auswahl. Die ersten drei Partien unter Klopp verliefen mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage wechselhaft. Zuletzt gelang beim 2:0 gegen Serbien immerhin der erste Erfolg unter dem neuen Bundestrainer.
Müller sieht dennoch Bereiche, in denen sich die deutsche Mannschaft verbessern muss. Vor allem eine Eigenschaft vermisst der Weltmeister von 2014 derzeit.
Müller fordert mehr deutsche Mentalität
„Wir müssen wieder unbequemer werden“, erklärte der 37-Jährige. Müller erinnerte dabei an eine Qualität, die deutsche Nationalmannschaften aus seiner Sicht über viele Jahre ausgezeichnet habe.
Die Fußball-Welt habe Deutschland früher um die Mentalität beneidet, „sich immer durchzukämpfen und in jeder Sekunde unbequem zu sein“.
Davon sei in den vergangenen Jahren etwas verloren gegangen. Müller sieht dabei nicht nur ein Mentalitätsproblem, sondern auch Verbesserungspotenzial im Spiel nach vorne: „Der Spielstil ist ein wenig zu schön, wir sind nicht mehr so eiskalt vor dem Tor.“
Für das Problem im Sturmzentrum hätte Müller sogar eine durchaus prominente Lösung parat – sich selbst. Mit dem für ihn typischen Humor richtete er eine Botschaft direkt an Klopp: „Jürgen, ich hoffe, ich stehe auf deiner Liste.“
Ernsthafte Comeback-Pläne verkündete Müller damit zwar nicht. Der Spruch dürfte aber auch deshalb für Aufmerksamkeit sorgen, weil sich Müller und Klopp bestens kennen. Noch bei der WM 2026 standen beide gemeinsam für MagentaTV vor der Kamera.
Müller traut Klopp die DFB-Wende zu

Grundsätzlich ist Müller überzeugt davon, dass Klopp der deutschen Nationalmannschaft helfen kann. Vor allem dessen klare Vorstellungen hält der langjährige Bayern-Profi für wichtig.
„Und Klarheit ist immer gut. Ich denke, er hat eine klare Idee, worauf er sich konzentrieren will“, erklärte Müller.
Klopp vereine dabei unterschiedliche Trainerqualitäten: „Er ist eine gute Mischung zwischen einem modernen Trainer und einem Oldschool-Coach.“
Gleichzeitig sieht Müller eine grundsätzliche Herausforderung für den deutschen Fußball. „Der deutsche Fußball hat Probleme, eine neue Generation zu finden, an der die Fans Freude haben.“
Klopp steht damit aus Müllers Sicht vor einer Aufgabe, die deutlich über einzelne Ergebnisse hinausgeht. Der Bundestrainer soll nicht nur eine erfolgreiche Mannschaft formen, sondern auch wieder eine Verbindung zwischen Nationalteam und Fans herstellen.
Ob Müller dabei tatsächlich noch einmal selbst helfen wird, darf angesichts seines scherzhaften Tons bezweifelt werden. Seine Botschaft an Klopp ist trotzdem angekommen: „Jürgen, ich hoffe, ich stehe auf deiner Liste.“

