Beim FC Bayern bahnt sich ein Wechsel im Tor an. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen den FC Augsburg soll Manuel Neuer beim kommenden Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger eine Pause erhalten. Stattdessen wird offenbar Jonas Urbig zwischen den Pfosten stehen. Eine dauerhafte Wachablösung ist damit allerdings nicht verbunden.
Wie die Abendzeitung München berichtet, wird der 23-Jährige am Dienstagabend in Norwegen in der Startelf stehen. Für Urbig wäre es der dritte Pflichtspieleinsatz in der laufenden Saison.
Die Entscheidung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Schließlich hatte Neuer am Samstag gegen Augsburg einen folgenschweren Fehler begangen und damit das schnellste Gegentor der Bundesliga-Geschichte ermöglicht.
Bereits nach acht Sekunden brachte Robin Fellhauer die Gastgeber in Führung. Auch beim zweiten Gegentreffer machte der Bayern-Kapitän keine besonders glückliche Figur. Anschließend wurde die Diskussion um seine Zukunft im Münchner Tor deutlich lauter.
Neuer deutet Torwartwechsel selbst an
Interessant ist, dass Neuer offenbar bereits mit einem Einsatz seines jungen Konkurrenten rechnet. Auf die Frage der Abendzeitung, wer gegen Viking Stavanger im Bayern-Tor stehen werde, antwortete der 40-Jährige lediglich: „Ich habe eine Vorahnung.“
Die knappe Aussage passt zu den Berichten, wonach Trainer Vincent Kompany in der Champions League auf Urbig setzen möchte.
Allerdings soll die Überlegung, Neuer in Stavanger eine Pause zu gönnen, bereits vor dem Augsburg-Spiel bestanden haben. Ein möglicher Grund ist der Kunstrasen, auf dem die Partie in Norwegen ausgetragen wird.
Für Urbig bietet sich damit eine weitere Gelegenheit, internationale Erfahrung zu sammeln und sich für zusätzliche Einsatzzeiten zu empfehlen.
Eberl stellt klar: Neuer bleibt die Nummer 1

Trotz des bevorstehenden Torwartwechsels wollen die Bayern-Verantwortlichen keine Zweifel an der aktuellen Hierarchie aufkommen lassen.
Sportvorstand Max Eberl stellte gegenüber der BILD ausdrücklich klar, dass Neuer weiterhin das Vertrauen des Vereins genießt. „Es gibt absolut keinen Grund, irgendetwas infrage zu stellen, nur weil Manuel jetzt einen Fehler gemacht hat“, betonte der 52-Jährige.
Gleichzeitig lobte Eberl die Entwicklung von Urbig und hob dabei auch die Unterstützung durch den langjährigen Bayern-Kapitän hervor. „Jonas entwickelt sich außerordentlich gut, und Manu hat dabei eine sehr, sehr große Rolle gespielt. Er ist nach wie vor unsere Nummer eins“, stellte der Sportvorstand klar.
Damit machte Eberl deutlich, dass der mögliche Einsatz von Urbig nicht als unmittelbare Konsequenz aus Neuers Patzer gegen Augsburg verstanden werden soll.
Bayern plant mehr Einsatzzeiten für Urbig
Unabhängig von der aktuellen Diskussion verfolgen die Münchner mit Urbig einen klaren Plan. Der 23-Jährige soll in dieser Saison deutlich häufiger zum Einsatz kommen als noch im vergangenen Jahr.
Auf diese Weise wollen die Verantwortlichen den jungen Torhüter schrittweise an seine zukünftige Rolle als Stammtorwart heranführen.
Zuletzt hatte Urbig bereits bei der deutschen Nationalmannschaft mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Nun könnte er auch auf Vereinsebene weitere Argumente sammeln.
Für Kompany bietet das Champions-League-Spiel gegen Stavanger eine gute Gelegenheit, seinem Nachwuchskeeper Spielpraxis auf internationalem Niveau zu ermöglichen.
Die Rollenverteilung bleibt vorerst dennoch unverändert: Neuer ist die Nummer eins, Urbig sein designierter Nachfolger. Wie schnell sich daran etwas ändert, dürfte auch von den Leistungen der beiden Torhüter in den kommenden Monaten abhängen.

