
Millionen-Spiel in Afrika: Aktivisten fordern Bayern-Boykott
Das geplante Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen Ajax Amsterdam in Kenia sorgt bereits vor dem Anpfiff für politischen Wirbel. Menschenrechtsaktivisten und Bürger des ostafrikanischen Landes haben eine Kampagne gestartet, mit der sie beide europäischen Spitzenklubs zum Boykott der Begegnung auffordern. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die hohen Kosten der Veranstaltung und die angespannte wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Kenia.
Die Münchner sollen am 5. Januar 2027 in Nairobi gegen Ajax antreten. Das Testspiel ist Teil der Wintervorbereitung und soll gleichzeitig den Rahmen für die Eröffnung des neuen Nationalstadions bilden.
Besonders brisant ist die finanzielle Dimension der Veranstaltung. Wie der Münchner Merkur berichtet, soll der FC Bayern für seinen Auftritt eine Antrittsprämie in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten. Eine Summe, die angesichts der wirtschaftlichen Probleme in Kenia nun für Diskussionen sorgt.
Aktivisten fordern Bayern und Ajax zum Boykott auf
Die Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, erhebliche finanzielle Mittel in ein internationales Fußball-Spektakel zu investieren, während viele Menschen im Land mit steigenden Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Belastungen kämpfen.
Auch die Herausforderungen im Gesundheitswesen und die Menschenrechtslage werden von den Aktivisten angeführt.
Aus ihrer Sicht sollten öffentliche Gelder vorrangig für die Verbesserung der Lebensbedingungen eingesetzt werden, statt ein kostspieliges Freundschaftsspiel zweier europäischer Spitzenvereine zu finanzieren.
Darüber hinaus äußern die Initiatoren der Kampagne politische Vorwürfe. Sie befürchten, dass die Begegnung im Vorfeld der anstehenden Wahlen von der Regierung für politische Zwecke instrumentalisiert werden könnte.
Dabei verweisen sie auf die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung mit der Regierungsführung, der Steuerpolitik und der Menschenrechtslage.
Ob und in welchem Umfang tatsächlich öffentliche Gelder zur Finanzierung der Antrittsprämien eingesetzt werden, ist bislang nicht geklärt.
Kompany gibt sein Go für ungewöhnlichen Termin

Für den FC Bayern ist die Reise nach Kenia vor allem aus wirtschaftlicher und strategischer Sicht interessant. Nach Informationen des Münchner Merkur hat Cheftrainer Vincent Kompany dem ungewöhnlichen Termin während der Winterpause bereits zugestimmt. Die organisatorische Umsetzung wurde anschließend von Marketingvorstand Rouven Kasper vorangetrieben.
Der Rekordmeister verfolgt seit Jahren das Ziel, seine internationale Präsenz auszubauen. Insbesondere Afrika gilt dabei als wichtiger Markt mit einer großen Fußballbegeisterung.
Kasper hatte bei der Ankündigung der Begegnung betont: „Der FC Bayern hat in Afrika Millionen großartiger Fans, mit denen wir uns eng verbunden fühlen – es ist ein Kontinent mit einer riesigen Fußballbegeisterung.“
Die Partie gegen Ajax soll vor rund 60.000 Zuschauern im neuen Nationalstadion von Nairobi stattfinden. In Deutschland wird das Spiel live bei ProSieben übertragen.
Die Boykottforderungen verleihen dem geplanten Gastspiel nun allerdings eine zusätzliche politische Dimension.
Eine Reaktion des FC Bayern oder von Ajax Amsterdam auf die Kampagne ist bislang nicht bekannt. Auch ob die Proteste Auswirkungen auf die Durchführung des Freundschaftsspiels haben könnten, bleibt offen.
