Champions League

Bayerns CL-Gruppengegner: Roter Stern Belgrad im Portrait

Marko Marin von Roter Stern Belgrad
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Am Mittwochabend (21 Uhr, live auf Sky) startet der FC Bayern in die neue Champions League-Saison. Die Münchner empfangen am 1. Vorrundenspieltag den serbischen Meister Roter Stern Belgrad in der heimischen Allianz Arena. Wir haben uns etwas näher mit dem ersten Gruppengegner des FCB beschäftigt.

Morgen Abend ist es endlich soweit, dann rollt der Ball in der Königsklasse wieder. Nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus in der Vorsaison gegen den FC Liverpool möchten die Bayern in dieser Saison wieder voll angreifen. Zum Auftakt der CL-Gruppenphase trifft man auf Roter Stern Belgrad, ein Verein der im ersten Augenblick nicht unbedingt zur europäischen Spitzengruppe gehört, dennoch über eine traditionsreiche und erfolgreiche Historie verfügt.

Roter Stern Belgrad: National unantastbar, international lange Zeit nur Mittelmaß

Mit 30 Meistertiteln und 24 Pokalsiegen ist Roter Stern Belgrad serbischer Rekordmeister und -Pokalsieger. Der Fudbalski klub Crvena zvezda, wie der Verein offiziell in der Landesprache heißt, ist damit quasi das serbische Pendant zum FC Bayern. Zuletzt konnte man die heimische Super Liga zwei Mal in Folge gewinnen und deklassierte dabei den Dauer- und Stadtrivalen Partizan Belgrad mit mehr als 10 Punkten Vorsprung. Auch in der neuen Saison ist Belgrad bereits wieder auf Meisterkurs und hat seine ersten sechs Spiele alle samt gewonnen. Am vergangenen Wochenende feierte man einem 2:1-Erfolg gegen FK Indija.

Während man national das Maß aller Dinge ist, lief es international in der jüngeren Vergangenheit alles andere als optimal. In der CL-Saison 2018/19 schied man als Gruppenletzter bereits in der Vorrundenphase aus. Hatte mit dem FC Liverpool, Paris Saint-Germain und dem SSC Neapel jedoch eine echte „Todesgruppe“. Gegen Neapel (0:0) und den FC Liverpool (2:0) konnte man vor dem eigenem Publikum immerhin kleinere Achtungserfolge feiern.

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Für Belgrad ist die Qualifikation für die Gruppenphase bereits ein großer Erfolg. Der Weg dorthin war alles andere als einfach: In der ersten Runde setzte man sich gegen Suduva Marijampole aus Litauen durch. In der zweiten Runde kegelte man den finnischen Vertreter HJK Helsinki aus der Quali und in der dritten den dänischen Meister FC Kopenhagen. In den Play-offs schaltete man den amtierenden Meister aus der Schweiz, die BSC Young Boys aus und sicherte zum zweiten Mal in Folge die Teilnahme an der Champions League-Gruppenphase.

Was die wenigsten Bayern-Fans vermutlich wissen, Anfang der 90er Jahre gehörte Belgrad zu den besten Teams in Europa. Der bislang größte Erfolg war der Gewinn des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1991. Auf dem Weg zum Titel setzte man sich unter anderem, im Halbfinale, gegen den FC Bayern durch. Nach dem 2:1-Hinspielsieg in München, zog Belgrad durch ein 2:2-Unentschieden im Rückspiel ins Endspiel ein. Im Finale bezwang man später Olympique Marseille im Elfmeterschießen mit 5:3.

Marko Marin – der Lionel Messi von Belgrad

Das Team von Vladan Milojevic ist ein „bunter Haufen“ von ausländischen Legionären und serbischen Nachwuchstalenten. Der Star der Mannschaft und zeitgleich auch Kapitän ist Marko Marin, ein alter Bekannter aus der Fussball Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft. Der 30-jährige Mittelfeldspieler ist laut Kovac der Schlüsselspieler von Roter Stern und wird von den eigenen Anhängern gerne auch mal als „Lionel Messi von Belgrad“ bezeichnet. Marin spielt seit dem Sommer 2018 in Belgrad und kommt in 40 Partien bis dato auf 8 Treffer und 17 Assists.

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Der ehemalige Bremer und Gladbacher freut sich auf das Wiedersehen mit seinen alten Weggefährten aus der Nationalmannschaft: „Es ist schön, mal wieder in einem deutschen Stadion zu spielen, dann noch gegen Bayern. Ich freue mich auch auf meine ehemaligen Nationalmannschafts-Kollegen Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Thomas Müller.“

Neben Marin gehört Milan Pavkov sicherlich zu den (tor)gefährlichsten Spieler bei Belgrad. Der 25-jährige Mittelstürmer kommt in 9 Spielen in der laufenden Saison auf 6 Treffer.

Favoritenrolle trotz ausgeglichener Bilanz

Roter Stern Belgrad gehört zu den wenigen Klubs in Europa, die eine ausgeglichene Bilanz gegen den FC Bayern aufbieten können. Insgesamt fünf Mal standen sich die beiden Teams auf internationale Bphne bereits gegenüber: mit je zwei Siegen und einem Unentschieden ist der direkte Vergleich ausgeglichen. Das letzte Aufeinandertreffen gab es in der Saison 2007/08, am ersten Spieltag des damaligen UEFA Cups. Die Partie in Belgrad entschieden die Bayern knapp mit 3:2 für sich. Matchwinner damals war der heutige Bayern-U17-Trainer Miroslav Klose, der mit seinem Doppelpack den bayerischen Sieg sicherte.