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Hoeneß explodiert: Offene Drohnung gegen DFB in Sachen Neuer

Uli Hoeneß
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Nachdem zwischen Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen medial die Worte hin- und herflogen, wer denn nun Anspruch auf welchen Status und welche Meinung im DFB-Team habe, eskaliert die Debatte nun vollends. Schon Karl-Heinz Rummenigge mischte sich in den öffentlichen Konkurrenzkampf der beiden Keeper ein und forderte mehr Dankbarkeit für Neuer.  Vollkommen eskalieren lässt nun Uli Hoeneß die Art und Weise der Debatte. 

Von Seiten der beiden Torhüter kühlte das Thema um den Posten im deutschen Tor gerade wieder herunter. Manuel Neuer erklärte für sich die öffentliche Diskussion für beendet. Marc-Andre ter Stegen ließ seine Leistung auf dem Platz im Champions League Spiel sprechen. Und zwar nur die. Nach seiner Gala-Vorstellung ging er wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. Kein Grund für die Bayern-Granden, ähnliche Zurückhaltung zu zeigen und Gras über das kleine verbale Scharmützel der beiden Torhüter wachsen zu lassen.

Karl-Heinz Rummenigge kritisierte den DFB dafür, nicht klar Manuel Neuer den Rücken zu stärken: „Was mir nicht gefällt in der Geschichte, ist das Verhalten des DFB. Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. In der Öffentlichkeit lässt man das wabern, und es wird zum Teil auf dem Rücken von Manuel ausgetragen. Das finde ich nicht fair“, meinte der Vorstandschef des FC Bayern gegenüber „Sky“. Ihm fehlt „ein Stück Dankbarkeit einem Mann gegenüber, der 90-mal für Deutschland gespielt und alles gewonnen hat“. Sollte Manuel Neuer nach der anstehenden EM 2020 seinen Rücktritt erklären, wie manche Berichterstatter spekulieren, sei auch die fehlende Dankbarkeit des DFB dafür verantwortlich. „Wenn das stimmen sollte, wird es das Resultat solcher Geschichten sein“, so Rummenigges Meinung.

Hoeneß eskaliert – Wortwahl eines Alleinherrschers

Wer schon Karl-Heinz Rummenigges Einmischung als übertrieben empfand, sollte nur Stunden später von Uli Hoeneß eines besseren belehrt werden. Denn der Präsident des FC Bayern verlor jegliches Maß bei seiner Kritik am DFB in der Causa Neuer. In Rage redete sich Hoeneß bereits beim Thema Länderspielpausen: „Jetzt gibt es ja schon drei Unterbrechungen bis Weihnachten. Das ist ein Wahnsinn, das muss geändert werden“, echauffierte sich der baldige Funktionärs-Rentner. „Jedes Mal, wenn die Mannschaften so ein bisschen im Rhythmus sind, dann ist wieder so ein Länderspiel. Das kann so nicht weitergehen. Karl-Heinz ist derselben Meinung und wir werden auch intervenieren“, kündigte er schon hier Druck auf den DFB an.

Noch offensichtlicher wurde seine Ansicht, auch beim DFB habe man nach seiner Pfeife zu tanzen, als er auf die Auseinandersetzung zwischen Neuer und ter Stegen zu sprechen kam. Doch nicht nur der Deutsche Fußball-Bund, auch der unabhängige Journalismus ist Hoeneß ein Dorn im Auge: „Ich finde, das ist ein Witz – vor allem auch die Münchner Presse finde ich nicht in Ordnung. Die westdeutsche Presse unterstützt ter Stegen extrem, als wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte. Von der süddeutschen Presse sehe ich gar keine Unterstützung“, forderte Hoeneß bedingungslose journalistische Rückendeckung für Spieler des FC Bayern.

Das nächste Ziel seiner Wutrede war Marc-Andre ter Stegen selbst: „Ich finde das unmöglich, dass man so ein Thema in die Öffentlichkeit bringt“, kann Hoeneß die Unzufriedenheit ter Stegens mit dem scheinbar zementierten Bankplatz in der Nationalmannschaft nicht verstehen: „Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen.“ In Dortmund wird man nach dem Champions League Duell mit Barcelona und speziell ter Stegen anderer Meinung sein.

Hoeneß formuliert offene Drohung gegen den DFB

Doch für Hoeneß steht fest: „Die Hierarchie muss klar sein. Und die Hierarchie bedeutet: Manuel Neuer ist die Nummer 1. Er ist über viele Jahre der beste Torwart der Welt gewesen. Jetzt war er verletzungsbedingt eine Zeit lang außer Gefecht. Aber es war doch klar, wenn er wieder alte Form hat und die hat er jetzt, dass nur er die Nummer 1 sein kann. Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener. Da gibt es doch gar keine Diskussion für irgendjemanden auf der Welt daran zu zweifeln, dass Manuel Neuer bei uns in Deutschland im Tor steht. Der kann solange spielen, wie er gesund ist. Er wird immer der Beste sein.“

Nach der Aussortierung der damaligen drei Bayern-Spieler Müller, Hummels und Boateng aus der Nationalelf, sieht Uli Hoeneß seinen FC Bayern erneut vom DFB benachteiligt: „Wir kriegen ständig vom DFB Theater! Zuerst die unmögliche Ausbootung und die Art und Weise, wie hier die drei Spieler schlecht behandelt wurden. Und jetzt dasselbe wieder mit Manuel Neuer. Dass man das zulässt, dass ein Mitspieler in die Öffentlichkeit geht, für ein Thema, das er nur mit Joachim Löw zu besprechen hat, das ist nicht in Ordnung“, greift Hoeneß selbst einen jungen Spieler in aller Öffentlichkeit bewusst an. „Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier ohne Grund beschädigt werden,“ spricht er eine deutliche Drohung in Richtung DFB aus. Wie der FC Bayern in solchen Fällen reagieren wird? „Wir werden den Leuten schon mal ein bisschen Feuer geben. Das können wir.“