Bundesliga

Kovac vor dem Union-Spiel: Jammern hilft nichts, Augen zu und durch

Niko Kovac
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Vor dem Heimspiel am morgigen Samstag gegen Union Berlin hat sich Niko Kovac über die aktuelle Situation beim FC Bayern geäußert. Der 48-jährige Kroate sprach vor allem über die defensiven Probleme beim FCB und betonte, dass man trotz der Ausfälle von Süle und Hernandez „das beste daraus machen“ wird. Zudem deutete Kovac eine Rotation für das Union-Spiel an, demnach wird der eigenen Aussagen zufolge „den einen oder anderen frischen Spieler“ zu bringen.

Verletzungssorgen, anhaltende Müller-Debatte und Krisen-Stimmung, beim FC Bayern herrscht derzeit alles andere als Langeweile. Niko Kovac hat sich am Freitag, auf der Abschluss-PK vor dem morgigen Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin, zu all diesen Themen geäußert. Zudem gab der 48-jährigen ein Update in Sachen Personal, insbesondere zu Serge Gnabry und Javier Martinez.

Kovac über die angespannte personelle Situation in der Abwehr

Die beiden schweren Verletzungen von Niklas Süle und Lucas Hernandez sind zweifelsfrei ein herber Rückschlag für den FC Bayern. Laut Kovac gehört so etwas jedoch leider zum Profi-Fussball dazu: „Wir heulen nicht rum, auch wenn wir viele Verletzte haben. Ich bin Trainer. Verletzungen sind das, was keiner vorhersehen kann. Man braucht immer Glück. Aber im Leben ist gar nichts leicht – einfach kann jeder. Wir müssen daran arbeiten, die Sachen positiv zu sehen. Wenn wir nicht positiv sind, wie sollen wir das auf die Spieler übertragen? Wir müssen die beiden Innenverteidiger, die jetzt spielen werden, stärken und ihnen Selbstvertrauen geben. Wir sind natürlich traurig, aber es muss nach vorne gehen. Und es geht auch immer nach vorne.“

Mit Javier Martinez und Serge Gnabry gab es nach dem Piräus-Spiel zwei weitere angeschlagene FCB-Profis. Ob die beiden morgen spielen werden ließ Kovac offen: „Wir müssen heute ein Screening machen und sehen wie sich die Jungs fühlen.“ Bei Martinez gab es immerhin eine leichte Entwarnung: „Wir haben erst um 15 Uhr Training. Javi geht es wesentlich besser, Serge hatte sich das Knie überstreckt. Mal sehen, wie er sich fühlt. Sollte Javi noch nicht auskuriert sein, wird er morgen keinesfalls spielen.“

Zudem deutete Kovac an, dass Las Lukas Mai aufgrund der vielen Ausfälle von den Amateuren zu den Profis „hochgezogen“ wird. Leider plagt sich der 19-jährige derzeit auch mit einer Verletzung herum: „Lukas hat bei den Amateuren nicht gespielt, weil er eine Innenbandverletzung hatte. Ich glaube, dass er in den nächsten Tagen dabei sein wird. Vielleicht auch heute, aber das muss ich nochmal mit den Ärzten klären.“

Niko Kovac über die Probleme in der Defensive: Es ist alles eine Vertrauenssache

Der FCB-Coach äußerte sich auch zu den Gründen, weshalb die Bayern derzeit so anfällig für Gegentore sind. Demnach fehlt es vielen an der Bereitschaft die nötigen Zweikämpfe konsequent zu führen und zu gewinnen: „Man muss die Bereitschaft haben. Man muss das Duell suchen, sowohl offensiv als auch defensiv. Das eine oder andere Mal sagen wir zurzeit: Mein Hintermann regelt das schon. Dann sagt es der Erste, dann der Zweite und schon ist das Problem da. Man muss Vertrauen in seinen Mitspieler haben. Aber am meisten muss man auf sich selbst vertrauen.“

Laut Kovac passieren aktuell auch zu viele Fehler: „Wir machen zu viele individuelle Fehler. Zweikämpfe muss man führen und dann auch gewinnen. Wenn wir die Chancen der Gegner minimieren, werden wir die Spiele ruhiger nach Hause fahren als am Dienstag.“

Zum Abschluss der Pressekonferenz kommentierte Kovac die derzeit vermeintliche „Krisen-Stimmung“ beim FCB und betonte, dass er dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins nicht sieht: „Ich glaube, dass der Sturm eher von draußen hereingeweht wird. Von daher bin ich sehr entspannt. Die Erfahrung letztes Jahr war sehr hilfreich.“