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Wird die Trainersuche beim FC Bayern zum Machtkampf zwischen Kahn und Salihamidzic?

Oliver Kahn und Hasan Salihanidzic
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die Trainersuche beim FC Bayern befindet sich derzeit in der heiße Phase. Mit Mauricio Pochettino ist seit dieser Woche der Wunschkandidat von Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf dem Trainermarkt verfügbar. Neu-Vorstand Oliver Kahn hingegen scheint kein Befürworter von Pochettino zu sein und tendiert eher zu Erik ten Hag. Die Suche nach dem neuen Cheftrainer droht auch zu einem Machtkampf zwischen Kahn und Salihamidzic zu werden.

Durch den Rückzug von Uli Hoeneß und die Wahl von Herbert Hainer zum neuen FCB-Präsidenten sowie den baldigen Neu-Vorstand Oliver Kahn entsteht in den kommenden Wochen eine neue Führungsriege beim FC Bayern. Vor allem die Rückkehr von Ex-Profi Kahn an die Säbener Straße wird sicherlich (großen) Einfluss auf den Rekordmeister haben. Der 50-jährige ist zwar offiziell noch nicht in Amt, mischt im Hintergrund jedoch bereits gewaltig mit, auch bei Trainersuche.

Medienberichten zufolge präferiert Kahn, ähnlich wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, eine dauerhafte Trainer-Lösung mit Erik ten Hag. Dies wäre jedoch frühestens ab der kommenden Saison möglich. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hingegen sieht in Mauricio Pochettino den idealen Trainer für die Bayern. Dieser wäre nach Rauswurf bei den Tottenham Hotspur bereits im Winter zu haben. Der Ärger ist quasi jetzt schon vorprogrammiert.

Ten Hag vs. Pochettino oder in anderen Worten Kahn vs. Salihamidzic

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Der Name Mauricio Pochettino kursiert nicht erst seit seiner Entlassung bei den Spurs in München. Laut dem kicker hat sich Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic schon im Sommer 2018 mit dem 47-jährigen Argentinier beschäftigt und persönlich getroffen. Der Bosnier ist vor allem von dessen Spielidee und dem taktischen Grundkonzept (aggressives Pressing mit hochstehenden Außenverteidigern) angetan.

Glaubt man den aktuellen Medienberichten, würde Salihamidzic Pochettino lieber heute als morgen unter Vertrag nehmen. So einfach wird dies jedoch nicht, denn „Brazzo“ hat nicht das alleinige Sagen bei der Trainersuche. Neu-Präsident Herbert Hainer hatte bereits auf der JHV vor knapp einer Woche angedeutet, dass die Suche nach einem neuen Cheftrainer den „gesamten Vorstand“ beschäftigt und dort die höchste Priorität genießt. Auch wenn Hainer Oliver Kahn nicht namentlich genannt hat, wird dieser schon jetzt bei der Trainersuche aktiv mit eingebunden.

Ähnlich wie Salihamidzic hat auch Kahn hat klare Vorstellungen, welcher Fussball in München zukünftig gespielt werden soll. Im Rahmen einer Veranstaltung seiner Firma Goalplay äußerte er sich wie folgt dazu: „Die Zeiten sind vorbei, wo es bei Bayern München gereicht hat, irgendwie Spiele zu gewinnen und irgendwie Meister zu werden. Der Fussball hat sich dahingehend weiterentwickelt, dass es schon auch Spektakel ist.“ Zudem möchte Kahn eine langfristige Lösung: „Es muss darum gehen, einen Trainer zu finden, der eine Ära prägen kann.“ Darüber hinaus muss der neue Cheftrainer in der Lage sein die hauseigenen Nachwuchsspielern wieder zu echten Verstärkung für die Profimannschaft auszubilden.

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Einer, der perfekt in das Anforderungsprofil von Kahn passt, ist Erik ten Hag. Der Niederländer hat Ajax Amsterdam seit seinem Amtsantritt im Dezember 2017 faktisch wiederbelebt. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass ten Hag vor allem mit jungen Spielern erfrischendem Offensivfussball spielen lässt und das auch noch sehr erfolgreich. Neben nationalen Titeln, zog ten Hag mit einer Mannschaft ohne echte Topstars ins Halbfinale der UEFA Champions League ein. Ein weiterer Aspekt der für ten Hag spricht, der 49-jährige kann (fließend) Deutsch und bringt einen gewissen „Stahlgeruch“ mit durch seine Zeit als Trainer bei den Bayern Amateuren (2013 bis 2015).