Bundesliga

Ärger um Solidaritätsaktion: Wie viel haben die Bayern & Co. tatsächlich gespendet?

Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke
Foto: by Maja Hitij/Getty Images

Im Rahmen einer Solidaritätsaktion haben die deutschen CL-Teilnehmer aus München, Dortmund, Leipzig und Leverkusen vergangene Woche insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel der Aktion ist es, notleidenden Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga im Zuge der Corona-Krise finanziell unter die Arme zu greifen. Wie der „SPIEGEL“ berichtet, ist nun jedoch innerhalb des deutschen Profi-Fußballs ein Streit über die vermeintlich große Geste entstanden.



Am vergangenen Donnerstag haben die vier deutschen CL-Teilnehmer einen Notfallfonds für finanziell angeschlagene Fussball-Klubs in Höhe von 20 Mio. Euro initiiert. Diese Aktion wurde von Fans und Medien als große solidarische Geste gefeiert. Aus der Liga gab es indes nur wenig Beifall und Danksagungen.

Der „SPIEGEL“ liefert nun den vermeintlichen Grund für die Zurückhaltung bei den deutschen Profi-Klubs. Demnach haben die Bayern, der BVB, Leipzig und Leverkusen einen Großteil ihrer „Spende“ aus einem Topf finanziert, der ihn in dieser Form gar nicht zusteht.

Wer hat Anspruch auf die Rücklagen der DFL?

Im Rahmen einer Pressemitteilung hat die DFL vergangene Woche erklärt, wie sich die 20 Mio. Euro der vier Klubs zusammensetzen. 7,5 Mio. Euro haben die Vereine aus der eigenen Taschen beigesteuert. Der deutlich größere Teil, 12,5 Mio. Euro, stammen jedoch aus „noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der DFL“.

Genau um diese Medienerlöse ist nach Informationen des „SPIEGEL“ nun ein Streit entfacht. Genauer gesagt darum wer viel Anspruch auf die Medienerlöse der DFL hat. Denn in Summe hat die Deutsche Fussball Liga 2016 eine Rücklage aus Medienerlösen in Höhe von 50 Mio. Euro angelegt. 5 Millionen Euro wurden seither in strategische Projekte investiert, wie z.B. für den Aufbau der virtuellen Bundesliga. Aus den restlichen 45 Mio. Euro haben sich die vier CL-Teilnehmer 12,5 Mio. Euro für die Solidaritätsaktion „gutgeschrieben“.

Laut Steffen Schneekloth, Präsident des Zweitligisten Holstein Kiel, ist dieses Vorgehen jedoch nicht rechtmäßig, da es einen offiziellen Präsidiumsbeschluss benötigt hätte um den Rücklagen-Topf zu verteilen. Diesen Umstand hat Schneekloth auch auf der heutigen Krisensitzung angesprochen.

Schneekloth verwies zudem darauf, dass der Rücklagentopf, aus dem sich die Bayern und die anderen Klubs bedient haben, ursprünglich für die Spielzeit 2020/2021 angedacht war. Laut einer DFL-Präsentation vom 16. März hätte dieser über die neue Saison hinweg verteilt werden sollen. Entscheidend dabei ist, dass die DFL im Rahmen der ersten Krisensitzung vor knapp zwei Wochen darauf verwiesen hat, dass dieser Sondertopf von 45 Millionen Euro durch Beschluss des Präsidiums nach neuen Kriterien verteilt werden kann.

Heißt im Klartext: die vier CL-Teilnehmer haben einen „eigenen Verteilschlüssel“ für den Rücklagentopf angewandt und sich damit Gelder gesichert bzw. dem Notfallfonds zugeführt, über die sie weder in der Höhe, noch zeitlich hätten verfügen dürfen.