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Schwere Entscheidung: Der 3. Liga droht der vorzeitige Saisonabbruch

3. Liga
Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Während die Bundesliga und die 2. Liga mit aller Macht versuchen die laufende Saison regulär zu beenden, droht der 3. Liga in Deutschland der vorzeitige Saisonabbruch. Am Donnerstag tagen der DFB und die 20 Klubs und beraten über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise.

Für die Fussball Bundesliga sind Geisterspiele der einzige Weg die laufende Saison zu Ende zu spielen. Auch wenn ein Ausschluss der Öffentlichkeit mit immensen finanziellen Einbußen verbunden wäre, droht bei einem vorzeitigen Saisonabbruch ein deutlich größerer wirtschaftlicher Schaden.

Kurioserweise sieht dies in der 3. Liga anders aus. Die Vereine fürchten eine Fortsetzung der unterbrochenen Saison mit Geisterspielen. Dies würde laut den Verantwortlichen zu zahlreichen Insolvenzen führen.

Geisterspiele sind für viele Klubs keine Option

Anders als bei der Bundesliga und der 2. Liga ist nicht die DFL für die 3. Liga verantwortlich, sondern der Deutsche Fussball-Bund. Dieser trifft sich heute mit den Vertretern der 20 Klubs, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Die Aussichten sind alles andere als optimal. Während der DFB eine Fortsetzung der laufenden Saison anstrebt, sprechen sich immer mehr Klubs für einen Saisonabbruch aus.

Zwickau-Klubchef Tobias Leege sieht in Geisterspielen keine echte Lösung des Problems, im Gegenteil: „Für uns wären Geisterspiele ein weiterer Genickbruch. Durch die wirtschaftlichen Einschnitte wird es viele Vereine und Klubs geben, die eine Insolvenz möglicherweise nicht überleben werden“.

Bernd Niewöhner, Münster-Finanzgeschäftsführer, hat ausgerechnet, dass ein Geisterspiel seinen Klub knapp 80.000 Euro kosten würde. Diese Kosten sind ohne Zuschauereinnahmen nicht zu kompensieren.

Jena Geschäftsführer Chris Förster machte indes deutlich, dass Spiele ohne Zuschauer keinen Sinn machen: „Für uns und viele anderen Drittligisten stellen Geisterspiele eigentlich keine Option dar“.

Besonders bitter: Der Deutsche Fussball-Bund darf als Verein den Klubs trotz massiver Rücklagen von über 100 Mio. Euro keine direkten Geldzahlungen zukommen lassen und damit in den aktuell schweren Zeiten finanziell unter die Arme greifen.

Sollte es tatsächlich zu einem vorzeitigen Abbruch kommen, ist es derzeit noch vollkommen offen wir die Spielzeit sportlich gewertet wird und was in Sachen Auf- und Abstieg geregelt wird.