Bundesliga

SPD-Vize Kühnert warnt die DFL: „Der Fussball fügt sich einen erheblichen Imageschaden zu“

Bundesliga
Foto: imago images

Die Kritik an den geplanten Neustart-Plänen der Deutschen Fussball-Liga hält weiterhin an. Mit SPD-Vize Kevin Kühnert hat sich ein weiterer Spitzenpolitiker gegen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga ausgesprochen.



Kühnert äußerte sich im Interview mit der dem „Münchner Merkur“ und der „tz“ über den gepanten Bundesliga-Neustart und hält diesen mit Blick auf die aktuelle Lage in Deutschland für nicht vermittelbar.

„Das hat eine ungeheure negative Symbolkraft“

Während BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor kurzem noch betonte, dass eine zeitnahe Fortsetzung der Bundesliga eine „positive Symbolkraft“ für ganz Deutschland hätte, sieht dies Kühnert komplett anders: „In so einer Phase möchte der Profifußball den Spielbetrieb wieder aufnehmen – das hat eine ungeheure negative Symbolkraft“.

Der 30-jährige ist sich sicher, dass sich die Bundesliga damit keinen Gefallen tut: „Der Fußball fügt sich damit einen erheblichen Imageschaden zu, mutmaßlich einen größeren, als es die Pandemie tut“. Kühnert nannte auch konkrete Gründe warum er gegen den geplanten Neustart ist: „Tausende Corona-Tests für die Spieler, während nicht mal das medizinische Personal fortlaufend getestet wird sowie Zweikämpfe und Rudelbildungen in Zeiten von Abstandsgeboten, das wird doch sehenden Auges nach hinten los gehen“.

Kühnert kritisiert auch die Einstellung der DFL gegenüber den Medienpartnern. Demnach habe die Liga aus Angst von Anfang an einen Neustart forciert, ohne sich mit anderen Optionen zu beschäftigen: „Es gab kaum Diskussionen darüber, wie ein geordneter Saisonabbruch abgewickelt werden könnte. Stattdessen wurde von Anfang an versucht, die Fortsetzung durchzuboxen, komme, was wolle“.