Bundesliga

Datenanalyse bestätigt: Corona-Auszeit hat kaum „Folgeschäden“ verursacht

Thomas Müller
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Die Bundesliga hat ihren ersten „Corona-Spieltag“ erfolgreich absolviert. Während Fans, Medien und Experten vor dem Neustart relativ skeptisch waren hinsichtlich der „Qualität des Fußballs“, hat eine datengestützte Auswertung des Instituts für Spielanalyse nun belegt, dass die Spieler durch die lange Zwangspause keine Leistungseinbußen erlitten haben.

Auch wenn sich Spieler und Fans sicherlich noch an die Geisterspiele gewöhnen müssen, hat der vergangenen Spieltag durchaus Lust auf mehr gemacht. Der erwartete „Rumpelfußball“ hat sich in Grenzen gehalten, dieser Eindruck lässt sich auch anhand von objektiven Daten belegen.

Das „Institut für Spielanalyse“ aus Potsdam hat den 26. Spieltag in der Bundesliga ausgiebig analysiert und dabei durchaus erstaunliche Erkenntnisse erlangt.

Höhere Laufleistung, mehr effektive Spielzeit und weniger Fehlpässe

Während viele Fans skeptisch waren zeigte sich Freiburg-Coach Christian Streich nach dem ersten „Corona-Spieltag“ alles andere als überrascht davon, dass die Qualität des Spiels durch die lange Pause beeinflusst wird: „Das Drumherum war richtig komisch, aber das Spiel nicht. Ich habe nie gedacht, dass ohne Zuschauer die Qualität leidet“.

Laut dem „Institut für Spielanalyse“ war am vergangenen Wochenende eine höhere Laufleistung und Laufintensität, mehr effektive Spielzeit und weniger Fehlpässe zu beobachten. Mit einer mittlerer Laufleistung von 116 Kilometer pro Mannschaft lag dieser Wert exakt auf dem Niveau der bisherigen Spielzeit. Die Werte bei „intensiven Läufen“ waren mit 702 (zuvor im Schnitt 686), bei Sprints mit 220 (219) und Tempoläufen mit 482 (467) sogar besser.

Ivan Perisic
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Zudem stand die Sicherheit bei Spielern und Trainern zum Restart im Fokus. Das zeigt vor allem die größere Anzahl der Pässe von 883 (zuvor: 830) und die geringere Fehlpass-Quote. Als logische Konsequenz war auch ein Rückgang der Offensivaktion zu erkennen. Auffällig dabei: Insgesamt wurden „nur“ 219 Torschüsse (240 im Schnitt waren es zuvor) gezählt. Vor allem in der Schlussphase, zwischen der 76. und 90. Minut, gab es deutlich weniger Offensivaktionen und Tore.

Interessant ist zudem: Die effektive Spielzeit ist von 55,6 Minuten auf 57,7 Minuten spürbar angestiegen. Was vor allem daran liegt, dass es weniger Fouls, weniger Theatralik und Reklamationen bei Schiedsrichter-Entscheidungen gab.