Bundesliga

DFL-Chef Seifert: „Gleichverteilung der TV-Gelder ist eine Illusion“

Christian Seifert
Foto: imago images

Schon seit Wochen herrscht eine intensive und emotionale Debatte innerhalb der Fußball Bundesliga, wie in Zukunft die Medienerlöse unter den Vereinen verteilt werden. Viele (kleinere) Klubs haben sich für eine Reform der Verteilsystematik ausgesprochen und erhoffen sich dadurch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. DFL-Chef Christian Seifert hingegen ist ein klarer Gegner einer Gleichverteilung der TV-Gelder.

Die Verteilung der TV-Gelder könnte sich ab der Saison 2021/22 ändern. Bis zum Ende des Jahres möchte das DFL-Präsidium eine Entscheidung treffen ob und wenn ja wie groß eine Reform des Verteilschlüssels ausfallen wird. Während das Präsidium früher von den großen Klubs aus der 1. Bundesliga dominiert wurde, haben sich die kleineren und mittleren Vereine aus der 1. und 2. Liga eine Mehrheit in dem Gremium gesichert. Gerüchten zufolge könnte dies am Ende den Ausschlag für eine Reform geben.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der ebenfalls Teil des Präsidiums ist und damit mitentscheiden darf, hat sich bereits deutlich positioniert und gegen eine Gleichverteilung der Medienerlöse ausgesprochen.

„Die Hebel sind in dieser Hinsicht überschaubar“

Der 51-jährige äußerte sich im Gespräch mit dem „kicker“ über eine mögliche Reform bei der Verteilung der TV-Gelder und hält dies für den falschen Ansatz: „Die Hebel sind in dieser Hinsicht überschaubar. Die nationalen Medienerlöse werden zu 54 Prozent gleich verteilt. Das ist mehr als in allen anderen europäischen Ligen. Ich halte es für eine Illusion, dass eine vollständige Gleichverteilung der nationalen Medienerlöse der Schlüssel für einen spannenderen Titelkampf ist“.

Seifert glaubt sogar, dass es bei einer Gleichverteilung zu einem gegenteiligen Effekt kommen könnte: „Klubs wie Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg, die sich in den vergangenen Jahren durch sportliche Leistungen auch hinsichtlich der Ausschüttung der Medienerlöse nach oben gespielt haben, werden dadurch benachteiligt“.