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Flick zeigt sich experimentierfreudig: Sarr und Alaba mit neuer Rolle

Serge Gnabry und Bouna Sarr
Foto: imago images

Beim Arbeitssieg in der Fremde gegen Köln zeigte sich Bayern-Trainer Hansi Flick experimentierfreudig. Er betraute Spieler mit neuen Positionen und verzichtete auf den absoluten Torgaranten. Dabei ist nicht alles so gelungen, wie gedacht.

Die enorme Kadertiefe gehört wohl zu einer der großen Stärken des FC Bayern. Wenn eigentlich gesetzte Profis wie Robert Lewandowski (32) oder Leon Goretzka (25) geschont werden sollen oder ausfallen, kann Hansi Flick auf starke Vertreter zurückgreifen. So geschehen beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln am vergangenen Spieltag – allerdings mit doch recht überraschenden Entscheidungen.

Bouna Sarr und der schwache Fuß

Der 28-jährige Neuzugang aus Marseille durfte von Anfang an die linke Abwehrseite beackern. Ungeachtet seines eigentlich starken rechten Fußes ist ihm dies auch passabel gelungen. Allerdings vertändelte er hin und wieder ein paar Bälle, da er zu sehr damit beschäftigt war, sich den Ball auf seinen stärkeren Fuß zu legen. Gegen Frankfurt durfte er beispielsweise schon auf der rechten Abwehrseite ran, wo er sich aus objektiver Sicht etwas wohler fühlt. Trotzdem ist er als ein ordentlicher Ersatz für den momentan verletzten Alphonso Davies anzusehen.

Neues Innenverteidiger-Duo

Niklas Süle und Jérôme Boateng durften in und gegen Köln gemeinsam das Abwehrzentrum bilden. Zwei Rechtsfüße also?! Und das, obwohl Flick normalerweise auf einen Links- und einen Rechtsfuß auf der Innenverteidiger-Position setzt – wie zum Beispiel auf die Kombination aus den beiden abwanderungswilligen Spielern Jérôme Boateng und David Alaba. Trotz der vermeintlichen Verletzung seiner eigenen Prinzipien ging Flick also den „rechten“ Weg – mit Erfolg. Der aktuelle deutsche Nationalspieler Süle und Ex-Kollege Boateng absolvierten die Partie souverän.

Alaba ab in die Mitte

Da Leon Goretzka aufgrund muskulärer Beschwerden fehlte, musste Flick für Ersatz sorgen. Diese Mammutaufgabe ließ er zunächst dem einstigen Rekordeinkauf Javi Martínez zukommen, der seine Sache sicher erledigte. Auch Martínez liebäugelte in der Sommerpause mit einem Wechsel, blieb allerdings, und heimst dafür momentan umso mehr Lob von Hansi Flick ein. Ab der 79. Minute durfte dann der eigentlich als Innenverteidiger gesetzte David Alaba das Ruder im defensiven Mittelfeld übernehmen. Er überzeugte zwar mit Laufstärke und Passgenauigkeit, wird in Zukunft aber wohl eher wieder in der Abwehr eingesetzt werden.

Choupo-Moting im Sturm und Drang

Robert Lewandowski wurde trotz seiner augenscheinlichen Unverzichtbarkeit eine kleine Pause gegönnt, wodurch der Neuzugang Eric-Maxim Choupo-Moting eine Chance als Sturmspitze erhielt. Der 31-jährige, der bereits für Mainz und Schalke in der Bundesliga einnetzte, blieb über weite Strecken allerdings etwas blass. Trotz zweier Torschüsse fand er nicht so recht in die Partie. Bei ihm handelt es sich natürlich trotzdem um einen starken Spieler – keine Frage (im DFB-Pokalspiel gegen den FC Düren konnte er beispielsweise 2 Treffer zum Sieg dazusteuern) – aber an Robert Lewandowski und der aktuellen Topform des Polen kommt Choupo-Moting schlicht und ergreifend nicht vorbei.

Rundum erfolgreich war Hansi Flick mit seinen Spielererprobungen zwar nicht ganz, aber der Sieg gegen Köln ist trotzdem in der Tasche. Die Rotation zeigt aber, über welche mannigfaltigen Alternativen der FC Bayern verfügt. Flick hierzu: „Wir reden immer von Belastungssteuerung. Wir haben alle drei, vier Tage ein Spiel. Wir müssen auch immer wieder reisen. Das ist für die Spieler auch eine mentale Belastung. Da tut es gut, wenn man ein oder zwei Spieler mal zu Hause lassen kann.“ – Die Kadertiefe des Rekordmeisters erlaubt’s  jedenfalls.