FC Bayern News

Nach der Kimmich-Verletzung: Wer ersetzt den Mittelfeld-Chef beim FC Bayern?

Joshua Kimmich
Foto: Friedemann Vogel - Pool/Getty Images

Es waren dramatische Szenen, die sich am Samstagabend im Signal Iduna Park abgespielt haben. Nach einem Zweikampf mit Erling Haaland bleibt Joshua Kimmich verletzt liegen. Sein Blick erfüllt von Schmerz und Furcht, während die Bayern-Mediziner erste Checks an Kimmichs lädierten Knie durchführten. Sofort wurden Erinnerungen an Holger Badstuber wach, der sich vor acht Jahren ebenfalls gegen Dortmund einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und sich nie so richtig davon erholen konnte. Am Sonntag folgte zumindest leichtes Aufatmen. So zog sich der als „unkaputtbar“ geltende 25-Jährige „nur“ einen Meniskuseinriss zu und soll Anfang des Jahres wieder fit sein.

Joshua Kimmich ist wohl neben Robert Lewandowski und Manuel Neuer der Spieler, den die Münchner am schwersten ersetzen können. Als emotionaler Leader, Passgeber und Stratege ist er aus dem Münchner Mittelfeld nicht wegzudenken: „So ein Ausfall wäre für uns nicht so einfach wegzustecken“, gab auch Trainer Hansi Flick zu. Vor dieser herausfordernden Situation stehen die Bayern aber nun. Demnach dürfte die Rolle von Leon Goretzka in den nächsten Wochen noch wichtiger werden. Doch wer nimmt den Platz neben dem Nationalspieler ein?

Zwölfter Mann Tolisso oder Routinier Martinez: Wer kann Kimmich besser ersetzen?

Corentin Tolisso
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Erster Kimmich-Ersatz dürfte der Franzose Corentin Tolisso sein, der in den letzten Wochen ein Dasein als zwölfter Mann trieb und auch in Dortmund Kimmichs Platz einnahm. Der 26-Jährige verfügt über großes Potenzial und zeigte sich zuletzt in guter Form. Ein wenig problematisch wäre die Kombination Goretzkaund Tolisso dennoch. So verstehen sich beide als klassische Box-to-Box-Spieler, die gerne mit in den Strafraum gehen um ihre Torgefahr zur Geltung zu bringen. Zwar verfügt Tolisso über ein ordentliches Passspiel und traut sich auch lange Pässe zu, kann aber als Aufbauspieler und Spielgestalter nicht mit Kimmich mithalten.

Auch in Punkto Zweikampf und Biss ist der Franzose noch nicht ganz auf dem Niveau des Deutschen angekommen. Letzteres kann Javi Martinez zweifellos. Der Spanier dürfte noch immer der defensivstärkste Mittelfeldspieler der Münchner sein und hätte wohl kaum Probleme im Verbund mit Goretzka für Stabilität zu sorgen. Nach vorne ist der verlässliche Spanier jedoch ein wenig beschränkt in seinen Fähigkeiten. Ein sauberer Spielaufbau mit Kreativität und Ideenreichtum dürfte es mit dem Duo Martinez und Goretzka wohl zu selten geben. Vor allem in der Bundesliga, wo die meisten Gegner sehr tief stehen, dürfte diese Variante kaum eine Option sein.

Marc Roca und David Alaba lauern auf Mittelfeld-Position

Schwer dürfte es auch für Marc Roca werden, was jedoch keineswegs an den prinzipiellen Anlagen des Spaniers liegt. Mit seiner guten Übersicht, seiner Passstärke und seiner Spielintelligenz versteht sich Roca als klassischer Sechser. Während der 23-jährige große Teile des Spielaufbaus übernehmen würde, könnte Goretzka seinen Offensivdrang perfekt ausspielen. Wenngleich das Duo auf dem Papier gut zusammenpassen müsste, dürfte es für Flick dennoch nicht erste Wahl sein. Dieser scheint den Neuzugang noch nicht bereit zu sehen und gab ihm auch zuletzt nur wenige Minuten: „Er wird ein bisschen brauchen, um unsere Idee vom Fußball zu verinnerlichen“, erklärte Flick vor wenigen Wochen.

David Alaba
Foto: imago images

Somit kommt für die Münchner noch eine ganz andere Alternative ins Spiel. So groß waren die Chancen von David Alaba wohl noch nie, längerfristig auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld zu agieren. Zwar erklärte Flick unlängst, dass er Alaba in der Innenverteidigung sehe, so könnten die Würfel nun neu fallen. Alaba ist ein klassischer Allrounder, der quasi keine Schwächen besitzt. Mit seinem sauberen Passspiel, einer hohen Spielintelligenz und Geschick im Zweikampf, könnte der Österreicher an der Seite von Goretzka durchaus funktionieren.

Problem bei der Sache: Entweder Boateng oder Süle müssten auf die Position des linken Innenverteidigers einnehmen. Noch interessanter dürfte die Option werden, wenn Alphonso Davies zurückkommt. Dieser könnte seinen Platz als Linksverteidiger zurückerobern, während Hernandez in die linke Innenverteidigung rückt. Bis dahin wird es jedoch noch mindestens einen Monat dauern.