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Joshua Kimmich über Familie, Freunde und Zeiten des Zweifelns

Joshua Kimmich
Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Mit seinem Ehrgeiz, seinem Selbstbewusstsein und seiner fußballerischen Klasse ist Joshua Kimmich eine der absoluten Säulen im Spiel der Bayern. Doch auch der 25-Jährige musste sich sein Standing im Laufe der Jahre mit viel Disziplin und Durchhaltevermögen erarbeiten. Im Podcast mit fcbayern.com erzählt Mentalitäts-Monster Kimmich über Phasen des Zweifelns, seine Rolle als Familienvater und Freundschaften beim FC Bayern.

Nur selten wurde Joshua Kimmich in den letzten Spielzeiten eine Pause gegönnt. Zu wichtig sind seine Emotionen auf dem Platz und sein Ideenreichtum als Spielgestalter. Nach seiner Knieverletzung ist nun aber Pause vom Fußball angesagt. Doch bei allem Negativen gibt es auch eine Kehrseite Medaille. So hat der zweifache Vater nun mehr Zeit mehr, für seine junge Familie zu sorgen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und zeigt, dass der Fußball nicht alles ist. So ein Moment ist einzigartig und mit das Schönste und Größte, das es gibt auf der Welt,“ verrät er über die Geburt seiner erst wenigen Wochen alten Tochter.  „Mir ist es wichtig, dass man sich auf mich verlassen kann, dass Menschen mir vertrauen können,“ so der harmoniebedürftige Familienvater. Doch nicht nur innerhalb seiner Familie und auf dem Platz zeigt er vollen Einsatz. So gründete er mit Mitspieler Goretzka die Initiative #WekickCorona, bei der bereits fünf Millionen Euro zur Bekämpfung der Corona-Auswirkungen gesammelt werden konnten. „Wir sind dankbar, wie viele Menschen mit aufgesprungen sind. Es macht uns auch stolz und zeigt, dass die Menschen ein großes Vertrauen in uns setzen“, so Kimmich.

Kimmich über kritische Phase: „Da wäre mir mein Ehrgeiz zum Verhängnis geworden“

Der 25-Jährige ist ein Kämpfer und verlangt von sich selbst, immer zu 100 Prozent zu funktionieren. Eigenschaften mit denen er den steinigen Weg zum Fußball Star gemeistert hat, dabei aber auch an seine körperlichen Grenzen stieß. So hatte dieser in der Jugend drei, vier Jahre Probleme mit dem Schambein, die er aus Angst den Anschluss zu verlieren, nicht ausheilen ließ. „Ich hatte das Glück, dass ich von Stuttgart nach Leipzig gewechselt bin. Die haben mir gesagt, dass ich drei bis vier Monate raus bin, um meine Verletzung auszukurieren. Sonst hätte ich es wohl nicht geschafft, stabil zu werden und mein Ehrgeiz wäre mir zum Verhängnis geworden“, gesteht er. Als zweite schwere Phase seiner Karriere bezeichnet Kimmich die Zeit unter Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti. Ich bin als Zweitliga-Spieler gekommen und war am Ende der Saison Nationalspieler.  Bei Carlo musste ich mich erst mal wieder hinten anstellen, und da hast du dann schon Tage, wo du dich fragst: ‘Reicht das überhaupt? Reicht deine Qualität, um bei Bayern München zu spielen?‘“, erinnert er sich. Selbst als gereifter Spieler gibt der Mittelfeld-Chef zu, sich seiner Sache nicht immer sicher zu sein. „Es gibt immer wieder Phasen, in denen man Selbstzweifel hat. Auch jetzt, wenn man die Champions League gewinnt, hast du danach Spiele, wo du selbst nicht so gut spielst, und dann denkst: ‘Da musst du besser werden. Das kann doch nicht sein‘“, zeigt er sich selbstkritisch.

„Umso schöner, solche Erfolge mit Menschen zu feiern, die man mag“

Der 25-Jährige gilt als absoluter Perfektionist, fordert von sich und seinen Mitspielern das Maximum an Einsatz und wird dabei auch mal emotional. Selbst wenn Kimmich mit seiner Art aneckt, ist er einer der angesehensten Profis der Liga und auch bei den Mitspielern beliebt. Den engsten Draht hat er zu Serge Gnabry, doch auch David Alaba und Leon Goretzka würde er „mit auf eine einsame Insel nehmen. „Das wäre eine lustige Runde. Wir waren auch nach dem Champions-League-Finale gemeinsam auf Ibiza“, verrät er. Erfolge, wie in der letzten Saison, seien auch wegen seiner Freunde ein besonderes Erlebnis gewesen. „Es ist umso schöner, solche Erfolge mit Menschen zu teilen, die man mag. Dann schätzt man das noch mehr,“ zeigt er sich dankbar.