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Kurios: Bayern lockte Coman 2015 mit Fake-Präsidenten an die Isar

Kingsley Coman und Matthias Sammer
Foto: Hannes Magerstaedt/Bongarts/Getty Images

Kingsley Coman präsentiert sich seit Monaten in absoluter Topform und hat sich mit seinem CL-Finaltor einen Platz in den Geschichtsbüchern des FC Bayern gesichert. Wie nun bekannt wurde, wäre der Franzose beinahe nicht beim deutschen Rekordmeister gelandet. Die Münchner mussten erst einen Trick anwenden, um den Flügelflitzer für sich zu gewinnen.

Im Sommer 2015 wechselte Kingsley Coman auf Leihbasis von Juventus Turin zum FC Bayern. Im Gespräch mit dem „kicker“ verriet Michael Reschke, der damals technischer Direktor in München war, dass der Transfer beinahe nicht zustande gekommen wäre. Neben internen Zweifel von Karl-Heinz Rummenigge & Co. verliefen auch die Gespräche zwischen der Coman-Seite und den Bayern nicht reibungslos.

„Michael sagt, Coman ist gut, ich vertraue ihm“

Eigenen Aussagen zufolge wollte Reschke Coman bereits im Sommer 2014 zu Bayer Leverkusen locken, doch der Youngster entschied sich damals für Juventus Turin. Ein Jahr später ergab sich eine neue Gelegenheit für den 63-jährigen als Pep Guardiola neben Arjen Robben, Franck Ribery und Douglas Costa einen vierten Flügelspieler forderte. Reschke versuchte sein Glück erneut und war diesmal erfolgreich.

Wie der „kicker“ berichtet, gab es Bayern-intern damals große Zweifel ob ein Ersatzspieler von Juventus Turin den deutschen Rekordmeister wirklich weiterhelfen könne. Guardiola verließ sich damals jedoch voll und ganz auf Reschke: „Michael sagt, Coman ist gut, ich vertraue ihm“. Erst die finanziellen Konditionen (2-jährige Leihe mit Kaufoption) sorgten jedoch letztendlich dafür, dass Rummenigge und Hoeneß ihr grünes Licht gaben.

Laut Reschke wäre der Deal dennoch beinahe gescheitert. Während sich die Bayern mit Juve recht schnell einig wurden, stand noch eine Einigung mit der Coman-Seite aus. Eine mehrköpfige Delegation reiste damals extra an die Säbener Straße und zeigte sich sehr hartnäckig in den Verhandlungen. Erst als Reschke einen FCB-Mitarbeiter, der ihm zufällig auf dem Gang über den Weg lief, als vermeintlichen Klub-Präsidenten in die Gespräche involvierte und dieser lautstark immer wieder die Forderungen der Coman-Berater ablehnte und dabei auf den Tisch schlug, wendete sich das Blatt zu Gunsten der Bayern. Als der Fake-Präsident bekannt gab, dass er in fünf Minuten das Meeting verlassen muss, fanden die beiden Seiten doch noch zusammen und Coman wechselte zum FC Bayern.

„Es war ein Granatendeal für Bayern“

Kurioserweise wäre auch die feste Verpflichtung zwei Jahre später beinahe geplatzt. Wie Reschke berichtet, waren die Bayern-Bosse nach wie vor nicht restlos von Coman überzeugt: „Ich habe wahnsinnig um ihn gekämpft. Ich war komplett überzeugt von ihm und wäre fast verrückt geworden“. Erst einen Tag vor Ablauf der Kaufoption haben die Bayern zugestimmt und 21 Mio. Euro an Juve überwiesen.

Neben den jüngsten sportlichen Erfolgen hat Coman seinen Marktwert drei Jahre später verdoppelt, Tendenz stark steigend, und ist zum Leistungsträger und Stammspieler in München aufgestiegen. Für Reschke steht fest – „Es war ein Granatendeal für Bayern“ und auch Rummenigge bezeichnet den 24-jährigen Franzosen im Gespräch mit dem „kicker“ mittlerweile als unverkäuflich.