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Camavinga, Aouar & Co. – Droht der Ligue 1 der große Ausverkauf im Sommer?

Eduardo Camavinga
Foto: imago images

Während die Fußball Bundesliga bei der letzten Vergabe der TV-Rechte mit einem blauen Auge davongekommen ist, droht der französischen Ligue 1 der finanzielle Kollaps. Grund hierfür ist der Rückzug des Rechte-Inhabers Mediapro. Dies könnte unter anderem dazu führen, dass zahlreiche Vereine in Frankreich kommenden Sommer ihre Topstars und Talente verkaufen müssen.

Der FC Bayern wurde in den vergangenen Wochen immer wieder mit Eduardo Camavinga und Boubacar Kamara in Verbindung gebracht, zwei Top-Talenten aus der französischen Ligue 1. Beide sollen bei den Münchnern ganz weit oben auf der Wunschliste stehen und kosten Gerüchten zufolge jeweils 50 Mio. Euro.

Bedingt durch den Ausstieg des TV-Rechte-Inhabers Mediapro geraten die Klubs in Frankreich unter gewaltigen finanziellen Druck, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen wird, dass viele Spieler kommenden Sommer gewinnbringend ins Ausland verkauft werden.

Marseille & Co. fehlen 1 Mrd. Euro pro Saison

Wie viele anderen europäischen Ligen kämpft auch die Ligue 1 mit den finanziellen Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie. Jetzt kommt auch noch der Rückzug von Mediapro dazu. Laut dem „kicker“ fehlt der Liga damit eine Milliarde Euro pro Saison. Der Vertrag mit chinesisch-spanischen Konsortium wurde 2018 geschlossen worden, mit einer ursprünglichen Laufzeit von 2020 bis 2024.

Der Abschluss wurde als damals als „großer Schritt“ für die Ligue 1 im Wettkampf gegen die Bundesliga, Premier League und La Liga gefeiert. Doch bis dato hat die Liga weniger als 150 Mio. Euro von Mediapro an Ratezahlungen erhalten. Im August dieses Jahres stellte das Unternehmen seine Zahlungen komplett ein. Eine Stundung der Ratezahlungen wurde seitens der französischen Liga kategorisch abgelehnt, kurz danach meldete Mediapro Insolvenz an.

Während sich Vereine wie Paris Saint-Germain dank seiner Anteilseignerstruktur und Einnahmen aus der Champions League „über Wasser halten können“, sind die fehlenden Zuschauereinnahmen und die ausbleibenden TV-Zahlungen ein Supergau für alle anderen Klubs.

Klar ist: Die französischen Vereine werden in den kommenden Monaten weiter unter finanziellen Druck geraten. Der Verkauf von jungen Talenten und etablierten Leistungsträgern wird für viele die einzige Möglichkeit sein, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Es wird spannend zu sehen ob und wie die Bundesliga-Klubs von dieser Entwicklung profitieren werden.