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Die Rechtsverteidiger-Position wird zur größten Baustelle der Bayern

Benjamin Pavard
Foto: Lukas Barth-Tuttas - Pool/Getty Images

Auf ein wenig überraschende, aber stets überzeugende Art und Weise, hat sich Benjamin Pavard im Vorjahr auf der Rechtsverteidiger-Position durchgesetzt. Es waren seine stabilen Leistungen, die eine dauerhafte Versetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld erst ermöglicht hatten. Nun schwächelt der Weltmeister von 2018 allerdings gewaltig.

Beim großen Champions League-Siegeszug fehlte Benjamin Pavard verletzt, an seiner Stammrolle bei den Bayern war jedoch kein Zweifel aufgekommen. Dies hat sich jedoch im Laufe der Hinrunde geändert. So ist der Mehrwert des Franzosen derzeit eher umstritten. Zwar trat er im Spiel nach vorne auch im Vorjahr nicht so oft in Erscheinung, so konnte er dennoch punktuell Nadelstiche setzen. So gelangen ihm vier Tore und fünf Vorlagen in der Liga, wohingegen er in der laufenden Saison noch keinen Scorer verzeichnen konnte. Neben seinem fehlenden Offensivdrang ist es aber auch die Defensive Stabilität (Zweikampfquote 54%), die dem 24-jährigen mehr und mehr abhanden gekommen ist. Damit eben auch die Fähigkeit, die eine Stammposition bei den Münchnern überhaupt legitimiert.

Bouna Sarr, Joshua Kimmich und Niklas Süle gefährden Pavards Stammplatz

Glück im Unglück für Pavard, dass sein Konkurrent Bouna Sarr derzeit auch nicht überzeugen kann. Der 28-jährige Franzose kam im Sommer aus Marseille, nachdem der Transfer von Sergino Dest gescheitert war. Für mehr als eine Back-Up-Rolle scheint es bei diesem jedoch nicht zu reichen. Auch deswegen sah sich Hansi Flick gezwungen, auf der Rechtsverteidiger-Position zu experimentieren. So nahm Niklas Süle bereits zweimal die ungewohnte Rolle ein. Mit seinen 1,95 und knapp 100 Kilogramm passt dieser jedoch deutlich besser in die Innenverteidigung. Daher spielte dieser auch in einer etwas asynchronen Rolle als rechter Innenverteidiger, während sein Pendent auf links, Alphonso Davies offensiver agieren durfte. Zwar machte der deutsche Nationalspieler seine Sache ordentlich, ein Modell für die Zukunft ist dies jedoch eher nicht.

Noch unwahrscheinlicher ist es jedoch, dass Joshua Kimmich wieder dauerhaft nach rechts hinten rückt. Zwar ging Flicks Schachzug gegen Mainz 05 perfekt auf, indem er Kimmich zur Halbzeit auf die rechte Seite stellte, so wird der 25-jährige trotz allem im Mittelfeld dringender benötigt.

Rummenigge steht hinter Pavard: „Kann einer der besten Rechtsverteidiger der Welt werden“

Für Benjamin Pavard heißt es nun, so schnell wie möglich in die Spur zu kommen. Prominente Führsprecher im Verein hat der Defensiv-Spezialist jedenfalls. „Benji ist ein Superspieler, der noch viel besser werden kann. Er ist ein fantastischer Verteidiger und absolut in der Lage, einer der besten Rechtsverteidiger der Welt zu werden“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt. Nichts desto trotz ist die Rechtsverteidiger-Position eine der wenigen Planstellen, bei denen die Bayern nicht 1A aufgestellt sind.