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Süle, Goretzka & Co. – Wie gehen die Bayern mit den auslaufenden Verträgen um?

Leon Goretzka und Niklas Süle
Foto: imago images

Das dem FC Bayern ein größerer Umbruch in naher Zukunft bevorsteht ist bekannt. Mit Jérôme Boateng, David Alaba und Javi Martínez fallen nach dieser Saison wohl drei Defensiv-Stützen weg. Lewandowski-Ersatz Eric Maxim Choupo-Moting und Juve-Leihe Douglas Costa werden allem Anschein nach auch keinen Anschlussvertrag erhalten. Doch auch auf die Saison drauf muss ein Blick geworfen werden.



Bei insgesamt fünf Spielern läuft nach der Saison 2021/22 das Arbeitspapier aus. Neben den gestandenen Bundesliga-Profis Leon Goretzka, Niklas Süle und Corentin Tolisso wird sich der Rekordmeister auch bei den beiden 17-jährigen Jamal Musiala und Bright Arrey-Mbi langsam Gedanken machen, wie und ob es eine Zukunft beim FC Bayern gibt. Mit Blick auf die Bundesliga Tipps 2021 spielen diesen Verlängerung keine Rolle, dafür sind sie umso entscheidender für die Zukunft der Münchner.

Die Kollegen von „SPORT1“ haben sich hierzu mit den einzelnen Spieler näher befasst und auch wir wagen einen Blick in die „Glaskugel“.

Tendenz Verlängerung

Leon Goretzka, der 2018 ablösefrei vom FC Schalke 04 an die Isar wechselte, ist spätestens seit Hansi Flick Cheftrainer ist, nicht mehr aus der ersten 11 wegzudenken. Zusammen mit seinem kongenialen Partner Joshua Kimmich bildet er sowohl bei den Münchnern als auch in der Nationalmannschaft eine spiel- und zweikampfstarke Doppel-Sechs. In seinen 100 Pflichtspielen für Bayern gelangen dem 25-jährigen zudem 22 Tore und 21 Vorlagen.

Leon Goretzka
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Alles andere als eine Vertragsverlängerung wäre unsinnig. Kürzlich haben demnach beide Parteien großes Interesse an einer langfristigen Verlängerung des bestehenden Arbeitspapiers gezeigt. Goretzka ist zudem ein Vorzeige-Profi, der nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz vorangeht („WeKickCorona“-Initiative zusammen mit Kimmich).

Ähnlich sieht die Geschichte bei Bayerns Supertalent Jamal Musiala aus. Der 17-jährige Deutsch-Engländer kam in dieser Saison bereits in 23 von 29 Pflichtspielen zum Einsatz und löste dabei nach 21 Jahren auch Roque Santa Cruz als jüngsten Bayern-Torschützen aller Zeiten ab. Neben seinen beiden anderen Toren sorgte er aber vor allem wegen seiner Abgeklärtheit und seinen mutigen Dribblings für Freude bei den Bayern-Bossen und auch bei den Fans vor den Bildschirmen.

Auch Bundestrainer Jogi Löw ist diese Entwicklung nicht unbemerkt geblieben, so versucht er den gebürtigen Stuttgarter doch noch davon zu überzeugen für den DFB aufzulaufen (Musiala bestritt einen Großteil seiner U-Spiele für England). Der Rekordmeister und die Berater des Mittelfeldspielers sind bereits in „sehr guten“ Gesprächen. Aktuell besitzt er noch einen Jugendspieler-Vertrag bis 2022, laut Sport1-Informationen ist eine Unterschrift wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Auch beim jüngsten CL-Spieler der Vereinsgeschichte Bright Arrey-Mbi (17) läuft der Vertrag 2022 aus. Der Innverteidiger, der gegen Atlético Madrid sein Profi-Debüt gab, spielt regelmäßig in der Reserve des FC Bayern in der 3. Liga. Dort soll er erst mal weiterhin Spielpraxis sammeln. Dennoch sind die Bayern-Bosse daran interessiert, auch seinen Vertrag zu verlängern. Alphonso Davies bezeichnete ihn neulich sogar als das größte Nachwuchs-Talent des FCB.

Tendenz: unsicher

Niklas Süle (25) ist im Moment hinter Alaba und Boateng nur die Nummer 3 in der Innenverteidigung. In der laufenden Saison kam er sogar zeitweise als Rechtsverteidiger für Benjamin Pavard zum Einsatz. Für dem FC Bayern gibt es im Fall Süle eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder er wird nach dieser Saison für viel Geld verkauft (Marktwert laut Transfermarkt.de: 48 Mio. €) oder der Vertrag wird verlängert.

Niklas Süle
Foto: Lukas Barth-Tuttas – Pool/Getty Images

Für den Verkauf spricht wohl die immer noch angespannte finanzielle Lage in dieser Corona-Pandemie. Auf der anderen Seite können sich die Münchner es sich nicht leisten nach Alaba und Boateng auch noch Süle nach dieser Saison zu verlieren. Man würde dann 2021/22 nur noch mit Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou in die Saison starten (der Upamecano-Transfer ist immer noch in der Schwebe).

Laut Sport1-Informationen pokert Süles Berater Volker Struth um einen Top-Vertrag für Süle, lässt aber aufhorchen, dass auch ein Wechsel in die Premier League im Bereich des Möglichen liegt.
Eine sinnvolle Entscheidung wäre wohl, Süles Vertrag zu verlängern UND Upamecano von Leipzig abzulösen. Mit Hernandez (24), Süle (25), Upamecano (22) und Nianzou (18) hätten alle zentralen Verteidiger ihr bestes Fußballalter wohl noch vor sich.

Tendenz: Verkauf

Seit Jahren wartet in München bei Corentin Tolisso auf den Durchbruch. Der französische Weltmeister, der 2017 von Olympique Lyon nach München wechselte, wird aber auch ständig von Verletzungen zurückgeworfen. Und trotzdem ist das den Bayern-Verantwortlichen zu wenig Alibi. Zu selten zeigte sich der durchaus torgefährliche und passgenaue Tolisso als Spielentscheider oder großer Faktor. Im Schatten von Goretzka und Kimmich (oder davor Thiago) fand er nur in Ansätzen seinen Platz.
Aktuell werden 25,5 Mio. € Markwert von Transfermarkt.de aufgerufen. Realistisch ist wohl eine Ablösesummer von bis zu 20 Mio. €. Bei einem Interessenten wird der FC Bayern wohl einschlagen und Tolisso ziehen lassen.

Corentin Tolisso
Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images