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Bayern-Nachwuchschef Sauer erklärt den Zirkzee-Abschied im Winter

Joshua Zirkzee
Foto: Gabriele Maltinti/Getty Images

Seit gut zwei Wochen spielt Bayerns Nachwuchsspieler Joshua Zirkzee für den italienischen Erstligisten Parma Calcio. FCB-Campus-Leiter Jochen Sauer erklärt im vereinsinternen Interview, was die Beweggründe für den Wechsel waren.

Es war der 18. Dezember 2019 und ein gewisser Joshua Zirkzee wurde kurz vor Spielende beim Stand von 1:1 beim SC Freiburg für den glücklosen Philippe Coutinho eingewechselt. Und eben dieser Zirkzee sollte das damals noch prallgefüllte Schwarzwald-Stadion zum Schweigen bringen.
Nur Sekunden nach seiner Einwechslung und mit einem seiner ersten Ballkontakte im Profifußball erzielte der Niederländer in der Nachspielzeit den 2:1-Führungstreffer. Auch wenn Gnabry zwei Minuten später noch auf 3:1 erhöhte, der Held dieses Spiels blieb Joshua Zirkzee.

Auch im darauffolgenden Spiel wiederholte sich dieses Kuriosum. Gegen Wolfsburg brauchte der Stürmer diesmal aber über drei Minuten, bis er sich auf die Anzeigetafel brachte. Ein „klarer Rückschritt“. Wieder besorgte Zirkzee spät den Führungstreffer, Gnabry besorgte noch den 2:0-Endstand. Ein Fußballmärchen hatte begonnen.

Dass das natürlich nicht ewig so weitergehen konnte, war absehbar, doch Bayern hatte anscheinend einen adäquaten, jungen Back-Up für Robert Lewandowski gefunden. Weitere Einsätze (teilweise von Beginn) und zwei weitere Tore in der Bundesliga sollten folgen. Triple inklusive.

Mit Beginn der Saison 2020/21 wurde es jedoch leiser um den Niederländer. Kurz vor Ende der Transferperiode verpflichteten die Münchner Eric Maxim Choupo-Moting und Zirkzee spielte fortan keine Rolle mehr unter Flick. Da macht man sich als 19-jähriger natürlich Gedanken. Um seinen eigenen Ansprüchen – Spielzeit im Profikader zu sammeln – gerecht zu werden, entschied sich Zirkzee Anfang Februar, zum abstiegsbedrohten Parma Calcio verleihen zu lassen. Der italienische Traditionsclub erzielte in dieser Saison erst 14 Tore in 21 Partien.

„Er ist ein Stürmer – da geht es immer um Selbstbewusstsein und Tore schießen“

Jochen Sauer, Leiter des FCB-Campus kommentierte diesen Schritt wie folgt: „Er ist ein Stürmer – da geht es immer um Selbstbewusstsein und Tore schießen. […] Die beste Option ist dann ein Verein, der Probleme auf dieser Position hat und den Spieler möchte. Parma steht in Italien hinten drin und braucht dringend Tore. Ich glaube, dass es für ihn eine Möglichkeit ist, Selbstbewusstsein zu tanken und Tore zu schießen.“
Sauer und Zirkzee mögen in diesem Fall absolut Recht haben. Schon ohne Stürmer Nr. 2 Choupo-Moting hätte es bei Einsatzzeiten hinter Lewandowski mau ausgesehen.

Nach Leihende im Juni wird die Sache wohl nicht einfacher werden. Aktuellen Medienberichten zufolge werden die Bayern den Vertrag mit Choupo-Moting verlängern und an Lewandowski wird es weiter kein Vorbeikommen geben. Trotz eines Vertrags bis 2023 wird sich Zirkzee auch nächste Saison nach einem neuen Verein umsehen müssen. Denn ein Engagement in der 3. Liga für die 2. Mannschaft des FC Bayern wäre wohl bei all seinen Veranlagungen sinnfrei.