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So lief der Kimmich-Transfer zum FC Bayern: Reschke plaudert aus dem Nähkästchen

Joshua Kimmich
Foto: imago images

Im Podcast „Meine Bayern-Woche“ von Sport1-Chefreporter Florian Plettenberg kommen einige Details und nette Storys ans Tageslicht, die sonst selten ihren Weg in die Medien finden. Auch in der jüngsten Ausgabe hatte Plettenberg mit Michael Reschke einen interessanten Gesprächspartner an der Strippe. Der Rheinländer war zwischen 2014 und 2017 Technischer Direktor beim FC Bayern und mitverantwortlich für diverse Transfers in dieser Zeit. Im Podcast erklärt Reschke vor allem die Umstände zum Kimmich-Transfer.



Laut eigener Aussage wurde Reschke im Sommer 2014 zur „Transferoptimierung“ zum FC Bayern gelotst. Für Reschke wurde beim Rekordmeister extra die Stelle des „Technischen Direktors“ installiert. Zuvor hatte er 30 Jahre lang bei Bayer Leverkusen gearbeitet. Erst als Jugendtrainer und später als Manager und Nachfolger von Rainer Calmund. Durch spektakuläre Transfers wie Arturo Vidal, Andre Schürrle oder dem damals blutjungen Bernd Leno wurde nicht nur der FC Bayern aufmerksam auf dessen Arbeit und konnte ihn vor der WM 2014 von einem Wechsel überzeugen.

„Wir hatten Kimmich schon in Leverkusen auf dem Zettel“

Vor allem über den Kimmich-Transfer, der seine erste große Amtshandlung beim neuen Arbeitgeber war, plaudert Reschke im Podcast aus dem Nähkästchen. Zusammen mit anderen FCB-Scouts reiste er im Sommer 2014 zur U19-Europameisterschaft nach Ungarn, um einige deutsche Nationalspieler zu beobachten. Im Nachhinein verrät er: „Da waren einige gute Spieler dabei, aber unser Interesse galt vor allem Joshua Kimmich. Den hatten wir in Leverkusen schon auf dem Zettel“. Doch Bayer fehlten einfach die Mittel, um Kimmich vom VfB loszueisen. So wechselte der heutige Nationalspieler erstmal zu RB Leipzig in die dritte Liga, mit dem er gleich in der ersten Saison in die zweite Liga aufsteigen konnte.

Durch seine neue Tätigkeit beim FC Bayern glaubte Reschke jetzt daran, Kimmich doch verpflichten zu können, machte jedoch die Rechnung ohne Rangnick und dem VfB Stuttgart. Jochen Schneider, der damalige Manager beim VfB hatte nämlich beim Transfer zu Leipzig eingefädelt, ein Mitspracherecht beim nächsten Transfer von Kimmich zu haben. Rangnick, der zu der Zeit Sportdirektor von RB war, lehnte zudem das erste Angebot vom FC Bayern über 4,5 Mio. Euro ab.

„Herr Rummenigge, sie haben Recht!“

„4,5 bis 5 Mio. sind eine Menge Geld für einen 19-jährigen, der noch keine einzige BL-Minute hinter sich hatte. RB wollte aber um die 10 Mio. Euro“, erklärt Reschke im Podcast. Mit dieser neuen Erkenntnis musste Reschke nun bei Rummenigge und Finanzchef Jan-Christian Dreeßen vorstellig werden, denen natürlich die Kinnladen runterfielen nach diesen Informationen.

Doch Reschke konnte die Verantwortlichen überzeugen: „Herr Rummenigge, sie haben Recht! Für einen 19-jährigen, der noch keine Minute in der BL gespielt hat, ist das viel Geld. Aber für einen kommenden Nationalspieler, der über Jahre hinweg Stammspieler beim FC Bayern sein wird, ist es nicht viel Geld.“

Der Rest ist Geschichte. Alles ist so eingetreten, wie Reschke es prophezeit hatte. Kimmich wurde beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft zum absoluten Stamm- und Führungsspieler und ist aus beiden Teams nicht mehr wegzudenken.

„Es war eine wertschätzende SMS – etwas Besonderes“

Kurz nach dem gewonnen CL-Finale gegen Paris im letzten Jahr meldete sich Rummenigge bei Reschke per SMS und bedankte sich für die tollen Transfers um Kimmich oder Coman, die mit einer Co-Produktion den Siegtreffer erzielten. Den genauen Wortlaut wollte Reschke im Podcast nicht preisgeben, sprach jedoch von „etwas Besonderem“.