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„Koan Nagelsmann“ – Gerland-Aus sorgt für Zoff beim FC Bayern

Julian Nagelsmann
Foto: imago images

Beim FC Bayern wird es im Sommer zu einem personellen Umbruch kommen, nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Mit Jerome Boateng, David Alaba und Javi Martinez verlassen drei langjährige Profis den Verein. Auch der Trainerstab wird sich durch die Abgänge von Hansi Flick, Miroslav Klose und Hermann Gerland stark verändern. Vor allem das Aus von Gerland sorgt derzeit für Schlagzeilen an der Säbener Straße. Die Bayern-Fans wüten im Netz und die Stimmung droht zu kippen. Im Mittelpunkt der Kritik steht neben Sportvorstand Hasan Salihamidzic auch Neu-Trainer Julian Nagelsmann.



Mit Julian Nagelsmann hat der FC Bayern seinen absoluten Wunschtrainer für die Nachfolge von Hansi Flick verpflichtet. Der 33-jährige soll eine neue Ära in München prägen. Während Experten und ein Großteil der Fans die Verpflichtung des Jungtrainers als echten Coup feiern, gibt es durchaus auch kritische Stimmen unter den Bayern-Fans, welche die aktuellen Entwicklungen nicht gut heißen.

Viele trauern nach wie vor dem Abschied von Triple-Trainer Flick nach, der aus Fan-Sicht von Sportvorstand Hasan Salihamidzic „rausgeekelt“ wurde. Zudem scheint sich Nagelsmann nun selbst ein Eigentor geschossen zu haben.

Setzt Nagelsmann nicht mehr auf Gerland?

Wie der „kicker“ berichtet, wird Hermann Gerland den FC Bayern nach 25 Jahren zum Ende der Saison verlassen. Laut dem Fachblatt habe Nagelsmann keinen Bedarf mehr für den 66-jährigen ins seinem Trainerstab. Gerland bestätigte am Montag seinen Bayern-Abschied, äußerte sich jedoch nicht zu den Gründen. Laut der „BILD Zeitung“ hat sich der „Tiger“, ähnlich wie Klose, mit Hansi Flick solidarisiert. Der gebürtige Bochumer, der zu einer echten Identifikationsfigur an der Isar geworden ist, soll demnach unzufrieden sein wie die Führungsriege beim FCB in den vergangenen Monaten mit Flick umgegangen ist. Eine Stellungnahme zum Gerland-Abschied seitens des Klubs bzw. von den Verantwortlichen gibt es bis dato noch nicht.

Rummenigge & Co. müssen zeitnah reagieren

Auch wenn die Hintergründe zum Gerland-Aus derzeit noch vollkommen offen sind, haben einige Bayern-Fans bereits einen Schuldigen ausfindig gemacht und dieser heißt Julian Nagelsmann. In den sozialen Medien wüten die Anhänger gegen den neuen Cheftrainer und lassen ihren Unmut freien Lauf. Dabei fällt auch immer häufiger der Begriff „Koan Nagelsmann“, was bei den Bayern-Bossen keine guten Erinnerungen hervorrufen wird. Vor knapp zehn Jahren protestierten die FCB-Fans gegen die Verpflichtung von Manuel Neuer, der damals seinen Wechsel von Schalke nach München bekannt gab. Kurz darauf kippte die Stimmung, als beim Pokal-Spiel zwischen den Bayern und Schalke in der Allianz Arena tausende „Koan Neuer“-Plakate zu sehen waren. Die Bayern-Bosse polterten damals gegen die eigenen Anhänger und Karl-Heinz Rummenigge entschuldigte sich öffentlich bei Neuer für diese Aktion.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen wären die Bayern gut beraten zeitnah mehr Klarheit und Transparenz in diese Thematik zu bringen. Gerüchten zufolge hat das Gerland-Aus nicht nur etwas mit Nagelsmann zu tun. Auch die Rassismus-Affäre am FC Bayern Campus soll demnach dazu geführt haben, dass man Gerland, trotz eines laufenden Vertrags bis 2022, keine neue Rolle im Klub mehr anbieten wird.

„Der Tiger ist ein Unikat und unbezahlbar“

Unabhängig davon was die wahren Gründe für das Gerland-Aus sind, der Abschied ist ein echter Verlust für die Münchner. Der einstige Entdecker und Förderer von Spielern wie David Alaba, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller oder Holger Badstuber hat „im Hintergrund“ viele Dinge beim FCB bewegt und beeinflusst. Gerland war es unter anderem, der 2009 ein Veto einlegte, als die Bayern damals kurz davor standen Müller an die TSG Hoffenheim zu verkaufen.

Auch die großen Bayern-Trainer wie Louis van Gaal, Jupp Heynckes oder Pep Guardiola setzten alle samt auf Gerland und dessen geballte Erfahrung und integrierten diesen in ihr Trainerteam. Für Ex-FCB-Spieler Lothar Matthäus steht es außer Frage, dass der Gerland-Abschied ein herber Verlust für die Münchner ist: „Der Tiger ist ein Unikat und war über all die Jahre unbezahlbar und so wertvoll wie nur wenige beim FC Bayern.“

Es wird spannend zu sehen ob und wie die Bayern-Verantwortlichen die aktuelle Gemengelage lösen, ohne dass ihr neuer Trainer direkt zum Start die eigenen Fans gegen sich hat.